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Party.San Metal Open Air

Party.San Metal Open Air 2025 - Festival-Bericht

Party.San Metal Open Air

Party.San Metal Open Air 2025 - Festival-Bericht

Alle Jahre wieder ist das Party.San Metal Open Air für mich DER musikalische Fixpunkt des Jahres. Und seit vielen Jahren gehört es für etablierte Festival-Veranstalter zum guten Ton, Gästen und Fans noch bevor auch nur eine einzige Note von der Bühne gehallt ist, einen Ausblick auf das Billing des kommenden Jahres zu geben. So auch an diesem Mittwoch-Abend, an dem es nicht nur unsere Twilight-Truppe, die einmal mehr das Basis-Lager im Camp der Freunde vom Braunschweiger Hotel 666 aufgeschlagen hat, traditionell ins Party-Zelt zum finalen Aufwärmen geht. Tulus, In The Woods, Gates Of Ishtar, Wolfbrigade, Hexvessel, Deceased, Firespawn (In Memory of L. G. Petrov), Desaster, Hypocrisy, Testament oder Amorphis... Kann sich sehen lassen! Ins Grübeln bringt mich allerdings ein kleiner, unscheinbarer Lorbeerkranz, der darauf verweist, dass 2026 die 30. Ausgabe des Party.Sans ansteht.

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An dieser Stelle werde ich durchaus etwas sentimental. 1999 kam ich auf einem kleinen, sehr übersichtlichen, parkähnlichen Festival-Gelände zum ersten Mal mit dem Party.San in Kontakt. Eisregen, Arcane Sun, Edge Of Sanity, Viu Drakh, Impending Doom, Heaven Shall Burn, Die Apokalyptischen Reiter und nicht zuletzt die blutjungen Amon Amarth, als sie Death Metal noch zelebrierten und nicht als Show definierten. Ein Jahr später ging es ins idylische Bad Berka bzw. auf dem Segelflugplatz weiter, der sich leider nicht als wetterfest erwies, was in einer infernalen Schlammschlacht im Jahr 2010 gipfelte. Seither ist das Party.San Metal Open Air im weitaus weniger beschaulichen Schlotheim beheimatet, wo man dafür ein nicht schönes aber extrem funktionelles Gelände auf dem Flugplatz Obermehler gefunden hat. Neben den vermaledeiten Pandemie-Jahren 2020 und 2021 habe ich seither aus beruflichen Gründen nur ein einziges Party.San, nämlich jenes im Jahr 2012 verpasst bzw. seinerzeit nach schmerzlicher Überlegung ganz bewusst ausgelassen.

Somit begleitet mich das Festival nicht nur seit einem Vierteljahrhundert und damit fast die Hälfte meines Lebens, bereits zum 23. Mal bin ich in diesem Jahr zur alljährlichen musikalischen Auszeit in Thüringen. Und ohne Covid hätten die Veranstalter bereits in diesem Jahr die 30. Ausgabe und ich mein persönliches 25. Jubileum feiern können. Nun ja - wie die Zeit vergeht.

Aber ich bin froh und dankbar, die Entwicklung dieses Festivals sowohl als Fan (als der ich mich in erster immer noch sehe – Anm. d. Verf.), als auch als Fanzine-Schreiber miterlebt und ein Stück weit begleitet haben zu dürfen. Und mein Antrieb, alljährlich zum Party.San nach Thüringen zu fahren, begründet sich in erster Linie auch heute noch darin, dass ich mich als Fan und als Liebhaber extremer Musik innerhalb dieses Veranstaltungs-Rahmens, den die Organisatoren seit vielen Jahren schaffen, sehr wohl und geborgen fühle. Das gilt in erster Linie für die Musik und das musikalische Spektrum, wobei es nach so vielen Jahren unvermeidlich ist, dass die eine oder andere Band schon mehrfach auf dem Billing gestanden hat. Ein weiterer Punkt ist die übersichtliche Größe des Party.San Metal Open Airs, die heutzutage nicht nur kalkulatorische Herausforderungen für die Veranstalter mit sich bringt, wobei man als Fan heutzutage akzeptieren muss, dass die ganz großen Bands der Szene auf diesem Festival nur noch bedingt realisierbar sind. Das sind die Bedingungen, die man in Kauf nehmen muss, bei einem Festival, das zu den größten unter den "Kleinen" und zu den kleinsten unter den "Größten" gehört. Ein weiterer Punkt ist die Philosophie bzw. die nach wie vor moderate Preispolitik, sowohl bei den Tickets, beim Merch, wie auch beim Catering-Angebot. Und letzteres ist genauso abwechslungsreich und reichhaltig, wie das Angebot der Händler-Meile. Wer sich über den Ticket-Kurs von rund 175 Euro für das Jahr 2026 angesichts der allgemeinen politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen in der vergangenen Dekade aufregen möchte, die maßgeblichen Einfluss auf den kulturellen Sektor hatten, der soll dies gerne tun aber im gleichen Zug auf den Besuch des nächsten großen Einzelkonzertes verzichten. Beim Party.San zeigt sich aus meiner Sicht sehr gut, dass es Kultur nicht für für lau gibt. Auf einer Veranstaltung, die im weitesten Sinne nach wie vor von Fans für Fans organisiert wird. Man muss die Realitäten einfach anerkennen und es hat etwas mit Wertschätzung und Respekt gegenüber Veranstaltern und Crew zu tun, der sich zweifelsfrei in monetärer Hinsicht niederschlagen darf und muss, wenn man über so viele Jahre mit absolutem Herzblut ein solches Festival auf die Beine stellt. Mieze und Jarne, die Hauptpersonen hinter dem Party.San, halten sich vornehmlich im Hintergrund, haben aber in der Vergangenheit gerade dann nie die Öffentlichkeit gescheut, wenn es darum ging, Transparenz in Bezug auf Entscheidungsprozesse herzustellen.

Natürlich ist nicht immer alles perfekt, nicht jede Idee funktioniert. Auch ich habe mit mancher Entscheidung und Neuerung (viele und gravierende gab´s glücklicherweise nicht, seitdem ich das Festival besuche – Anm. d. Verf.) gehadert. Wichtig war aber immer und ist für mich bis heute, dass das Gesamtpaket, verbunden mit dem Umstand, dass auf dem Party.San Metal Open Air nach 29 Auflagen immer noch die Musik im Mittelpunkt steht. Damit sind die Veranstalter eine absolute und einmalige Konstante in der Festival-Landschaft, die nicht nur für mich persönlich Identifikation schafft.

Darüber hinaus sind es unzählige großartige Konzerte, Erlebnisse und gemeinsam verbrachte Zeit mit Freunden und Szene-Bekanntnschaften, die eben nur so auf dem Party.San möglich sind und waren. Aber auch persönliche Tiefschläge, Ausfälle und Exzesse, auf die ich im Nachhinein alles andere als Stolz bin, will ich nicht verschweigen. In dieser Hinsicht ist Rock ´N´Roll und Heavy Metal nach wie vor manchmal gefährlich. Fragt mal meinen Wegbegleiter Eiko von Final Cry! Aber um es mit den Worten vom Kollegen Olaf (Hail Zephyrs Odem!!!) zu sagen: "Was auf dem Party.San passiert, bleibt auf dem Party.San!"

In diesem Sinne ist und war der Mittwoch einmal mehr genauso business as usual, wie besonders! Ein früher Check-In am Akkreditierungsstand, danach vergleichsweise schnell - noch bevor die Hauptanreisewelle anrollte durch die Einlass-Kontrolle. Das Wetter passt. Nach durchwachsenen Tagen in der Vorwoche klart es auf, und nachdem Pavillon und Zelte stehen, nimmt der Nachmittag bei sommerlichen Temperaturen und Sonnenschein sehr schnell und dynamisch an Fahrt auf, während immer mehr Menschen auf den Flugplatz rollen und sich unser Camp ebenfalls zunehmend füllt.

Wie immer geht´s in der Dämmerung auf zur zentralen Abendveranstaltung im Zelt mit der Musik der Hellborn-Metalradio-Crew. Bier gibt´s nach wie vor für 4,00 Euro, den Cuba-Libre für nen Fünfer, die Thüringer vom Grill für 4,50 Euro. Läuft und auf geht es in die Nacht!

 
07.-09.08.2025

Party.San Metal Open Air 2025

Schlotheim, Flugplatz Obermehler

Headliner
Bloodbath, Dark Angel, Triptykon, Napalm Death, Gorgoroth, I Am Morbid
Besucherzahl
10.000
Setlist
2025 Running Order

Donnerstag

Donnerstag, 07.08.2025

Am Donnerstag-Morgen geht es, noch bevor die altehrwürdige Kanone Esmiralda per Salut-Schuss die Öffnung des Infields verkündet, mit Kollege Rudi und weiteren Freunden auf die traditionelle Flugplatz-Runde.

Das Wetter bleibt uns gewogen, die Sonne bleibt uns erhalten, sie hält sich allerdings zurück. Bratpfannen-Bedingungen bleiben uns zunächst auf den teilasphaltierten Festival-Flächen erspart. In diesem Jahr gibt es aus logistischen Gründen nur ein zentrales Sanitär-Camp, dass jedoch größenmäßig aufgestockt wurde, so dass neben einem etwas weiteren Weg immerhin kaum Wartezeiten gibt. Neben den Frühstücks-Points kann man in diesem Jahr erstmals am Stand eines Bäckers nicht nur Kaffee und hochwertige Backwaren, sondern auch Eis erstehen. Hoffentlich etabliert sich diese Idee.

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Traditionell ist ebenfalls nach der Öffnung des Konzertgeländes mittlerweile auch der Sturm auf den Festival-Merchstand. Ich selbst war und bin überhaupt kein Freund von Festival-Merch und gerade in diesem Jahr hauen mich die Designs mit Ausnahme des Zombie- sowie Irrwisch-Motivs nicht wirklich vom Hocker. Der Andrang ist trotzdem einmal mehr riesig. Für Unmut sorgt im Nachhinein allerdings, dass sich bei den Rückendrucken offensichtlich bei manchen Artikeln Fehler eingeschlichen haben. Teile des Line-Ups fehlten demnach schlichtweg. Kann man doof finden, sich darüber echauffieren, hätte man vielleicht finanziell berücksichtigen können, nun ja aber so ein "Fehldruck" dürfte für den einen oder anderen wiederum charmant sein. (JD)

Nachdem ich letztes Jahr schon das Privileg hatte, neben meiner Tätigkeit als Schreiber bei Hotel666, als Gastschreiber für das famose Twilight Magazin am Festivalbericht über das herrliche Party.San Open Air mitschreiben zu dürfen, kam mir dieses 2025 wieder zu Teil. Vielen lieben Dank dafür Linse! Dann nehme ich euch mal mit auf meine ethanolgeschwängerte Reise der kommenden Tage. Metal is the law!

Ich habe dann auch gleich die Ehre euch über die allererste Band des Festivals zu berichten und diese ist niemand Geringeres als die mächtigen Rotpit, was mich umso mehr freut, da ich ihren Todesblei der alten Schule wirklich liebe. Farblich passend gab es bei uns im Camp vorab Waldmeisterlikör, von dem ich angeblich das meiste getrunken haben soll... ähem. Und so kommt es auch, dass ich auf dem Weg zum Festivalgelände kurz vor dem Eingang nochmal umdrehen durfte, da ich Doofi meinen Ohrenschutz im Zelt vergessen hatte. Etwas außer Atem, aber nun mit Stöpseln im Ohr hetze ich zur Bühne, denn die akustische Verwesung hat schon angefangen und es rattert mir ihr erster Song „Massive Maggot Swarm“ entgegen. Zum Glück habe ich nicht länger gebraucht, denn Rotpit zu sehen ist ja nun keine Alltäglichkeit. Sie spielen heute auch tatsächlich erst ihren zweiten Gig, den ersten kurz zuvor in Schweden, wo außer Ralf der Rest dieser Sifffetischisten haust. Also ab nach vorne und es ist auch schon wirklich gut was los vor der Bühne. Das auch zu Recht, denn Rotpits Dekompositionen sind ja nun mal echt der Knaller. Diese Mischung aus derbem US-Death, finnischer Atmosphäre und Obskurität geht mir echt gut rein und wenn ich sehe, was schon an Leuten am Start ist, dann geht es nicht nur mir so. „Slimebreeder“, „Into The Rotpit“, „Long Live The Rot“ folgen und werden uns mit richtig geilem und derben Livesound präsentiert und es ist Jonny Pettersson (Gitarre), Erik Barthold (Drums), Fredrik Ringström (Gitarre), Rickard Persson (Bass) und Ralf Hauber (Gesang) absolut anzusehen, dass sie richtig Bock darauf haben, unsere Ohren mit ihrer muSICK zum Bluten zu bringen! Gerade Hauber genoss es offenbar sehr, nach längerer Pause wieder von der Bühne aus seine Stimmenbänder akkurat zu quälen. Ein Hingucker ist auch das große Backdrop, welches neben dem Logo das sehr geile Artwork des aktuellen Longplayers ziert und die kleineren Fahnen mit dem Cover von der Split mit mighty Deteriorot. Als nächstes werden uns weitere Knaller in Form von „Eat Or Be Eaten“, „Sewer Rot“, „Rotfreak (We Rot)“ und „Rottenness“ zum Leichenschmaus serviert und es mundet uns wahrlich ausgezeichnet. Es freut mich auch sehr, dass auch das Publikum so richtig Spaß an diesem derben Old Skull Death Metal hat, denn die vielen grinsenden Gesichter sind wahrlich nicht zu übersehen. Sehr schön. Ich finde es auch cool, dass Rotpit mittlerweile über den Status eines Projektes hinweg und wirklich eine richtige Band sind, was sie hier auch eindeutig unter Beweis stellen. Auch dieser Totentanz de luxe hat leider mal sein Ende und so wird mit „Let There Be Rot“ der letzte eigene Song angekündigt. Da heißt es nochmal, die Nackenmuskulatur zum Glühen zu bringen! Der nach dem Ende des Songs folgende Applaus ist tobend und so kriegen wir mit dem Abscess-Cover „Suicide Fuck“ nochmal mit fast schon punkrockigem Flair unsere Hintern versohlt. Yeah, baby, yeah! Und so endet das Konzert leider schon, aber dafür mit einer großen inneren Freude. Das Abscess-Cover ist übrigens auf der B-Seite der auch just heute, pünktlich zum Party.San, erschienenen 7“ namens „Sore Parade“, auf dessen A-Seite der titelgebende Song ist. Und ich bin echt froh, mir gleich nach der Eröffnung des Geländes und einem Besuch bei F.O.A.D. (die Fear Of God-Compilation musste ich unbedingt haben – Anm. d. Verf.) am schon gut belagerten Cudgel-Stand die limitierte 7“ in allen drei Versionen gekauft zu haben, denn nach dem geilen Gig wird die Nachfrage sicherlich sehr groß sein. Als sich die Menge auflöst, läuft mir coolerweise Stefan Bauer, Sänger der geilen Death Metal-Kombo Disgusting Perversion über den Weg und es folgt ein kurzer, aber herzlicher Schnack. Letztes Jahr habe ich ihn nämlich erst am Samstag das erste Mal getroffen. (Rudi)

