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Rockharz

Rockharz 2025 - Bericht


Rockharz 2025 - Bericht

Während dieser Bericht fertigstellt wird, ist das RockHarz 2026 bereits ausverkauft!

Genau die gleichen Worte stehen am Ende des Festivalberichtes für das RockHarz 2024.
Ich möchte mich eigentlich nicht wiederholen, aber es ist doch einer Wiederholung wert, da es dieses Mal noch schneller ging, womit Thorsten „Buddy“ Sauerbrei und sein Team vermutlich so nicht gerechnet hatten. Während ein großes Metal Festival im hohen Norden gefühlt immer größer wird, bleibt das RockHarz bei seiner derzeitigen Größe und ist wohl auch deshalb bei den Metalheads so beliebt. Da heißt es beim Ticketkauf noch schneller zu sein, was nun zum Rekord-Sold-Out geführt hat.
Das Billing konnte sich auch dieses Jahr wieder sehen lassen. Neben einigen Top-Acts wie King Diamond (mit einer aufwändigen Bühnenshow), Powerwolf, Saxon (die ihre vorerst letzte Show spielten, bevor sich Sänger Biff einer Operation unterziehen muss), Heaven Shall Burn (die wieder mit Britta Görtz am Start waren, da Sänger Markus Bischoff immer noch Stimmenprobleme hatte), Abbath (der Immortal Songs spielte), oder In Extremo.
Auch das Wetter sollte sich wieder von seiner besten Seite zeigen. Dass der Mittwoch allerdings alle Temperatur-Extreme übertrumpfte, war dann doch vielleicht zu viel des Guten. Gefühlte 40 Grad im Schatten, waren nicht nur für die Fans eine Herausforderung, sondern auch für die Bands, die am Mittwoch ab 15:30 Uhr das Festival eröffneten und durch die Sonne von vorne gegart wurden. Aber auch hier hatte das Orga-Team vorgesorgt und zumindest die Metalheads vor den Bühnen mit Wasser aus Feuerwehrschläuchen und vernebeltem Wasser aus Schneekanonen, die man sonst nur von der Skipiste kennt, versorgt.

Einige Überraschungen, Kuriositäten und rührende Momente gab es natürlich auch:

Draconian und Avatarium konnten endlich ihre Shows nachholen, die in 2024 wegen einer Unwetterwarnung gecancelt werden mussten.

Knorkator luden am Samstag auf 15 Uhr zu einer Autogrammstunde am „NoCut“-Stand ein, obwohl die Band erst im nächsten Jahr auf der Bühne zu sehen sein wird. Natürlich hatte sich Sänger Stumpen im Vorfeld einige kleine Spielchen ausgedacht. Wer geglaubt hat, dass es eine ganz normale Autogrammstunde werden würde, hatte sich geirrt. Ein bisschen Schabernack-Schnickschnack ist bei den Herren ja immer dabei (z.B. Medizinkopfball-Weitstoßen, Buletten-Wette, etc.).

Powerwolf hatten einen eigenen 3x6 Meter Pavillon nur wenige Meter neben dem eigentlichen Autogramm-Truck aufgebaut, um dort ihre eigene Autogrammstunde zu geben.
Eingeläutet wurde es durch eine eigens herangekarrte Kirchenglocke, die am Haken eines Autokrans hing. Die riesige Menschen-Traube vor dem Pavillon zeigte, dass diese Extra-Aktion ein voller Erfolg war.

Schon im Vorfeld waren die 8 Termine für eine Hochzeit auf dem Festivalgelände ausgebucht!

Im Rahmen der Danksagungen des gesamten Orga-Teams am Samstag Abend ging dann plötzlich Cheffe Buddy vor seiner Danni auf die Knie und machte ihr vor allen Fans einen Heiratsantrag. Hoffentlich hat er schon einen der noch freien Termine für 2026 gebucht.
 
02.07.-05.07.2025

Rockharz


Bewertung
0/15
Headliner
In Extremo, Heaven Shall Burn, Saxon, Powerwolf
Besucherzahl
30.000
Setlist
  • ABBATH DOOM OCCULTA (100% IMMORTAL-Songs)
  • ALL THAT REMAINS
  • ANY GIVEN DAY
  • APRIL ART
  • ASENBLUT
  • ASP
  • AVATARIUM
  • BOKASSA
  • COMBICHRIST
  • DARK TRANQUILLITY
  • DEFECTS
  • DELIVER THE GALAXY
  • DESERTED FEAR
  • DIE KASSIERER
  • DRACONIAN
  • DRAGONFORCE
  • FLOGGING MOLLY
  • FROG LEAP
  • FROZEN CROWN
  • GLORYHAMMER
  • GRAND MAGUS
  • GREEN LUNG
  • HEAVEN SHALL BURN
  • IN EXTREMO
  • KING DIAMOND
  • KUPFERGOLD
  • MEMORIAM
  • HURLEY & DIE PULVERAFFEN
  • NON EST DEUS
  • OVERKILL
  • POWERWOLF
  • PRIMAL FEAR
  • RHAPSODY OF FIRE
  • SAXON
  • SEASONS IN BLACK
  • SODOM
  • SOLSTAFIR
  • SOULFLY
  • VADER
  • VERSENGOLD
  • VISIONS OF ATLANTIS
  • WARKINGS