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rotpit

Nach dem standesgemäßen Auftakt durch Rotpit und die musikalische Steigerung durch die Weißrussen von Extermination Dismemberment kommen die Finnen von ...And Oceans zu späten Party.San-Ehren. Die Century Media-Releases "A.M.G.O.D." und "Cypher" 2001 und 2002 hätten den Beginn einer eindrucksvollen Karriere einer Band, die ambitioniert Black Metal, Elektronik und Industrial verwob, werden können, der Durchbruch blieb der Band allerdings trotz Gassenhauern wie "Tears Have No Name" oder "Angelina:..." verwehrt. Lange verschwand man in der Versenkung wobei man seit 2020 mittlerweile drei Alben via Season Of Mist veröffentlicht hat. "The Regeneration Itinerary" ist der jüngste und insgesamt fünfte Streich von ...And Oceans. Auf dem Party.San fegen die Finnen nun wie ein Sonnensturm mit rasendem Gitarren-Riffing, Drum-Gewitter unterlegt von Key-Teppichen und Elektronika-Elementen kühl aber intensiv durch den frühen Nachmittag, während Outlaw danach im kuschelig-warmen, stickigen Zelt Dissection-Vibes versprühen. (JD)

Die Saarländer von The Spirit bringen mehr als nur Pyro mit: Flammen schießen auf, Fäuste fliegen in die Höhe. Ihr melodischer Black/Death ist so präzise wie durchschlagend, getragen von einem Sound, der auch so früh schon einige Crowdsurfer zu ihrem Sport animiert. Der gute Ruf, den sie sich inzwischen schon jenseits der Landesgrenzen erarbeitet haben, ist mehr als verdient und so wächst das Publikum merklich. Draußen ist noch Tag, doch im Zelt herrscht Nacht. Theotoxin verwandeln die Tent Stage in ein Inferno aus Doublebass-Gewittern und verzerrtem Post-Black-Metal-Sound. Der Sound ist dicht, die Atmosphäre roh – es riecht nach Schweiß, Bier und Energie. Ein intensiver Kontrast zu den hellen Himmeln über der Mainstage. Dazu der Bruch auf der Mainstage: Dool sind wohl die entspannteste Band des gesamten Festivals. Statt Wucht und Raserei liefern sie hypnotische Heaviness mit lavafließenden Gitarrenriffs.Die charismatische Frontfrau führt souverän durch ein Set, das nicht auf Härte, sondern auf Tiefe setzt. Wer kurz Atem holen will, findet hier seinen Ruhepunkt - ohne dass es an Intensität verliert. Zurück im Zelt zelebrieren Firtan sieben Jahre nach ihrem letzten Besuch die Dunkelheit, und das mit voller Besetzung: mit zwei Sängern, einer Geigerin stehen insgesamt sieben Leute auf der Bühne. Das wirkt fast wie ein Ritual.
Der Gastauftritt des Harakiri For The Sky-Sängers sorgt für Begeisterung, ebenso wie das naturverbundene, „waldmenschliche“ Bühnenbild. Beim Song „Arkanum“ hallt die Zeile „Jedes Erwachen bringt uns zum Anfang zurück“ über das Gelände - und genau das tut der Auftritt: Er bringt Firtan eindrucksvoll zurück auf die große Bühne. (MS)

Grand Magus sind für mich das erste große Highlight des Festivals. Die Band war zuletzt 2015 in Schlotheim. Stilistisch fällt das Schweden-Trio zwar aus der Reihe aber genau deshalb bzw. wegen der Wurzeln im klassischen, epischen Heavy Metal und Rock gehört diese Band einfach hierher. Grand Magus schöpfen mittlerweile aus einem eindrucksvollen Repertoire von Metal-Epen, denen man sich kaum entziehen kann, nicht zuletzt, weil die Band diese so unaufgeregt wie leidenschaftlich zelebriert. "Skybound", "Steel Versus Steel", "Sunraven", "Like The Oar Strikes The Water" oder das Finale "Hammer Of The North" bei dem das Publikum zum Chor mutiert. Großartig! Fleshgod Apokalypse sind dies in jeder Hinsicht ebenfalls. Mit ihrer hochambtionierten Mischung aus technischem Death Metal und opernhaftem Bombast sind sie allerdings genauso herausragend wie sie mich überfordern. Aber es ist schon krass, wie sich die Band entwickelt hat und musikalisch gewachsen ist, seit ich sie 2017 auf dem In Flammen Open Air gesehen habe. (JD)

 grand magus PSOA 2025 11 10 02 2025 01 54 PM 10 

grand magus

Mit Karg wird dann die AOP-Records-Riege auf der Tent Stage komplettiert. Das Soloprojekt von JJ (Harakiri For The Sky) liefert düsteren, introvertierten Post-Black Metal, der die Dämmerung perfekt einfängt. Kein Schnickschnack, keine Show – nur Musik und Schmerz. Der perfekte Übergang in die Nacht. Wenn es jemals eine Definition von „Over the Top“ gab, dann ist sie italienisch: Fleshgod Apocalypse verwandeln die Mainstage in ein Licht- und Soundgewitter. Eine Opernsängerin in schwarz-rotem Kleid, ein schwarzer Flügel auf der Bühne, italienische Flaggen aus Scheinwerfern und mittendrin ein technisch brillantes Inferno. Der Drummer treibt das Set mit unnachgiebiger Präzision voran, der Sänger übernimmt souverän auch die anspruchsvollsten Gesangsparts. Beim als Ballade angekündigten „Blooclock“ wird die Bühne zum Hexenkessel, Circle Pits formieren sich - und plötzlich hilft sogar der Glatzkopf beim Trommeln. Man weiß gar nicht, wo man überall hinschauen soll. Viele vor der Bühne wirken fast überfordert, aber niemand wendet sich ab: Diese Show ist groß, gewagt und unvergesslich. Während draußen der erste Co-Headliner tobt, herrscht im Zelt ein anderes Spektakel: Agrypnie liefern als Tent-Stage-Headliner ein punktgenaues Doublebass-Gewitter ab. Schon mehrfach waren sie beim Party.San, und man spürt, dass sie wissen, wie man diese Bühne spielt. Songs vom aktuellen Album „Erg“ stehen im Fokus, aber natürlich finden auch Songs wie „Der tote Trakt“ ihren Platz. Kein Schnickschnack, kein Firlefanz – nur Backdrop, Blastbeats und Präzision. Und erstaunlicherweise ohne Bass-Gitarre Beim vorletzten Song taucht erneut der Groza-Sänger auf - ein schöner roter Faden durch den Abend. (MS)

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napalm death

Napalm Death gehören zu meinen absoluten Allzeit-Lieblingsbands, Barney war in meiner Jugend nicht nur als Frontmann und Sänger, sondern auch als Mensch ein absolutes Vorbild. Nur live können mich die britischen Live-Urgesteine, trotz starker Studio-Veröffentlichungen schon seit vielen Jahren nicht mehr so wirklich mitreißen. Das begann nicht zuletzt damit, dass Gitarrist Mitch Harris sich von der Bühne zurück zog. Dass am heutigen Abend wiederum auch Shane Embury nicht mit an Bord ist, macht die Sache nicht besser, zumindest nicht identitätsstiftend. Rein musikalisch trümmern Napalm Death alles in Grund und Boden, was angesichts der Diskografie und Songs der Marke "Twist The Knife (Slowly)", "The World Keeps Turning", "Suffer The Childen", "Narcoleptic", "Cold Forgiveness" oder "Siege Of Power" kaum verwundert, bei denen sich quasi Klassiker an Klassiker reiht. Trotzdem wirken Napalm Death auf dieser vergleichsweise großen Bühne und in der Co-Headliner-Position auf mich irgendwie ein bischen verloren und deplaziert. Wie es anders geht, das beweisen im Anschluss Dark Angel, ebenfalls ein Urgestein, das einen beeindruckenden "Kaltstart" auf dem Headliner-Posten des Party.Sans hinlegt. (JD)

Nachdem ich schon den Festival-Donnerstag gestartet habe, kümmere ich mich auch um die letzte Band des Abends, was mir wirklich ein sehr besonderes Vergnügen ist, denn der heute Headliner ist niemand anderes als die Thrash-Legende Dark fuckin' Angel!!! Was für geiler Scheiß! Ich habe ja nicht wirklich damit gerechnet die Band mal live zu sehen, aber als ich die Ankündigung für das Party.San sah, war ich ja schon ganz aus dem Häuschen. Und zuletzt aber auch etwas nervös, da die beiden neuen Songs jetzt nicht ganz so top sind und der Gesang auch eher semi. Aber ich lasse mich gerne und hoffentlich eines Besseren belehren und es sieht ja auch ganz danach aus, dass sie ihren Ultrakult „Darkness Descends“ komplett spielen werden und das wäre ja mal der absolute Oberhammer! Ich denke mal auch, dass ich zu dieser Scheibe absolut nichts mehr sagen muss. Aber auch zu Dark Angel generell, wie ich finde. Und nun stehe ich bierseelig schön weit vorne als mighty Gene Hoglan (Drums), seine Ehefrau Laura Christine, die den leider viel zu früh verstorbenen Jim Durkin an der Gitarre ersetzt, Eric Meyer (Gitarre), Mike Gonzales (Bass) und Ron Rinehart (Gesang) die Bühne betreten. Und dann geht es endlich los und zwar mit dem Titelsong des ersten Albums... „We Have Ariiiiived“! Alter, wie geil ist das denn bitte, ich liebe diesen Song und es fällt auch gleich auf, dass die Band einen richtig geilen trockenen Sound verpasst bekommen hat, der wie die Faust auf's Auge passt. Da kommt doch Freude auf, vor allem auch, dass die Band vom ersten Riff an sehr motiviert loslegt. Und Rons Gesang? Der ist der Knaller... dem Deibel sei Dank. Noch nicht mal im Ansatz war davon was zu hören, was bei den beiden neuen Songs passiert ist, denn er klang wie immer und war wirklich gut bei Stimme. Aber jetzt erstmal ordentlich die Rübe schütteln und die Luftgitarre zum Glühen bringen. Das fängt doch schon mal sehr geil an und wird mit „Time Does Not Heal“, dem Titelsong des letzten regulären Studioalbums von 1991(!) fortgesetzt. Was für ein Riffmonster, was vom Publikum natürlich sehr wohlwollend aufgenommen wird. Und dann dazu dieser geile Livesound...lecker! Als nächstes geht es ab ins Jahr 1989, denn „No One Answers“ von „Leave Scars“ ist nun dran. Noch so ein Knaller! Anschließend gibt es tatsächlich einen neuen Song, der live doch um einiges besser rüberkommt als die Studioversion. Aber letztendlich warten wir doch nur darauf, dass Dark Angel endlich im Jahr 1986 ankommen und dann heißt es wirklich eeeendlich „This City Is Guilty... The Crime Is Life... The Sentence Is Death... DARKNESS DESCENDS!!!“... und von nun an ist nur noch absolutes Abfeiern angesagt. Gleiches denkt sich auch die Band und denkt nicht im Traum daran, die seit dem ersten Song stark vorhandene Bewegung auf der Bühne zu vermindern und erst recht nicht mit dem Headbangen aufzuhören! Das sind halt noch richtige Metalheads, die auch nach Jahrzehnten immer noch Bock haben, voller kochendem Herzblut ihren Sound zu zelebrieren. Dirigiert werden wir dabei von Ron, der uns äußerst gesprächig durch den Gig führt. „The Burning Of Sodom“ fand ich auf Scheibe ja schon immer halsbrecherisch und live hat das Ganze noch mehr Power. Umwerfend! Danach kommen „Hunger Of The Undead und „Merciless Death“, der auch schon auf dem Debüt vorhanden war. Dark Angel ziehen es echt durch und spielen die Songs in der Reihenfolge, wie auf der Scheibe. Also kommen noch ein paar richtiger Brecher auf uns zu! Aber auch so ist es bisher hammermäßig geil, wie ich finde. Es hat sich zwar tatsächlich etwas geleert, aber das hier ist halt kein Party-Thrash, sondern angepisste Mucke voller Aggression! Umso mehr Platz ist für die restlichen Maniacs da, wie z. B. die drei Ü50-Herren hinter mir, welche dieses oberkörperfrei und fast schon in Trance nutzen, um ihren eigenen kleinen Pit, neben dem dauergrinsenden Graceless-Sänger und seiner Frau, zu zelebrieren. Ich glaube diese Truppe fühlt sich gerade ein paar Jahrzehnte zurück versetzt. Und ich auch schwelge in Erinnerungen wie wir zu Hause, bei Freunden oder draußen mit Kassettenrekorder und Dosenbier Ende der 90er zu Dark Angel abgehen. Einer dieser Maniacs ist mein Vornamensvetter, der leider nicht gerade neben steht, denn zusammen „Dirk Is Certain (Life Is Not)“ zu gröhlen, wie wir es unzählige Male schon gemacht haben, wäre jetzt der Knaller. Aber ich denke mal dieser Maniac wird gerade irgendwo ekstatisch in der Menge abgehen und an das Gleiche denken. Zum Schluss sind nochmal alle unsere Kräfte gefragt, denn mit dem mächtigen Monster „Black Prophecies“ und der Abrissbirne „Perish In Flames“ neigt sich der Gig leider dem Ende zu, aber jetzt heißt es noch bis zum Ende saugeilen Kult-Thrash zu genießen und den alkoholgeschwängerten Leib ordentlich ausrasten zu lassen! Die letzten Töne erklingen nun und wir feiern die Band mit ordentlich Applaus ab und diese bedankt sich ihrerseits ordentlich bei uns. Das Konzert ist nun leider zu Ende, aber meine innere Freude wird noch lange anhalten und genauso wie mein breites Grinsen. Danke Party.San und vor allem Dank an Dark Angel... Ein Traum wurde war! (Rudi)

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dark angel


Freitag

Freitag, 08.08.2025

Die Nachwirkungen vom Vortag lassen sich nicht negieren, dennoch ist der Freitags-Kickoff um 12:00 Uhr Pflicht. Für den Grindcore-Ringelpietz hat man in diesem Jahr die Schotten von Party Cannon engagiert – brutaler Slam-Death, ein Vortänzer und Animateur mit Schädelmaske und ein Publikum, dass beim alljährlichen Rudel-Sport mit Requisiten und Verkleidungen vor der Bühne herumkreiselt. Hauptsache es macht Spaß, gefallen tut es wohl auch aber eigentlich ist es fast schon egal, wen man auf diesen Slot auf die Bühne stellt, Hauptsache, es lärmt und ist nicht allzu ernst gemeint. Wobei das nicht heißen soll, dass die Briten nicht wissen, wie man die Instrumente bedient. Das wissen wiederum auch Hyperdontia, die mit mehr Zug und Finesse sowie weitaus filigraner zu Werke gehen. Das Quartett, welches in Kopenhagen und Istanbul beheimatet ist fährt eine Wall Of Sound auf, die auch den letzten Menschen vor der Bühne wachrüttelt. (JD) Hyperdontia sind mir auf alle Fälle vom Namen her bekannt und das Bandlogo habe ich auch schon mal gesehen, eventuell habe ich mir auch von denen schon mal was angehört, aber bei der Masse an Musik, die es gibt, ist das vielleicht bei mir auch untergegangen. So der Inhalt des Gespräches mit meinem Vornamensvetter, der mir dann auch auferlegte, mit ihm zu Hyperdontia zu gehen. Da der werte Herr meinen Geschmack gut kennt und seine Tipps mir immer sehr gut reingehen, leiste ich seinem Befehl natürlich sehr gerne Folge, vor allem als er noch grinsend zu mir meinte, dass ich doch so auf Incantation abgehe. Also hurtig mit frischer Gerstensaftkaltschale vor die Bühne und das nebelgeschwängerte Intro abwarten, bis die Band loslegt. Und schon als die ersten Riffs ertönen, wusste ich was er meinte. Die Band hat mich sofort in ihrem garstigen Griff des Todes! Und dann setzt der Gesang ein - was für ein geiles, brutales und düsteres Gegrunze - Hammer. Das ist ja mal so richtig geiler Old School Death Metal, wie ich ihn mag. Mein Grinsen wird breiter und ich muss mich erstmal bei ihm bedanken, dass er mich verpflichtet hat, mitzukommen. Hyperdontias Sound ist jetzt auch genau das richtige für mich. Da rattert das rottige Todesbleiherz gleich ein paar Takte schneller. Die Songs, die die Band hier vom Stapel lässt, haben es echt in sich und anscheinend sind Hyperdontia auch keine unbekannte Nummer im Underground des Todes, denn es ist schon gut was los vor der Bühne und der Applaus nach den Songs kann sich auch hören lassen. Aber das ist auch kein Wunder bei der hohen Qualität der muSICK, die wir hier kredenzt bekommen. Mir gefällt auch die Bühnenpräsenz, die zwischen Bewegungsfreude, Headbanging und böse in die Menge starrend, pendelt. Richtig geil ist auch der Livesound, der mit ordentlich Druck aus den Boxen ballert und die schön kratzig durch die Friedhofserde schreddernden Gitarren, den geil wummernden Bass, die knalligen Drums und den Gesang echt gut zur Geltung bringt und so unseren Ohren ein höllisches Todesbleivergnügen beschert wird. Leider ist nach einer dreiviertel Stunde dieser ghoulische Spuk schon vorbei, aber falls sich mir mal wieder die Gelegenheit ergibt, werde ich mir Hyperdontia wieder anschauen. Am besten in einem kleinen Club, denn dort kann ich mir vorstellen, kommt das richtig geil rüber. (Rudi)

 party cannon PSOA 2025 15 10 02 2025 04 41 PM 14 

party cannon

The Vision Bleak haben lange darauf warten müssen, beim Party.San Berücksichtigung zu finden. Der Slot am sehr frühen Nachmittag ist etwas undankbar. Die Band um Schwadorf & Konstanz verzichtet auf einen Live-Bassisten, hat stattdessen aber Aline Deinert (u. a. Neun Welten) an der Violine dabei. Eigentlich haben The Vision Bleak mit ihrem romantisch-düsteren Horror Metal, der musikalisch auf einem klassischen Todesmetall-Sound basiert, alles, was auf dem Party.San funktionieren sollte. Trotzdem wollen Klassiker aus Bandhistorie wie "The Unknown", "The Night Of The Living Dead", "Carpathia", "Kutulu", Auszüge aus dem jüngsten Werk "Weird Tales" oder "Deathship Symphony" bei mir heute nicht wirklich zünden. Nicht nur, weil der Sound nicht optimal ist. Konstanz gibt sich alle Mühe, die zu dieser Stunde überschaubare Anhängerschaft zu mobilisieren, was ihm grundsätzlich auch gelingt. Obwohl ich mich freue, die Band nach längerer Zeit mal wieder live zu sehen, irgendwie wirken The Vision Bleak zu dieser Zeit an diesem Ort auf mich etwas verloren. Aber vielleicht waren meine Erwartungen nach etlichen intensiven Konzerterlebnissen mit der Band auch einfach zu hoch, denn Kollege Rudi ist hellauf begeistert. (JD)

 The Vision Bleak PSOA 2025 30 09 19 2025 08 37 AM 29 

the vision bleak

Crypt Sermon wollte ich mir aus reiner Neugier sowieso mal anhören, auch wenn ich ihre Musik bisher nicht kenne, aber ich fand ihr Logo immer sehr cool und es hatte für mich, trotz des an ein Kreuz erinnernden Ts, was deathmetallisches. Voll überzeugt, mir die Band unbedingt angucken zu müssen, hat mich der P.A.G.A.N.- Podcast Against Goodness And Normalcy von den Slaughterday-Recken Bernd und Jens, als sie in ihrem Party.San-Vorabbericht bezüglich der Band erwähnten, dass sie epischen Doom Metal spielen! Ich habe den Anfang etwas verpasst, aber die Töne, die ich auf dem Weg vor der Bühne vernehme, sind wahrlich mächtig. Umso mehr freue ich mich, mir die Band nun anzuschauen und vor allem zu spüren. Das ist die Art von Doom, die durch ihre Dramatik sofort unter die Haut geht und das metallische Blut zum kochen bringt. Ganz im Sinne von Candlemass oder Solitude Aeternus wird uns wahrlich ergreifender Metal geboten, bei dem niemand, der Fan dieser Art von Musik ist, unberührt bleiben kann und nicht die geballte Faust gen Himmel streckt. Wirklich geil und die Leute vor der Bühne wissen das auch mit gebührend Applaus zu huldigen. Der Sound ist wieder so richtig geil, wie bei tatsächlich jeder Band, die ich mit bisher angeguckt habe. Klasse. So kommt die Kraft, Wucht und die dynamische Epik der Songs von Crypt Sermon prächtig zur Geltung. Die Band lässt sich auch nicht lumpen und bewegt sich im Fluss ihrer Songs ordentlich, bangt und posed ordentlich ab. Ein Blickfang ist auf alle Fälle der Sänger mit seinen weißen Cowboystiefeln und dem passenden schwarz-roten Hemd. Aber darauf alleine möchte ich den Herren nicht festmachen, denn immerhin ist er der Sänger und das was seinen Mund verlässt ist schon klasse. Richtig klarer, kraftvoller, auf den Punkt gebrachter aber auch gleichzeitig rauer Gesang voller Dramatik und Feuer. Das Ganze ist in Kombination mit der coolen Mucke echt ein tolles Erlebnis und ich freue mich wirklich sehr, gerade vor Ort zu sein. Die Band muss ich mir auf alle Fälle unbedingt merken. So sehr mich Crypt Sermon gerade begeistern, ich muss jetzt dringend ins Zelt...