Mittwoch

Redaktion:  Burkhard Becker
Dark Stage / 15:30 - 16:05
Excrementory Grindfuckers
Die Excrementory Grindfuckers aus Hannover hatten die Ehre, das Festival zu eröffnen. Bei bereits erwähnten Subtropischen Temperaturen konnten die 6 Grinder die festivalhungrige Meute sofort in ihren Bann ziehen. Trotz der kurzen Spielzeit von gerade mal 35 Minuten standen 16 Tracks auf der Setlist. Bei den teils sehr kurz gehaltenen Parodien einiger großer Hits der Musikwelt aber weiter nicht verwunderlich. Bei Songs wie „Wer will?“, „Nein, kein Grindcore“, „Looking for Grindcore“, „Crack“, „Taschengeld“, „Picknick“, „Vater Morgana“ (um nur einige zu nennen) feierten die Fans inkl. Circle-Pits und einer schnell zu Staub getrampelten Wiese vor der Bühne. Mit dem abschließenden „Final Grinddown“ hatten die Grindfuckers den Metalheads ordentlich eingeheizt, insofern man bei erwähnten Temperaturen überhaupt noch zusätzliche Hitze erzeugen konnte.
Dark Stage / 16:50 - 17:30
April Art
April Art aus Gießen sind auf dem besten Weg so richtig durchzustarten. Nach der vergangenen Clubtour, folgen nun Festivals und im Herbst die „Burn The Whole Tour 2025“, die dann schon in größeren Hallen stattfinden wird. Die sympathischen Hessen um Sängerin Lisa-Marie Watz haben sowohl äußerlich, als auch musikalisch ihren eigenen Stil gefunden und werden immer beliebter, was nicht zuletzt an einem richtig gut gefüllten Infield vor der Bühne zu erkennen war. Wie es sich auf dem RockHarz anfühlt, konnte die Band bereits 2022 zum ersten Mal erleben. So wurden April Art am heutigen Tag frenetisch gefeiert. Obwohl der wärmste Zeitpunkt des Tages erreicht war, spuckten die Feuerwerfer trotzdem ihre Fontänen. Da gab es auch mit Lisa-Maries´ Wasserpistole keine Abkühlung.
Rock Stage / 17:35 - 18:15
Primal Fear
Alles neu macht der Mai, bzw. der August 2024. Primal Fear präsentierten im Mai 2024 zum ersten Mal bei Rock in Rautheim ihr neues Line-up. Ohne den Langzeit-Gitarristen Tom Naumann, Drummer Michael Ehré und Gitarrist Alex Beyrodt, dafür mit André Hilgers, Magnus Karlsson und der Gitarristin Thalia Bellazecca (von Angus McSix) sind Primal Fear auf Tour und hauen ihr „Nuclear Fire“ in gewohnter Qualität raus. Nun hatte die Mannschaft um Frontröhre Ralf Scheepers die Ehre die runderneuerte Band auf dem RockHarz zu präsentieren. Dabei versteht er es nach wie vor, wie man das Publikum in den Bann zieht. Stimmlich immer noch in Topform gab es diverse Hits auf die Ohren. Wobei „Metal Is Forever“ nicht fehlen durfte. Die Frischzellenkur scheint der Band gut getan zu haben, was sich auch in der Spielfreude widerspiegelte. Ein gelungener Auftritt!
Rock Stage / 19:10 - 19:55
Insomnium
Wenige Stunden vor der Show hatte das Twilight-Team das Vergnügen Markus Vanhala und den neuen Mann an der zweiten Gitarre Tomy Laisto zum Sharpshooter-Interview begrüßen zu dürfen. Dort signalisierte uns Markus Vanhala, dass es in den Bühnenklamotten sicherlich ein Kraftakt werden würde, gegen die extreme Hitze anzukämpfen. Wer es gewohnt ist, ein halbes Jahr mit Temperaturen wie in einem Kühlschrank zu leben, der muss sich sicherlich etwas mehr auf dieses tropische Umfeld umstellen. Aber Insomnium sind schließlich Profis und ließen sich bei ihrer Show nichts davon anmerken. Sänger Nilo Sevänen bedankte sich immer wieder mit einem netten „Dankeschön, Bitteschön“ und war klimabedingt vermutlich erleichtert, als die 45 Minuten Spielzeit zu Ende waren.
Die Songauswahl? Auf Festivals immer schwierig, bei einer recht kurzen Spielzeit eine gute Auswahl zu treffen. Aber auch das war Insomnium gelungen:
„White Christ“, “Valediction” (wo Tomy Laisto die cleanen Vocals übernahm, die sonst von Ville Friman zu hören sind), “Lilian”, “Lose Tonight”, “Godforsaken” (wo Markus Vanhala einen cleanen Gesangspart übernahm), „While We Sleep“ und zum krönenden Abschluss des epische „Heart Like A Grave“. Insomnium sind zwar keine Party-Band, weshalb es vor der Bühne auch eher ruhig zugeht, aber der unverwechselbare melancholische Melodic Death Metal ist immer wieder ein Hochgenuß!
Insomnium
Dark Stage / 20:00 - 20:55
Dark Tranquillity
Und weiter geht es mit Musik aus dem hohen Norden. Dark Tranquillity sind seit über 30 Jahren im Geschäft und haben natürlich einige Werke vorzuweisen. Seitdem Sänger Mikael Stanne allerdings noch bei The Halo Effect singt und als weitere Band Cemetery Skyline am Start hat, scheint seine Hauptband wieder verstärkt in den Focus der Metalgemeinde gerückt zu sein, was sich auch in letzter Zeit am intensivem Touren der Band bemerkbar macht. Nicht zu vergessen, dass das aktuelle Album „Endtime Signals“ das bislang kommerziell gesehen erfolgreichste Album der Band ist. Umso größer war die Freude, die Band mit einem dauergrinsenden Mikael Stanne auf dem RockHarz erleben zu können.
Mit dem künstlerisch eher unkonventionell gestalteten Backdrop ging es bei immer noch hohen Temperaturen zu Werke. Es gab Songs vom aktuellen Album (u.a. „Not Nothing“, „The Last Imagination“), aber auch einen guten Mix aus der gesamten Schaffenszeit der Band. Die dunkle cleane Stimme von Mikael Stanne verleiht den Songs eh schon einen besonderen Scharm, in Kombination mit seinen Growls kann man dann auch schon mal Gänsehaut bekommen. Freuen wir uns auf die im Herbst anstehende Tour. 
Rock Stage / 23:10-00:30 Uhr
Saxon
Ob nun Dark Stage oder Rock Stage. Das Kind braucht einen Namen. Aber dass Saxon auf der Rock Stage spielen würden, machte dem Bühnennamen alle Ehre. Denn das Urgestein des NWOBHM verkörpert noch immer wie kaum eine andere Band den Hard Rock, bzw. Metal der 1980er Jahre und war nun der Headliner des ersten Festival Tages.
Dass man auch heutzutage noch die Massen mit dem guten alten Hard Rock bewegen kann, zeigten die Briten einmal mehr: Man hatte den Eindruck, dass ALLE Saxon sehen wollen.
Und alle wollen diese eine Band sehen, die sich seit über 40 Jahren nicht verbiegt, sondern immer noch erstklassige Alben abliefert und mit „Hell, Fire And Damnation“ ein aktuelles Album (2024) am Start hat, von dem natürlich der gleichnamige Titelsong gleich als Opener gespielt wurde und mit „Madame Guillotine“ ein weiterer Track dieses Albums lief.
Wie es sich für eine Band diese Genre gehört, bestand der Bühnenaufbau klassisch aus einer Marshall-Boxen-Wand mit dem Schlagzeug in der Mitte. Was will das Metalherz auch mehr…