…denn dort habe ich nicht nur eine Verabredung mit einem frisch gezapften Köstritzer, sondern vor allem mit der Band, die dort gleich auftreten wird, nämlich mit den Ballerbarden Heretic Warfare aus dem schönen Münster, die erst vor kurzen ihren zweiten Longplayer-Abriss namens „Perpetual Fire“ veröffentlicht haben. Das Debüt „Hell On Earth“ von 2020 war schon der Burner und ihre neue Scheibe ist das erst Recht, weshalb es für mich Pflicht ist, die Band endlich mal live zu sehen. Es ist jetzt schon echt hammerheiß im Zelt, weshalb ich mich lieber gleich mit etwas mehr Bier eindecke und mich dann schön weit vorne vor der Bühne positioniere. Ich gehe mal davon aus, dass einige Leute ins Zelt kommen werden. Zu den einleitenden Klängen des aktuellen Albums und einer zu den Artworks passenden orange-roten Beleuchtung, betreten Drummer Leonardo, Bassist Lukas, Gitarrist Ingo, der mich immer optisch an eine Art Death Metal-Wolverine erinnert, und Sänger Jan, schön mit einem Shirt der Braunschweiger Death Metal-Maniacs Demored bekleidet, die Bühne. Ingo war übrigens auch mal bei Sudden Death und Death By Dawn am Start. Bei letzteren war auch mal ein gewisser Martin van Drunen aktiv. Die Nachfolge übernahm dann anscheinend irgendwann Jan, der aktuell auch noch bei Antilles Mitglied ist. Aber genug der Info, denn das Intro endet und geht wie beim aktuellen Release in den ersten Song über und es überrennt uns eine Welle der absoluten Brutalität! Wer Heretic Warfare noch nicht kennt - die Band spielt einen derben, sehr an US - Death Metal angelehnten Sound und kombiniert diesen auch mit heftigem Thrash und auch mal mit crustigem Geballer. Das klingt nicht nur nach krassem Geschredder, das ist es auch, ohne dabei aber stumpf zu sein, denn es passiert schon einiges in den Songs. Davon werden wir gerade Zeugen und ich erlebe echt das, was ich erhoffte habe. Ein absoluter Totalabriss, der ohne Gnade über uns hereinbricht und mich immer wieder an Hate Plow erinnert, das fällt mir nebenbei auf. Die Intensität ist beeindruckend, genauso wie das Stageacting. Denn Ingo, Jan und Lukas wirken so, als hätten sie gerade in die Steckdose gefasst und quellen nur vor Energie und Enthusiasmus über. Permanent in Bewegung und Headbanging ohne Ende. Aber auch der Drummer, soweit ich sehen kann, ist voll in seinem Element. Die Jungs haben absolut Bock, das Zelt zum Brennen zu bringen und haben bestimmt schon seit der Verkündung hier zu spielen, genau auf diesen Moment gewartet und nutzen das auch zu 666% aus. Der totale Knaller! Das Zelt ist mittlerweile sehr gut gefüllt mit Maniacs, die es mal wieder so richtig derbe brauchen. Die Stimmung ist auf alle Fälle auf und vor der Bühne top. Da stört es auch nicht, dass mal kurz das Mikro (bei dem Gebrülle schon fast kein Wunder – Anm. d. Verf.) ausfällt, denn das Problem ist schnell behoben und generell ist der Sound die totale Macht und bringt die Wucht, das Feuer und die Heaviness von Heretic Warfare so richtig geil rüber! Ich erwähnte zu Beginn ja die Hitze im Zelt, aber im Gegensatz zu jetzt, war es zu Beginn kalt. Meine Klamotten kleben an mir wie Sau und ich will nicht wissen, was auf der Bühnen so entsprechend los ist. Umso beeindruckter bin ich von der Performance der Band, die weiterhin alles gibt. Das ist wirklich wahre Herzbluthingabe... Kollabiert werden kann später nach dem Gig, der nach knapp 35 Minuten leider schon zu Ende ist. Mein Geist ist weiterhin willig, aber mein Leib ist erstmal durch und braucht unbedingt etwas zu trinken. Unter zu Recht tosendem Applaus verlassen Heretic Warfare dann die Bühne und gönnen sich sicherlich erstmal ein kaltes Bier. Bei mir wird es nach der Schwitzerei dann doch auch mal wieder ein Wässerchen sein. Auf alle Fälle solltet ihr die Band unbedingt mal anchecken. (Rudi)

 heretic warfare PSOA 2025 06 10 02 2025 02 20 PM 5 

heretic warfare

Dann: Cowboy-Hüte statt Corpsepaint. Wayfarer bringen den „American Gothic“ nach Thüringen: Black Metal mit Western-Atmosphäre, Lagerfeuerromantik und Sandsturmgefühl. „Are you ready for some cowboy shit?“, ruft der Sänger - und das Publikum ist bereit. Mit ihrem Zwiegesang und dieser Mischung aus Weite, Wucht und Melancholie schaffen sie etwas, das kaum eine andere Band an diesem Wochenende bietet: echten Charakter. Fäuste recken sich in den Himmel, der Wind trägt den Staub über die Bühne – perfekte Kulisse für Wayfarers düstere Americana-Vision.
Mit Naxen folgt eine Premiere im Zelt: Zum ersten Mal stehen die Münsteraner auf dem Party.San-Spielplan. Ihr Black Metal ist kompromisslos, kalt und ungeschliffen – ganz bewusst ohne große Show. Leider ist der Sound verwaschen, was vor allem die Gitarren trifft. So rückt der Fokus auf den Sänger, der mit eindringlicher Präsenz und Stimme viel rettet. Trotzdem bleibt ein etwas diffuses Klangbild – schade, denn das Material selbst hätte mehr Wucht verdient. (MS)

Nifelheim sind tot, es leben Hellbutcher. Nachdem sich das Gustavsson-Duo überworfen hatten, scharte Sänger Per alias Hellbutcher eine neue Mannschaft um sich und überzieht die Metal-Welt seit dem vergangenen Jahr mit dem selbstbetitelten Debut mit der typischen und ureigenen Mixtur aus Heavy-, Speed-, Black- und Thrash Metal. Für das Intro greift der als einer der beiden größten Maiden-Fans ausgewiesene ganz oben in die Schublade: "Doctor Doctor" hatte ich zwei Wochen zuvor noch als Einstieg auf der "Run For Your Lives"-Tour in Stuttgart gehört, nun bedienen sich Hellbutcher des UFO-Klassikers für ihre Show. Iron Maiden selbst werden mit dem Instrumental "Losfer Words (Big ´Orra)" vom "Powerslave"-Album gewürdigt und den Abschluss bildet eine infernalische Version des Venom-Klassikers "Black Metal". Genau das ist der Rahmen, in dem sich Hellbutcher musikalisch bewegen. Optisch zelebriert die Band und nicht zuletzt Hellbutcher selbst die rohe Metal-Urgewalt. Rein musikalisch ist die Truppe, die Per Gustavsson zusammengestellt hat, weitaus filigraner und weniger chaotisch als Nifelheim unterwegs. Wenn man dieses Niveau auf einem weiteren Longplayer halten oder gar steigern kann, dann dürften Hellbutcher & Co. schon sehr bald auf einem wesentlich späteren Slot bei Dunkelheit auf dem Party.San auftauchen. Musik gemacht für die Bühne, samt mitreißender Performance.

 hellbutcher PSOA 2025 06 10 02 2025 02 08 PM 

hellbutcher

 Das schwedische Death-Thrash-Kommando Defleshed war tatsächlich 2002 schon einmal auf dem Party.San. Eingebrannt hat sich bei mir jedoch ein irrer Gig 2003 auf der Tour mit Taetre und Diabolical im Forellenhof Salzgitter zu seeligen "Royal Straight Flesh"-Zeiten bei dem man alles in Grund und Boden trümmerte, bevor man viele Jahre in der Versenkung verschwand. Bis man schließlich 2022 mit "Grind Over Matter" aus dem Nichts wieder auftauchte. Und es wirkt fast so, als wären Defleshed nie weg gewesen. Gustaf Jorde bevorzugt immer noch Kette statt Gurt am Bass, das "Elvis-Mikro" ist leider nicht mehr dabei, aber grimmig und angepisst wie 2003 blickt er immer noch drein. Für mich ist dieser Gig nicht nur mein persönliches Highlight des Festivals, sondern eine absolute Offenbarung: Songs von "Grind Over Matter", "Royal Straight Flesh" und "Under The Blade" – eine Performance ohne Schickimicki voll auf die Zwölf. So tödlich das Trio auf der Bühne agiert, so unglücklich agieren sie allerdings geschäftlich. Ich bin offensichtlich nicht der einzige, der sehnlichst auf die Rückkehr von Defleshed gewartet hat, Merch haben die Schweden leider nicht dabei, was bei vielen angesichts des überragenen Konzerts für Enttäuschung und Unverständnis sorgt. (JD)

 defleshed PSOA 2025 25 09 24 2025 09 44 PM 24 

Defleshed

Keine Masken, kein Corpsepaint, keine Showeffekte - Friisk kommen ohne jede Pose aus.
Ihr Sound ist roh, ehrlich, emotional und norddeutscher Black Metal mit Herzblut.
Der Song „Komm zurück...“ hallt lange nach, getragen von Überlänge und Gefühl.
Sie sind inzwischen mehr als nur ein Geheimtipp: Friisk beweisen, dass man auch ohne Pathos große Kunst schaffen kann. Wer aufmerksam hinhört, erkennt hier einen der zukünftigen Stammgäste auf dem Party.San. (MS)

Bei den Amis von Suffocation gönne ich mir eine Pause, um dann bei Brujeria wieder am Start zu sein. Die Band ist ein künstlerisches Kollektiv, bei dem sich über alle Dekaden ihrer Existenz ständig und dauerhaft die illustresten Musiker und Szene-Größen, mal mehr und mal weniger inkognito die Klinke in die Hand gegeben haben. Nachdem mit Pinche Peach und Juan Brujo 2024 gleich beide Frontmänner und Identifikationsfiguren von uns gegangen sind, war ich mir durchaus unsicher, ob dies zu kompensieren sein dürfte. Erstaunlicherweise stellte sich die Frage, ob man Brujeria auch nach dem Tod der beiden herzlichen Rauhbeine fortführen sollte, offensichtlich nie. Warum, das beweisen die Hispanics aus Kalifornien am heutigen Abend besonders eindrücklich. Brujeria sind nach wie vor eine ungeschliffen-groovige Death-Grind-Walze. Hatte ich den Sound von Heretic Warfare noch als "trocken" bezeichnet, so spottet das bei Brujeria jeglicher Beschreibung: gerade die Gitarren klingen so dermaßen fett, dass sie einfach alles wegdrücken. Musik muss nicht immer filigran sein um zu kicken – Brujeria klingen roh, simpel und ungeschliffen. Diese Band macht immer noch Freude. (JD)

 brujeria PSOA 2025 10 09 22 2025 08 40 PM 9 

brujeria

Dann wird es okkult. Drudensang betreten mit einer Sichel auf der Bühne die Tent Stage - Symbolik, die Programm ist. Was folgt, ist eine Mischung aus unheilvollem Ritual und chaotischer Klangwand. Growls aus der Hölle, alles mit Hall getränkt, Drums und Vocals verwaschen – aber gerade das erzeugt diesen unheimlichen Sog. Die Songs sind monumental, teils über 14 Minuten lang, doch es lohnt sich, dranzubleiben: Klargesang vom Gitarristen (fast übertönt, aber eindrucksvoll) und Soli von feiner Handarbeit. Ein Auftritt, der mehr auf Atmosphäre als Perfektion setzt - und genau das funktioniert. (MS)

Rotting Christ spielen danach in den Sonnenuntergang bzw. die in die anbrechende Dunkelheit hinein – die perfkekte Kulisse für die Griechen, um zu unterstreichen, was für eine herausragende Karriere die Band in rund dreieinhalb Dekaden hingelegt hat. Durch das überdimensionale Backdrop von meinem 1996er-Lieblingsalbum "Triarchy Of The Lost Lovers" werden meine Erwartungen nahezu ins Unermessliche gesteigert, leider spielen Rotting Christ doch tatsächlich nicht einen einzigen Song der Scheibe - weder "Archon", noch "King Of A Stellar War". Enttäuscht bin ich trotzdem nicht, denn bei 15 Studio-Alben hat die Band genug Stoff für diesen dargebotenen Siegenszug. Insgesamt beschränkt man sich weitgehend auf die letzten zehn bis fünfzehn Jahre der Diskografie. Mit "Non Serviam" greift man allerdings standesgemäß ganz tief in die Mottenkiste, "Societas Satanas" ist der dreckige Thrash Metal-Anker, der bei jedem Konzert heraussticht, so wie er sich in die atmosphärischen mediteranen Schwarzmetall-Epen einfügt. Der "kleine" Bandkopf Sakis Tolis ist ein "großer" Sympathie-Bolzen, der die Menge durch die Art, wie er seine Musik auf der Bühne lebt, in seinen Bann zu ziehen vermag. Gitarrist Kostis und Bassist Kostas sind mehr als nur "Sidekicks" - die beiden heben die Show nicht nur musikalisch, sondern noch mehr durch ihre Spielfreude auf ein fast überirdisches Niveau. Dieser Auftritt unterstreicht, was Rotting Christ im vergangenen Jahr mit "35 Years Of Evil Existance – Live In Lycabettus" auf Tonträger gebannt haben. Der Welt entrücken, das schienen zuvor auch Drudensang gewollt haben. In Sachen Schwarzmetall sind die Bajuvaren schon lange mindestens ein Geheimtipp. Die Bühne ist in Weihrauch und noch mehr Nebel gehüllt, so dass man die stilvoll und mit viel Liebe zum Detail ausstaffierte Bühnendeko sowie die Musiker im spärlichen rötlich-gelben Licht nur erahnen kann. Soundmäßig sind Drudensang leider auch keine Offenbarung, was jedoch im Zelt schon immer mal wieder ein grundsätzliches Problem ist. Gerade im hinteren Bereich ab Höhe der Mischereinheit wird der Sound oft extrem matschig und die Anlage etwas schwachbrüstig.

 rotting christ PSOA 2025 2 09 24 2025 09 57 PM 1 

rotting christ

 drudensang PSOA 2025 2 09 24 2025 09 51 PM 1 

drudensang

Anlässlich des 30jährigen Jubileums von "Domination" hatte ich trotz der Finte von Rotting Christ keine Bedenken, dass David Vincent und I Am Morbid das Backdrop zur Scheibe nur für die reine Optik hinter dem Drum-Podest plaziert hatten. Hinter letzterem sitzt bei diesem Gig mit Pete Sandoval ein alter Bekannter aus Morbid Angel-Zeiten. Zum Auftakt geht es dann auch gleich mit "Dominate", "Where The Slime Lives", "Dawn Of The Angry" und "Blood On My Hands" gleich mal ordentlich los, so dass ich schon denke, hier wird jetzt das kompletten "Domination"-Album runtergezockt. Vincent & Co. lassen jedoch noch Platz für weitere Klassiker: "Rapture", "Blessed Are The Sick", "Immortal Rites", "Maze Of Torment" oder "Chapel Of Ghouls" lassen keine Wünsche offen. Dass David Vincent, die Keyboard-Passagen "singt", darf man mögen oder nicht. Insgesamt ist der Auftritt absolut stark. Vincent zeigt sich wie schon im Vorjahr mit Vltimas als sympathischer Frontmann mit Sinn für Humor und (Selbst-)Ironie. Wie schon auf dem In Flammen wissen mich I Am Morbid vollends zu überzeugen, was Morbid Angel sowohl mit Steve Tucker, als auch mit David Vincent nie geschafft haben. (JD) 

i am morbid PSOA 2025 19 10 02 2025 02 43 PM 18
i am morbid

Kommen wir nun zum Headliner dieses Tages und kann ich gar nicht beschreiben, wie sehr ich mich darauf gefreut habe, seitdem verkündet wurde, dass sie auf dem Party.San auftreten werden. Die Rede ist von Triptykon, welche ja nicht nicht das erste Mal das Party.San beehren, aber dieses mal unter dem Motto „... plays Celtic Frost“! Wie grandios ist das denn bitte?!? Die Band hat ja immer wieder mal Frost-Songs in ihre Sets integriert, aber auch gerne mal anders interpretiert, z.B. in Bezug auf die Geschwindigkeit, was ja auch cool klang. Aber nachdem ich den Livestream des Auftritts auf dem Rock Hard Festival 2023 gesehen habe, bei dem Triptykon auch unter entsprechendem Motto performten und die Songs in originaler Geschwindigkeit gespielt wurden, sind meine Hoffnungen natürlich groß, dass ich heute Abend das gleiche erleben darf. Ich hatte ja das Glück, Celtic Frost 2006 auf dem Wacken und 2007 in Hamburg noch zusammen mit Martin E. Ain (R.I.P.) erleben zu dürfen, aber das ist ja auch schon wieder ewig her. Zeit für eine Auffrischung und so stehe ich nun total aufgeregt und voller Vorfreude im rechten Bereich der Bühne sehr weit vorne. Die Bühne ist in mystisch-blaues Licht getaucht, im Hintergrund hängt in einer prächtigen Größe das „To Mega Therion“-Artwork - was für ein herrlicher Anblick, rechts und links an den Boxen jeweils ein Triptykon-Banner. Unter diesem Eindruck ertönt „Totengott“ von „Monotheist“! Ich war ja schon immer sehr von der pechschwarzen und bösen Atmosphäre dieses Songs angetan und somit war ich sofort gefangen von der in der Luft liegenden Spannung, die förmlich zu spüren ist. Den Leuten um mich herum geht es, ihren Gesichtern nach zu urteilen, nicht anders. Mittlerweile haben Johannes Großmann, Vanja Šlajh,V. Santura und natürlich der Maestro himself, Tom G. Warrior, die Bühne betreten. Applaus erschallt, die Saiteninstrumente ertönen und mit grellem Licht und Feuerzauber geht es direkt über in „Circle Of The Tyrants“! Bombastisch! Und ich merke wie die Gänsehaut auf mir wächst, denn zu diesem Song habe ich eine besondere Verbindung. Im Frühjahr '93 hörte ich zum ersten Mal den Obituary-Klassiker „Cause Of Death“ und war sofort Feuer und Flamme. Vor allem für einen Song namens „Circle Of The Tyrants“. Ein Coversong wie ich erkannte, und da es noch kein Internet gab und meine damaligen Kumpels auch nicht weiterhelfen konnten, dauerte es etwas, bis ich wusste, dass das Lied von Celtic Frost ist. Keine Ahnung, auf welchem Album dieser Song ist und so habe ich mir im Herbst '93 als 14-jähriger „To Mega Therion“ gekauft. Als die ersten Töne in meinem Hirn ankamen, war es absolut um mich geschehen! Und diese Euphorie und das Wissen, dass das genau meine Musik ist, sind jetzt wieder genauso frisch wie damals. Gut, meine Euphorie und meine Liebe zu Celtic Frost sind seitdem niemals verklungen oder weniger intensiv geworden, aber gerade fühlt es sich besonders so an wie damals! Herrlich! Um mich herum auch nur Freude pur, abgesehen von einer miesepetrigen Dame, die aber zum Glück schnell von dannen zieht. Jetzt aber erst mal worshippen, eintauchen und bangen! Als nächstes folgt „The Usurper“! Wie geil ist das denn bitte? Ich liebe diesen Song und ich bin echt total drüber vor Freude. Der Sound ist übrigens absolut spitze, genauso wie die variable Beleuchtung, welche neben erwähnten Blautönen grelles Licht und rote, gelbe und grüne Farbtöne beinhaltet. Nun gibt es das Groovemonster „Return To The Eve“ für uns und auch hier kann und will ich nicht einfach stillhalten und gebe mich diesem Klassiker hin. Es ist einfach nur herrlich, das alles in seiner richtigen Geschwindigkeit (ja, es ist wahr geworden – Anm. d. Verf.), mit diesem Gitarrensound und dieser Stimme zu hören. Kurz dem Midtempo hingegebend, werden wir mit dem nächsten Klassiker verwöhnt und zwar mit mighty „Into The Crypt Of Rays“ und ich erinnere mich, wie ich als Teenager den Song rauf und runter gehört habe. Bis heute hat er nichts von seiner Herrlichkeit verloren! Supergut! Genauso wie das umwerfende „Procreation Of The Wicked“. Ich freue mich so unfassbar dolle, das kann ich gar nicht beschreiben. Generell machen Triptykon alles richtig und die glückseligen Leute um mich herum sind der Beweis dafür. Cool sind auch die drei jungen Herren hinter mir. Ich kann das Alter von Personen ja schlecht einschätzen aber älter als 18 waren sie nicht und dazu alle mit Patronengurten, Nietenarmbändern und jeweils einem riesigen Grinsen im Gesicht. Das zeichnet die Zeitlosigkeit der Musik von Celtic Frost für mich aus, die auch nach Jahrzehnten immer wieder aufs Neue (junge) Menschen für sich begeistern kann. Sei es wie bei mir vor 32 Jahren oder jetzt. Klasse! Das letzte Album „Monotheist“ soll natürlich auch nicht zu kurz kommen und so gibt es nach „Totengott“ nun das eindringliche Lied „Ground“ für uns. Genial! Der Song erschlägt einen förmlich. Vanja und Satura bangen wie Sau dazu. Dieses machen sie generell schon die ganze Zeit und es ist toll zu sehen, wie sehr sie in den Liedern aufgehen und sie (er)leben. Tom G. Warrior ist auch voll in seinem Element, interagiert nicht nur während der Songs immer mal wieder mit dem Publikum. Johannes sitzt auch nicht nur stocksteif hinter seinem Drumkit. „Into The Pandemonium“ wurde noch nicht Tribut gezollt, aber nun ist es an der Zeit und es ertönt „The Sorrow Of The Moon“ und ich sitze gedanklich schon wieder wie früher stundenlang vor meiner Musikanlage. Der eine ältere Herr hinter mir kann seine Freude auch nicht verbergen und das absolut zu Recht. Nun wird es kurz etwas ernster, denn Tom widmet den nun folgenden Song dem leider zu früh verstorbenen Martin E. Ain, der für ihn viel mehr als nur ein Mitmusiker war. Und so tauchen wir nun mit diesem grandiosen Musiker im Hinterkopf in das kolossale „A Dying God Coming Into Human Flesh“ ein und es packt mich so sehr, dass ich mein Umfeld nicht mehr richtig wahrnehme. Das liegt absolut nicht am von mir massig konsumierten Alkohol. Auch der Kult „Dethroned Emperor“ ist Martin gewidmet und meine geballten Fäuste strecken sich bei diesem Konzert zum weiß-ich-nicht-wievielten Mal gen Himmel, ob dieser Herrlichkeit, die ich hier gerade erleben darf. Der auf Hellhammers „Buried And Forgotten“ basierende Song „Necromantical Screams“ ist auch einer der Songs, von dem ich immer besonders angetan war/bin und umso erfreuter bin ich, diesen nun live mit Haut und Haaren durchleben zu dürfen.

 triptykon PSOA 2025 07 09 29 2025 08 43 PM 6

triptykon

 Was für ein intensiver Genuss! Nun schwenken wir noch einmal zu „Monotheist“ und es ertönt „Synagoga Satanae“. Mit diesem langen Ungetüm habe ich nun wirklich nicht gerechnet und umso überraschter und erfreuter genieße ich diesen düsteren und blasphemischen Epos. Nach diesem Monolithen läutet, analog zum „Monotheist“-Album nun „Winter (Requiem, Chapter Three: Finale)“ das Ende dieses einfach nur überwältigenden Erlebnisses ein. Die ganze Band kommt nach vorne und verbeugt sich mehrfach (O-Ton Tom G. Warrior: „Triptykon verbeugt sich vor Euch“) und wir verbeugen uns unter wirklich tosendem Applaus vor der Band, während sie die Bühne verlässt. Was für ein überragendes Konzert und ich bin absolut glückselig, dass ich das erleben durfte. Danke Triptykon und danke Party.San für dieses intensive Erlebnis! Es ist auch einfach nur schön, all die glücklichen Menschen um mich herum zu sehen. Die drei Teenager hinter mir haben auch immer noch ihr Grinsen im Gesicht, es gibt einen kurzen Schnack, nach welchem alle drei mir ihre Pfandbecher schenken. Vielen Dank dafür, warum auch immer, haha. Dann noch eine kurze Unterhaltung mit dem ebenfalls erwähnten älteren Herren über das gerade Erlebte und über die Herrlichkeit von „Into The Pandemonium“ und ich verschwinde mit dem Wissen, Zeuge eines absoluten Höhepunkt des diesjährigen Party.Sans gewesen zu sein, in die dunkle Nacht. (Rudi)

 

 

 

 

 

 


Samstag

Donnerstag, 09.08.2025

Der finale Party.San-Samstag beginnt mit Sonne und wie immer traditionell mit dem alljährlichen Frühschoppen im stickigen und muffigen Zelt. Es ist Zeit für Deathpunk. Ass Cobra waren vor einer Woche noch hochoffiziell auf den Welt-Turbojugend-Tagen in Hamburg unterwegs. Nun macht sich das Turbonegro-Tribute-Quintett aus Thüringen auf, die Party.Sanen in Wallung zu bringen. Was angesichts von Klassikern wie "I Got Erection", "Are You Ready", "Wasted Again", "Boys From Nowhere" oder "Prince Of The Rodeo" keine Kunst ist. Zumindest, wenn die Songs der Originale so zelebriert werden. Und es sind nicht nur die zahlreich in Kutte erschienenen Turbojugend-Chapter, die die Musik der norwegischen Kultband leidenschaftlich abfeiern. Wann spielt eigentlich das Original mal auf dem Party.San? (JD)

 ass cobra PSOA 2025 7 09 22 2025 06 35 PM 6 

ass cobra

Macbeth kannte ich früher nur vom Namen her, bis Olaf vom Zephyr's Odem mal vor zwei, drei Jahren ein Feature über den Band gepostet hat. Anschließend hörte ich mir mit Begeisterung ihre Musik an und wollte die Band nun endlich auch mal live sehen. Das hätte ich aber beinahe vergessen und somit großen Dank an den Menschen, der mich daran erinnert hat, dass sie gleich spielen werden. Noch schnell ein frisches Bier in die Hand und ich betrete, die Band hatte schon um 11:00 Uhr angefangen, ein prall gefülltes Zelt und blicke in viele freudig schauende Gesichter. Die Menschenmenge und die Freude erklären sich mir dann auch wirklich sehr schnell, denn ich erlebe gerade eines der Highlights dieses Festivals. Was für atemberaubend tolle Musik ich hier doch gerade erleben darf, einfach nur herrlich. Eine kompositorisch packende und feurige Mischung aus melodischen Death Metal, mit einem Hang zu lang ausgespielten und mich an frühe At The Gates erinnernde Melodiebögen, und fetten Thrash Metal mit angenehmen Bay Area-Flow, gespielt mit einer Intensität und Spielfreude, dass es mich sofort mitreißt. Dazu dann dieser tolle, sehr charismatische Gesang in Kombination mit sehr gelungenen deutschen Texten. Das hat schon was. Die Band hat auch so richtig Bock darauf ordentlich abzurocken und steigert sich zusammen mit dem enthusiastischen Publikum zu einem emotional sehr intensiven Moment des Erlebens... Das ist eindeutig METAL pur, gebettet in einen wirklich sehr guten und fetten Livesound! Die Melodien der Band sind aber auch echt der Wahnsinn und wirken so richtig tief in mir und ich erwische mich immer wieder dabei, wie ich denke, wie hammergeil das doch gerade ist, was ich hier höre und wenn ich mich so umsehe, geht es mir definitiv nicht alleine so. Ich werde mir definitiv, wenn der Geldbeutel wieder etwas voller ist, ihre Scheiben kaufen müssen. Toll ist übrigens auch das kurze verbale und musikalische Andenken an den vor kurzem verstorbenen Ozzy. Gepackt von diesem tollen Konzert vergesse ich wahrlich die Zeit und verpasse den Anfang von Scalpture.

 macbeth PSOA 2025 14 10 02 2025 03 04 PM 16 

macbeth

Also schnell noch ein neues Köstritzer auf die Hand als Macbeth fertig sind und rüber zur Hauptbühne, um mir eine Runde erstklassigen Death Metal zu gönnen. Diese Idee hatten nicht gerade wenige und so ist es kurz nach 12:00 schon gut gefüllt. Natürlich lassen es sich die todesbleiernen Kollegen aus Ostwestfalen-Lippe nicht nehmen, ihren Kumpels Tobias (Gitarre), Felix (Gitarre), Niklas (Bass), Moritz (Drums) und Thorsten (Gesang) bei ihrer großen Sause zu zuschauen und so treffe ich auch gleich auf Leute von Wilt und Evoked, zu denen ich mich gerne geselle. Vor drei Jahren spielten Scalpture auf dem Party.San noch im Zelt und nun haben sie die Ehre am Samstag die Hauptbühne zu eröffnen. Nicht nur dass sie dieses Jahr ein sehr beeindruckendes neues Album veröffentlichten, sie haben seit „Feldwärts“ exzessiv in vielen Clubs gespielt haben und wie ich in Göttingen beim Gig mit Carnal Tomb und Purgatory feststellen konnte, ihre Performance nochmal sehr gesteigert. Und was in einem kleinen, schwitzigen Club funktioniert, klappt im Falle dieser Band auch auf einer großen Bühne und zeigt abermals das Potenzial, das in ihr steckt. Versorgt mit einem wirklich tollen und fetten Livesound, der alle Beteiligten top zur Geltung bringt, haben Scalpture wirklich Bock, das Ding zu rocken, denn so eine Möglichkeit ergibt sich ja auch nicht alle Tage. Besonders wenn du selber Fan des Festivals bist. Dementsprechend hochmotiviert zimmern uns die Herren ihren, in der alten Schule wurzelnden, aber nicht mehr alleine darauf festzulegenden Death Metal um unsere Ohren, dass es eine wahre Freude ist. Stillstehen kann ich dabei auf alle Fälle nicht! Scalpture zeigen sich auch sichtlich begeistert, dass die hungrige Meute ihren Sound zu so einer frühen Zeit schon so wohlwollend aufsaugt. Das ist bei den Songs auch kein Wunder. Es wird uns ein Querschnitt ihres bisherigen Schaffens mit Hauptaugenmerk auf den letzten beiden Scheiben geliefert, der es in sich hat. Was kann bei Songs, wie z.B. „Hinterlandsymphonie“, „Schwedentrunk“, „Til Jeret Undergang“ (mit englischer Ansage gegen Krieg und Unterdrückung, damit es auch alles verstehen können) auch schon schief laufen. Was mir neulich schon in Göttingen im kuscheligen Freihafen auffiel, wird auf der großen Bühne, wo die Mitglieder weiter auseinander stehen, noch deutlicher: die Band ist in sich eine absolut verschmolzene, perfekt aufeinander abgestimmte Einheit. Das zeigt sich nicht nur musikalisch, sondern auch optisch. Sehr geile Sache. Es macht auch echt Bock zu sehen, wie Scalpture während der Songs absolut in diese eintauchen, nur um danach freudestrahlend wieder im Hier zu sein, um ihren Moment zu genießen. Freude bringt uns auch der überraschende Schuss von Esmiralda während ihres Songs „Flattened Horizons (Pounding Howitzers)“. Da hat nun wirklich keiner mit gerechnet. Falls ihr Scalpture bisher noch nicht live erlebt habt, solltet ihr das echt nachholen. Anschließend laufen mir noch breit grinsend die werten Herren Raphael und Hendrik vom famosen Amboss Mag über den Weg und wir begeben uns kurz in den Backstage-Bereich, um der Band zu ihrem Hammergig zu gratulieren.

Danach treffe ich erfreulicherweise meinen Vornamensvetter, der sich wie ich die nun folgenden Blockheads aus Frankreich anschauen will. Wir hatten uns schon am Vortag über die uns bisher nur vom Namen her bekannte, seit Anfang der 90er existierende Band unterhalten, da wir gehört haben, dass sie old schooligen Death/Grind spielt. Die Hoffnung auf ein uns zusagendes Gebretter ist dementsprechend hoch und die nun kommende dreiviertel Stunde zeigt uns, dass es goldrichtig war unsere Hintern vor die Bühne zu schleppen. Was für ein geiles Brett! Absolut packende und sofort ins Bein gehende Songs ballern uns da mit fetten und top abgemischten Sound entgegen, die mir mal wieder zeigen, dass es davon für meinen Geschmack ruhig (wieder) noch mehr auf dem Party.San geben kann und wenn ich so sehe, wie die Leute abgehen, ist dieser Wunsch nicht nur meiner. Eine sehr enthusiastische Crowd feiert diesen herrlichen Mix aus Blastbeats, Groove, Crust und Death Metal, der mich an alte Napalm Death, Assück, S.O.B., Terrorizer, Disrupt, Agathocles und Co. erinnert, mega ab und die Band steht den Fans in nichts nach. Das Alter ist den Musikern zwar anzusehen, aber zu spüren ist davon gar nichts, denn sie bewegen sich sehr agil auf der Bühne und lassen sich von der Power und der Rhythmen ihrer muSICK ordentlich mitreißen. Das sind Leute die ihren Sound mit jeder Zelle ihres Körpers leben und zelebrieren. So muss das sein! Von dieser Energie und den echt arschgeilen Songs angesteckt, bildet sich ein ansehnlicher Circle Pit voller breit grinsender Menschen. Herrlich. Da lässt es sich der sehr sympathische Sänger, der echt Hummeln im Hintern hat, nicht nehmen von der Bühne runterzuklettern, um mitten im Pit weiter zu grunzen, schreien, zu keifen und sich auf dem Boden zu wälzen. Nur geil, so wie der ganze Gig an sich. Mit der Band muss ich mich mal intensiver beschäftigen. Was mich bei Blockheads, wie bei Napalm Death, wirklich wieder sehr freut, ist die sehr positive Aufnahme von Ansagen gegen Faschismus, Rassismus und Sexismus, die mit lautem Applaus bedacht werden. Tut echt gut.

Anschließend betreten die Franzosen Necrowretch die Hauptbühne. Der Name ist mir schon länger bekannt und ich glaube mir auch schon mal was von denen angehört zu haben. Und da mein Vornamensvetter mir rät, am Start zu bleiben und unser Kumpel Jamie aus Hannover extra für Necrowretch heute gekommen ist, schaue ich mir das Ganze mal an. Nach einem düsteren Intro legt das sehr motivierte Quartett auch ordentlich los und brettert uns einen höllischen Sound entgegen. Zwei der Mitglieder tragen Black Metal - Shirts (Darkthrone und early Emperor) und das ist meiner Meinung nach auch in ihrer Musik zu hören, denn neben dem eindeutigen Todesblei-Flair fließt eine Menge Schwarzmetall durch ihre Noten. Auch der Gesang kann das nicht verleugnen und so schreit sich der Sänger bösartig und bestialisch durch die wirklich coolen Songs, die nicht nur einfaches Geschredder sind, sondern durch viel Variation und vor allem durch packende Rhythmen zu überzeugen wissen. Da stört auch die knallende Sonne nicht, wobei so ein Sound im Dunkeln sicherlich noch cooler rüberkommt. Auch die Franzosen sind wieder mit einem top Livesound ausgestattet, was ihren selbsternannten Satanic Death Metal wirklich gut zur Geltung bringt. Echt geile Mucke muss ich sagen, aber so gut mir ihr Gig auch gefällt, die letzten Tage und vor allem die gnadenlose Sonne und die für mich heftige Hitze lassen mich erstmal den Rückzug ins Schattige antreten, um etwas zu regenerieren, denn heute stehen noch einige hochkarätige Bands in den Startlöchern. (Rudi) 

Während sich die Blockheads anschicken, nach dem old-schooligem Death Metal von Scalpture mit klassischem Hochgeschwindigkeits-Deathgrind noch eine Kohlenschippe draufzulegen, versacke ich bei den Kollegen und Freunden von Maere im Camp und komme erst nach Necrowretch zu Schizophrenia wieder auf´s Gelände. Die belgischen Death-Thrasher haben sich in den letzten Jahren zu einer heftigen Live-Institution gewandelt, wobei mir das Quartett auf Konserve oft zu hektisch agiert. Ich hoffe mal, dass es Schizophrenia gelingt, ihre Haupteinflüsse zwischen Slayer und Morbid Angel auf dem Nachfolger des 2022er-Debuts "Recollections Of The Insane" besser zum verschmelzen. Nach der optischen Zeitreise in die späten Achtziger kommen Analepsy zwar nicht weniger brutal, aber bei weitem nicht so mitreißend daher. Zumindest, wenn man mit dem (technisch zwar versierten – Anm. d. Verf.) "stumpfen" Slam-Death-Geprügel der Portugiesen im Speziellen, wie musikalisch im Allgemeinen fremdelt. Ereb Altor holen mich da schon mehr ab. Die Schweden ehren seit mehr als 20 Jahren das episch-metallische Erbe von Quorthon und haben sich dabei mit inzwischen zehn Longplayern längst vom Vorbild Bathory emanzipiert. Obwohl ich bis heute kein einziges Album von Ereb Altor besitzte, kann ich den Status der Band nachvollziehen. Denn besser kann man epischen Viking-Metal kaum zelebrieren, ohne in Fremdscham-Klischees abzudriften. (JD)

 ereb altor PSOA 2025 04 09 30 2025 07 20 PM 3 

ereb altor

Wer sich ins Zelt wagt, weiß: Hier wird’s heiß. Dödsrit ziehen am frühen Nachmittag so viele Leute an, dass kaum noch Platz zum Atmen bleibt. Die Luft flimmert, Schweiß tropft von der Decke – und auf der Bühne lodert Melancholie in Melodieform. Ihr melodischer Black Metal mit hohem Instrumentalanteil wirkt fast tranceartig. Längere Passagen ohne Gesang lassen Raum für Atmosphäre, für dieses bittersüße Gefühl, das zwischen Raserei und Ruhe pendelt. Ein Auftritt wie ein emotionaler Sturm. Das Zelt tobt, und nach dem letzten Ton bleibt nur: Schweigen. Und dann: Applaus. Laut und verdient. (MS)

US-Death-Metal der alten Schule gibt es danach mit den Skeletal Remains auf die Ohren, wobei die 2011 gegründeten Amis zwar live durchaus liefern aber insgesamt stilistisch auch recht unspektakulär sind. Das ändert sich danach mit der Relapse-Legende Pig Destroyer, die einen Grindcore-Abriss erster Güte liefern, schnell, eklig-disharmonisch und hektisch mit einer assigen Punk- und Hardcore-Attitüde. (JD)

 Pig Destroyer PSOA 2025 2 09 19 2025 05 22 PM 1 

pig destroyer

Und nun kommen wir zu einem Konzert, auf das ich mich schon seit dem letzten Party.San freue, als ich las, dass sie dieses Jahr hier spielen. Die Rede ist von den wirklich umwerfenden Death Metallern Nightbearer, die ich ja schon seit Jahren abfeiere, deren Scheiben regelmäßig bei mir laufen und die mit ihrem aktuellen Longplayer „Defiance“ wirklich ein absolutes Meisterwerk abgeliefert haben. Deswegen darf ich natürlich keinen Moment davon im Zelt verpassen. Da sind die angestaute Hitze und die verbrauchte Luft im Zelt nicht von Relevanz und so stehe ich nun mit zwei frisch gezapften Köstritzer, welches mir die immer nette und freundliche Thekencrew (muss ja auch mal erwähnt werden) soeben kredenzte, in der ersten Reihe und freue mich auf das was nun kommen wird, denn ich habe Nightbearer tatsächlich noch nie live gesehen. Mit den Klängen zu „Dust“ betreten Michael Torka (Gesang), Dominik Hellmuth (Leadgitarre), Manuel Lüke (Drums), Florian Böhmfeld (Bass) und Tristan Schubert (Rhythmusgitarre) in blauem Licht gehüllt die Bühne und was dann kommt übertrifft meine kühnsten Erwartungen, denn die kommende halbe Stunde wird einfach nur ein Traum. Ausgestattet mit einem umwerfenden und schön differenzierten Sound reißt die Band sehr präzise eine Lehrstunde im Fach klassischer Old School Death Metal der schwedischen Art und grandiosen Melodien ab, denn nach dem Intro geht es auch gleich wie auf „Defiance“ mit dem umwerfenden „His Dark Materials“ weiter und es ist einfach nur herrlich, das live erleben zu dürfen. Gerade das abschließende Solo mit Blind Guardian-mäßiger Melodie ist einfach nur Gänsehaut pur. Es ist der Band auch eindeutig anzumerken, dass das nicht ihr erstes Konzert ist und so legen sie all ihre Erfahrungen in diesen Gig, denn sie wissen genau, dass das gerade IHR Moment ist, und geben wirklich alles und ich spüre diese Euphorie und Energie eindeutig, lasse mich von ihr anstecken und genieße wirklich jeden Moment dieses absolut grandioses Konzertes. Da stört auch die heftige Hitze und die stickige Luft im Zelt zu keinem Moment. Hier regiert der Death Metal der alten Schule in allerhöchster Qualität, was ich mit akkuratem Abgehen liebend gerne unterstütze. Die Jungs haben echt Bock, bewegen sich ordentlich auf der Bühne und lassen ihre Nackenwirbel gut rotieren. Sowas mag ich ja, wenn die Band nicht nur rumsteht und ihr Set runterzieht, sondern in ihrer Musik aufgeht und auch selber Bock hat, ordentlich abzugehen. Die Euphorie ist auch in Michas Ansagen zu spüren und so führt er uns gut gelaunt durch das Konzert. Als nächstes steht „The Dragon Reborn“ vom Zweitling „Ghosts Of A Darkness To Come“ an der Reihe. Noch so ein geiler Song. Ich komme aus dem Grinsen gar nicht mehr heraus. Zwischendurch drehe ich mich immer wieder mal um und sehe nur strahlende Gesichter in einem zum bersten gefüllten Zelt! Der Hammer und wirklich absolut verdient, denn Nightbearer sind Herzblut pur. Ein breites Grinsen ist auch der Band ins Gesicht gezimmert, die überwältigt von unserer Resonanz sichtlich ergriffen ist. „Lycanthrophic Death Squad“, der Hit des ersten Longplayers „Tales Of Sorcery And Death“ folgen als nächstes und bei diesem Groovemonster gibt es wirklich kein Halten mehr. Killer! Richtig gelungen finde ich auch die Lightshow während des gesamten Konzerts, die die Stimmung toll untermalt und von den Farben her, meiner Meinung nach die dominanten Farbtöne der Artworks ihrer drei Longplayer nutzt. Sieht echt cool aus. Wenn wir schon beim Debüt sind, geht es mit dessen Opener „Beware The Necromancer“ auch gleich weiter. Mittlerweile hat mein Kumpel Dunemann seine Bilder gemacht und sich mit einer lecker Gerstensaftkaltschale zu mir gesellt. Sehr schön, denn mit guten Freunden macht das Abgehen doch am meisten Spaß. Gerade wenn es sich um so geilen Todesblei wie den von Nightbearer handelt. Meine Freude ist wahrlich riesengroß. Was für ein tolles Konzert. Welches ja leider viel zu kurz ist und so wird mit „Dying Knows No Bound“ vom aktuellen Album der leider schon vorletzte Song angekündigt. Wehmut ist hier aber fehl am Platze, denn es heißt bei diesem Brett nochmal die letzten Kraftreserven zu aktivieren. Mittlerweile bestehen meine Klamotten glaube ich auch nur noch aus Schweiß statt aus Stoff! Aber was muss, das muss! Was gibt es besseres, als ein grandioses Konzert mit dem Titelsong des aktuellen Monsteralbums abzuschließen und so wird mit „Defiance“ wirklich nochmal alles in mir motiviert und nach den letzten Tönen des Songs stehe ich einfach nur baff und völlig euphorisiert vor der Bühne und hoffe, dass ich Nightbearer bald mal wieder live sehen kann. Das wäre der Hammer! Zum Schluss gibt es noch eine Gruppenphoto mit allen Fans und so werden wir sehr glücklich in die glühende Sonne entlassen.

 nightbearer PSOA 2025 17 10 02 2025 04 34 PM 16 

nightbearer

Nachdem ich mich schon die ganze Zeit tierisch darauf gefreut habe, ist es jetzt nun endlich soweit, denn die umwerfenden Night In Gales werden gleich im Zelt loslegen. Ich finde diese Melodic Death Metal - Institution ja wirklich einfach nur genial und ihr Sound ist für mich wunderbar, weshalb ich mich auch erneut mit frischem Bier in der ersten Reihe positioniert habe. Da muss ich einfach ganz vorne mit dabei sein und ich bin echt gespannt, welche Songs sie aus ihrem reichen Fundus wohl spielen werden, immerhin stehen ihnen nur 30 Minuten zur Verfügung. Mein Plan nicht ganz so betrunken zu sein, wie bei ihrem Gig zum 30. Geburtstag von Final Cry in Hannover, ist nicht so ganz aufgegangen, aber immer noch besser als das In Blackest Velvet, Night In Gales, Dew-Scented-Konzert 2001 in Salzgitter im Forellenhof, denn da kann ich mich nur noch teilweise an Dew-Scented erinnern. Egal, denn es geht endlich los und Christian (Gesang), Tobias (Bass), Adriano (Drums) und die Brüder Frank und Jens (beide Gitarre) betreten zu einem schönen Intro sichtlich motiviert die in blaues Licht und Nebel gehüllte sowie jeweils links und rechts von sehr cool aussehenden Sidedrops eingegrenzte Bühne mit dem grandiosen Bandlogo im Hintergrund und legen los. Und zwar mit „Dawnlight Garden“, dem Titelsongs ihres Albums von 2020. Knaller! Gepackt in einen wirklich sehr geilen und fetten Livesound macht sich schon beim ersten Song die große Stärke dieser Band sofort bemerkbar: Umwerfende, packende und emotional sehr mitreißende Melodien gepaart mit bestem Death Metal. Also die ursprüngliche Melo-Death-Schule, so wie ich sie liebe. Anfang der 2000er hatte sich die Band vom Sound her zwar etwas geöffnet, aber für sich festgestellt, dass nur die alte Lehre für sie Sinn macht (nachzulesen im famosen Mørkeskye – Anm. d. Verf.). Das stellen sie mit dem nun folgenden „The Spears Within“ von 2018 mächtig unter Beweis. Wie bereits erwähnt, hat die Band echt Bock, ist bewegungsfreudig und ordentlich am Bangen und Posen, dass es eine wahre Augenfreude ist. Hier wird nicht nur runtergezockt, sondern der eigene Sound erlebt und ausgelebt. Bei solch einer umwerfenden Musik, kann auch keiner unberührt bleiben und um mich herum sehe ich nur strahlende Gesichter und das Zelt ist auch so richtig gut gefüllt. Klasse, das freut mich für die Jungs wirklich sehr. Weiter geht es mit der Hymne „Into The Evergrey“ vom aktuellen Killeralbum „Shadowreaper“. Der Song ist echt sowas von geil, Leute. Als ich das erste Mal das Video sah und hörte, fühlte ich mich sofort in die 90er zurück versetzt, als ich als Teenager vor meiner Anlage saß und mich ergriffen dem Göteborg-Sound hingab. Das ist jetzt nicht anders und ich komme vor Freude gar nicht mehr aus dem Strahlen heraus. Danke dafür Jungs! Kollege Dunemann ist jetzt auch wieder mit dem Fotografieren fertig, hat sich zu mir nach vorne gesellt und mein Vornamensvetter ist ebenfalls anwesend und so feiern wir die Band jetzt gemeinsam ab. „Transition To Doom“ ist dafür auch wie gemacht. Im Rausch der Freude fordern Dunemann und ich den Klassiker „Razor“ und wir haben tatsächlich Glück und nicht nur wir sind entzückt, dass der Song jetzt kommt. Die Stimmung im Zelt kocht und das nicht nur wegen der Hitze. Und dem nicht genug, denn der nächste Klassiker wird uns um unsere Ohren gezimmert, nämlich „Autumn Water“ von „Towards The Twilight“. Wie schön und wenn Night In Gales schon in der alten Schatzkiste kramen, servieren sie uns dann auch noch „Sylphlike“! Ganz grooooßes Kino! Was für ein herrlich intensives und mitreißendes Konzert. Aber auch dieses geht leider irgendwann zu Ende und wird mit einem Klassiker beendet. Aber kein eigener, denn es gibt Iron Maiden ,mit ihrem gleichnamigen Song auf die Ohren und so gehen alle nochmal ordentlich ab und verlassen mehr als zufrieden das Zelt. Danke für dieses tolle Konzert Night In Gales! Ich bin zutiefst zufrieden. Und falls Night In Gales bei euch bisher unter dem Radar liefen und ihr Fans von mitreißenden feurigen, intensiven und von Herzblut angetriebenen Melodic Death Metal der alten Schule seid, ist diese Band für euch Pflicht!

 night in gales PSOA 2025 09 10 02 2025 03 17 PM 8

night in gales

Ich habe Grave über die Jahre schon ein paar mal live gesehen, aber immer mit Ola Lindgren am Gesang. Natürlich kam mir öfter mal der Gedanke, wie geil das wäre, die Songs auch mal mit Jörgen „The Voice“ Sandström zu hören, da ich sein Organ ja absolut liebe, aber dass das mal passieren würde, hielt ich für unwahrscheinlich. Umso fassungsloser war ich, als ich las, dass Grave auf dem Party.San 2025 mit Jörgen am Gesang auftreten und nur Songs der ersten drei Alben spielen werden! Der Wahnsinn und dann kam noch dazu, dass Jonas Torndal an der Gitarre und Jensa Paulsson auch mit am Start sind und wir Grave mit dem „Into The Grave“-Line Up sehen werden! Unfassbar! Ich war ja schon sehr gespannt, vor allem wie Jörgens Stimme so sein wird, und nun stehe ich aufgeregt und gut betrunken, wie sehr viele andere vor der Bühne auch, und warte, dass es losgeht. Ein frisches Bier darf da natürlich nicht fehlen. Mit dem Titelsong des soeben erwähnten ersten Albums geht es dann auch, ausgestattet mit derbem und herrlich brutalen und gut abgemischten Livesound, gleich heftig los und das für mich wichtigste wird auch sofort geklärt, als Jörgen seinen Mund öffnet, um uns mit einem Schwall aus Kadaverschleim, rottigem Blut und geplatzten Maden zu übergießen: Seine Stimme ist immer noch der absolute Hammer und genauso grandios, derbe und heftig wie früher! Was für eine Offenbarung und ich gehe innerlich in den Kniefall! Die Band hat richtig Bock darauf, uns ihren Svenska Dödsmetall voller Präzison, Passion und Spielfreude in unsere Schädel zu ballern. Die Stimmung ist auf alle Fälle jetzt schon klasse, das kann nur mega werden! Vom Debüt legen die Herren auch gleich noch „Day Of Mourning“ nach, nur um uns danach den „Soulless“-Opener „Turning Black“ zu servieren. Der Livesound ist auch wirklich umwerfend, fett, staubtrocken und herrlich knarzig, also genau das richtige für ihre muSICK. Und nun kommt für mich die Offenbarung „You'll Never See…“! Nicht nur, dass das Album eines meines Lieblingsartworks im Death Metal hat, es ist auch eines meiner absoluten Favoriten aus diesem Genre und jetzt den Titelsong mit Jörgen am Gesang zu hören, erfasst mich mit einer Welle der puren Freude. Um mich herum auch nur strahlende und sich der muSICK hingebende Menschen. Danach geht es dann auch gleich mit „Morbid Way To Die“ weiter. Ich kann gar nicht beschreiben, wie grandios ich diesen Song finde. Graves Gig ist wahrlich eine Abfolge von Klassikern, denn mit „Deformed“, „Christi(ns)anity“ und „For Your God“ werden unsere in Ethanol eingelegten Bregen wahrlich zum Glühen gebracht! Ich kann mein Glück auch immer noch nicht so richtig fassen, dass ich das hier erleben darf. Ein für mich weiterer Höhepunkt ist das gnadenlose „Brutally Deceased“, auf den mit „Reborn Miscarriage“ die nächste Attacke folgt. Grave sind sichtlich erfreut über unsere Reaktion, aber wer kann von diesem Moment als Death Metal-Maniac nicht ergriffen sein! Auch dieses Konzert hat leider irgendwann sein Ende, also Zeit nochmal einen echten Hit auszugraben... „Soulless“, das Groovemonster des Todes schlechthin. Da heißt es nochmal ordentlich abzugehen! Nach kurzer Absprache gibt es dann noch „...And Here I Die... Satisfied“ und so werden wir alle überglücklich in die Dämmerung entlassen. Noch ein kurzer Schnack mit Ralf Hauber, der mir am letzten Tag dann doch endlich mal über den Weg gelaufen ist.

 Grave by H Amboss Mag PSOA 2025 01 10 16 2025 11 49 AM 

grave (Pic by Hendrik, Amboss Mag)

Und dann wollte ich mich eigentlich mal ausruhen. Ich hatte aber mittlerweile jegliches Zeitgefühl verloren und wurde zum Glück darauf aufmerksam gemacht, dass Tiamat ja jetzt spielen! Ausruhen ist also später angesagt und so hole ich mir mein letztes frisch gezapftes, schön kaltes Köstritzer auf dem diesjährigen Party.San, eile vor die Bühne und bin nicht nur sehr gespannt, sondern auch sehr aufgeregt. Warum? Ich bin jetzt Mitte 40 und ich denke mal, dass Tiamat für sehr viele von uns in dieser Altersspanne eine in ihrer Teenagerzeit sehr wichtige Band waren und auch heute noch einen großen Stellenwert in unseren Herzen haben. Ich weiß immer noch genau, wie ich ihre Werke bis einschließlich dem grandiosen „Deeper Kind Of Slumber“, vor allem „Astral Sleep“, „Clouds“ und „Wildhoney“ mit jeder Pore meines Körpers aufgesogen, Stunden mit ihrer Musik verbrachte habe und in ihr förmlich aufgegangen bin. Diese emotionale Wichtigkeit wurde für mich nie angekratzt, da ich sie bisher noch nie live gesehen habe und was ich so in den letzten Jahre im Internet sah oder mir Freunde von zuletzt erlebten Konzert erzählten, machte mir doch teilweise etwas Angst. Jetzt geht es dann auch los und die Band betritt die Bühne und legt auch gleich mit „In A Dream“ los. Der Wahnsinn. Ich habe leider vorher nicht geguckt, wer an den Drums, am Bass und an der Gitarre am Start ist, vom Alter her, was ich so erkennen konnte, könnten es vielleicht ehemalige Mitglieder sein. Auf alle Fälle sind diese sehr motiviert, bewegen sich ordentlich und haben richtig Bock auf das Konzert. Ich bin auch sehr entzückt, dass das Keyboard diesen herrlich „Clouds“-Touch hat. Dann kommen wir mal zu Johan Edlund an sich. Ich hatte ja schon einiges über seinen eher miserablen Zustand gelesen, aber das war dann doch etwas schockierend. Der Mann ist so Mitte 50, sah aber aus wie Ende 60. Ich habe ihn auch tatsächlich erst nicht erkannt und mich gefragt, wer denn dieser Kauz auf der Bühne ist, der aussieht wie eine Mischung aus exzentrischem Künstler und Les Claypool von Primus. Die Kombi aus einer Mischung aus Hippie- und Tarnklamotten, Fes auf dem Kopf und Sonnenbrille ist schon gewagt, aber das ist ja auch Geschmackssache. Es wirkt für mich auch so, dass er auch gerade gar nicht so richtig weiß, wo er ist. Irgendwie orientierungslos. Gesanglich etwas kraftlos, liegt er irgendwo zwischen „Clouds“ und seinem späteren Gothic Rock-Gesang. Nicht perfekt, aber es passt aber ganz gut und ich bin schon ergriffen, diesen wunderbaren Song mal live zu erleben. Weiter geht es mit diversen Klassikern, nämlich „Clouds“, „A Caress Of Stars“ und „The Sleeping Beauty“! Der Hammer, oder? Das alles ist nicht perfekt, aber letztendlich spüre ich, wie sich ein Gefühl innerer Zufriedenheit und Wärme in mir ausbreitet und wenn ich mich so umsehe, sind doch sehr viele Leute ergriffen vom Konzert und freuen sich. Johan wirkt immer noch etwas desorientiert, teils verwundert, fängt einmal zu früh an und muss sich auch mal ausruhen, weshalb der Mann mir echt leid tut, aber letztendlich ist er doch mit dem Herzen bei der Sache, hat Lust auf das Konzert, seine Stimme ist jetzt auch etwas besser, agiert wohlgelaunt mit dem Publikum und ist sichtlich erfreut, hier sein zu und auftreten zu können. Viel Lob und Umarmungen gibt es von ihm auf alle Fälle für seine Band und uns entsendet er Herzen und Küsse. Die Beleuchtung insgesamt orientiert sich coolerweise hauptsächlich sehr am „Clouds“-Artwork und wirkt, da jetzt auch die Sonne untergegangen ist, schön intensiv und für eine angenehme Stimmung. Aber auch die Grüntöne verfehlen ihre Wirkung nicht. Interessanterweise folgt nun mit „Divided“ ein Song von der „Prey“. Nicht schlecht, aber was von der „Astral Sleep“ wäre schon geiler gewesen. Und dann ertönt das Intro „Wildhoney“ und ich kriege jetzt schon Gänsehaut, da nun „Whatever That Hurts“ kommen muss, Herrlich! In die Beleuchtung haben sich jetzt noch passenderweise ein paar orangene Lichter integriert. Der Song geht nahtlos in das grandiose „The Ar“ über, wird geil von allen performed und mit „The Visionaire“ fortgesetzt. Ich bin wirklich ergriffen und mein Herz lodert zufrieden vor sich hin. Nun folgt mit „Vote For Love“ eine weitere Nummer, die ich nicht erwartet habe. Cooler Song, aber „Mountain Of Doom“ oder „Ancient Entity“ wären geiler. Jetzt ertönt das Instrumental „25th Floor“ was ja nur bedeuten kann, dass jetzt „Gaia“ kommen wird! Was für eine Freude! Noch während des Intros und auch bei „Gaia“ an sich verabschiedet sich Johan von uns mit weiteren Liebesbekundungen und dass Gott uns segnen soll. Letzteres war schon irritierend, aber er meinte es ernst und aus ganzem Herzen und das ist doch das Wichtigste. „Gaia“ hat mich ja schon immer sehr bewegt und in Kombination, dass das Konzert, welches für mich auf seine Art und Weise toll und bewegend ist, nun endet und mir Johan immer noch leid tut, merke ich wie meine Augen immer feuchter werden und zum Schluss auch Tränen fließen. Ich glaube ich bin einfach nur emotional überfordert in diesem Moment. Nun erklingen die letzten Töne, die Menge jubelt und die Bandmitglieder freuen sich wirklich sehr über unsere Reaktion und verlassen strahlend zum düsteren Outro von „Clouds“ die Bühne. Danke Tiamat, auch wenn ihr nichts von der „Astral Sleep“ gespielt habt! Meine Augen sind immer noch feucht und ich muss erst einmal meiner Freundin eine Sprachnachricht schicken, um aus der Ferne geknuddelt zu werden. Danach geht es wieder besser und mir fällt dann doch mal um 22:00 Uhr auf, dass ich Hirni heute noch nicht wirklich was gegessen habe... Also auf zu den Futterbuden! (Rudi)

 Tiamat by H Amboss Mag PSOA 2025 02 10 16 2025 11 49 AM 

tiamat (Pic by Hendrik, Amboss Mag)

Dann kommen wir mal zum Headliner des Festivals: Bloodbath. Ich habe die Band mal 2005 auf dem Wacken und 2008 auf dem Party.San mit Mikael Åkerfeldt gesehen, das war schon jeweils eine coole Nummer, soweit ich mich erinnere. Ich bin jetzt nicht so der Bloodbath-Die Hard-Fan und habe auch nur ein paar Scheiben von ihnen zu Hause, aber ich hatte trotz aller Erschöpfung schon Bock auf eine Runde lecker Old School Death Metal, den die Truppe auf ihren Alben ja regelmäßig gekonnt abliefert. Das Ganze wie letztes Jahr bei Paradise Lost im Sitzen und aus der Ferne von der Wiese aus. Der Sound hat auf alle Fälle schon mal gut Druck, die Songs machen auch soweit Laune und was ich so von der Lightshow sehe, macht diese auch gut was her. Beim Headliner wird ja auch Entsprechendes erwartet. Beim Gesang sind wir am Grübeln, wer denn da am Mikro steht, da die Stimme schön grunzig klingt, eigentlich Nick Holmes singen sollte und er letztes Jahr bei Paradise Lost nicht so friedhofig unterwegs war. Also stehe ich doch mal auf, da der stehende Rest meiner Crew sich von der Optik her nicht sicher ist, wer da am Start ist. Ein Typ mit Baseballcap war zu sehen. Das hilft natürlich nicht weiter, aber ich meine aus der Stimme Nicks Timbre herauszuhören und bei den Ansagen war es dann klar, dass er es ist. Entweder hat er heute so richtig Bock oder er nutzt einen Effekt. Wenn ich schon stehe, fällt mir auch gleich mal auf, dass Bloodbath nur mit einem Gitarristen auftreten. Dem Sound im Ganzen schadet es aber nicht, finde ich. Die Zeit der blutbesudelten Outfits scheint auch vorbei zu sein, aber gut, ich habe die Band jetzt 17 Jahre nicht live gesehen. Ändert ja nichts an den Songs, die für einen schönen Festivalabschluss durch ihren mitreißenden Drive ja sehr geeignet sind, aber so richtig will der Funken auf uns nicht überspringen. Wir machen auch schnell den Grund dafür aus und das ist das Stageacting von Bloodbath, welches doch leider eher unmotiviert wirkt. Gerade bei einem Headliner des letzten Abends erwarte ich doch mehr Energie und Lust darauf, das mittlerweile doch sehr kaputte Publikum nochmal richtig zu packen und mitzureißen, auf dass es noch mal richtig abgeht. Aber Fehlanzeige, ein bisschen auf der Bühne hin und her laufen und ab und zu mal headbangen, sind nicht wirklich die passenden Zutaten für einen gelungenen Abriss. Wenn ich da zum Vergleich an den hammergeilen Sodom-Gig vom letzten Jahr als Samstags-Headliner denke - was für ein Unterschied! Die hatten wenigsten richtig Bock auf einen fetten Abend zusammen mit ihren Fans. Ich weiß ja nicht was ganz vorne los war, aber um uns herum steppte bezüglich des Konzerts nicht gerade der Bär. Vielmehr erfreuten sich die Leuten an der immensen Masse an Knicklichtern die in Umlauf gebracht wurden und so allerlei schön anzusehende Basteleien ergaben. Das in Kombination mit Bloodbath als musikalische Untermalung hatte doch seinen Reiz.

Nachdem Bloodbaths letzten Töne erklingen und sie die Bühne verlassen, ist es mal wieder an der Zeit für den alljährlichen Abschied von diesem wie immer herrlichen Festival, der mit einem großen Dank der Organisatoren an alle helfenden Hände und uns Gästen endete. Und so möchte auch ich mich in den großen Reihen der Dankeschöns einreihen, denn das Party.San-Team hat sich in allen Belangen mal wieder absolut den Arsch für alle aufgerissen. Es war wieder mal einfach nur super hier zu sein und seit Mittwoch eine umwerfend tolle Zeit gehabt zu haben. Die Stimmung war wie immer mega, die Leute gut drauf, der Bühnensound generell sehr gelungen, ich hatte viele tolle Gespräche und Begegnungen und die Leute an der Einlasskontrolle waren auch relaxt. Gleiches gilt für alle Teams an den Getränketheken, die zu keinem Moment miesepetrig waren und uns immer wohl gelaunt die schön gekühlten Getränke unserer Wahl servierten. Ich möchte den Job wirklich nicht machen. Genauso wie Betreibung des Dusch- und Toilettencamps. Hut ab dafür. Essenstechnisch konnte ich auch wie immer absolut nicht klagen, sei es der Pommes-Stand mit seinen sauleckeren Kartoffelstäbchen und der göttlichen Käsesoße, der Stand mit den afghanischen Speisen, die jedes Jahr ein Genuss sind und natürlich Green Republic, die mit ihren exquisiten Leckereien mit viel Ruhe, trotz langer Schlangen, und immer mit einem Lächeln im Gesicht unsere leeren Bäuche füllen.

 Bloodbath by H Amboss Mag PSOA 2025 04 10 16 2025 11 49 AM

bloodbath
Und so freue ich mich jetzt schon saumäßig auf das kommende Jahr, welches auch den 30. Geburtstags des Party.Sans bedeutet, und wenn ich daran denke, was schon alles geiles an Bands bereits verkündet sind, fange ich sofort wieder an zu sabbern. Testament, Amorphis, Hypocrisy, Firespawn (!), Deceased (unfassbar!), Desaster, Murder Squad (krasse Sache!), Jungle Rot, In The Woods... (!), Wolfbrigade (!!), Tulus, Fleshcrawl (Yeah!), Temple Of Dread (super!), Sear Bliss, Hexvessel, Gates Of Ishtar (Killer!), A Canorous Quintet (ich dachte ich habe mich verguckt) und und und... Alleine die gerade aufgezählten Band sind meiner Meinung nach die Ticketkosten schon absolut wert. Also, wir sehen uns nächstes Jahr ihr Maniacs! (Rudi)


Fazit

Und so freue ich mich jetzt schon saumäßig auf das kommende Jahr, welches auch den 30. Geburtstags des Party.Sans bedeutet, und wenn ich daran denke, was schon alles geiles an Bands bereits verkündet sind, fange ich sofort wieder an zu sabbern. Testament, Amorphis, Hypocrisy, Firespawn (!), Deceased (unfassbar!), Desaster, Murder Squad (krasse Sache!), Jungle Rot, In The Woods... (!), Wolfbrigade (!!), Tulus, Fleshcrawl (Yeah!), Temple Of Dread (super!), Sear Bliss, Hexvessel, Gates Of Ishtar (Killer!), A Canorous Quintet (ich dachte ich habe mich verguckt) und und und... Alleine die gerade aufgezählten Band sind meiner Meinung nach die Ticketkosten schon absolut wert. Also, wir sehen uns nächstes Jahr ihr Maniacs! (Rudi)

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