Sänger Biff war bei bester Laune und bester Stimme. Umso erstaunlicher, dass er sich direkt nach dem Rockharz Auftritt einer, wie es anfangs hieß, Notoperation unterziehen müsse. Hoffen wir, dass es ihm schnell wieder gut geht, und alle derzeit abgesagten Shows nachgeholt werden können.
Es ging aber zum Glück erstmal weiter mit Songs wie „Power And The Glory“, „Motorcycle Man“, „Heavy Metal Thunder“, „Wheels Of Steel“ und „Crusader“. Da sich ein Headliner auch auf einem Festival eine Zugabe erlauben kann, wurden die Fans abschließend mit „Princess Of The Night“ belohnt. Ein weiterer denkwürdiger Auftritt!

Donnerstag

Rock Stage / 11:50-12:20 Uhr
Asenblut
Ob mit All For Metal oder mit Asenblut, Sänger Tim „Tetzel“ Schmidt gehört inzwischen zum Inventar des RockHarz. Waren auch Asenblut bereits 2022 hier vor Ort, durften sie nun ein weiteres Mal ihre Pagan-/Death Metal Songs abfeuern. Und welcher deutsche Musiker könnte derzeit besser das Vikinger-Outfit präsentieren als Tetzel: Fast schon wie in „Conan der Barbar“, erscheint der Muskelmann mit Fellumhang, einem Fantasy-Tierschädel auf dem Kopf und einer Axt in der Hand, auf der sein Mikrofon montiert ist. Trotz früher Stunde hatten sich schon recht viele Metalheads vor der Rock Stage versammelt, um den Mythen ihrer Helden zu lauschen. Es folgten 30 Minuten Intensiv-Beschallung, bis alle Beteiligten zufrieden ihrer Wege gehen konnten.
Rock Stage / 13:50-14:25
Mister Misery
Und schon wieder eine Band aus dem hohen Norden. Die Stockholmer Mister Misery waren an diesem Tag die erst Band, die sich mit ihrem weißen Corps-Paint der Wärme aussetzte und ihren selbstbetitelten Horror-Metal dem RockHarz Publikum vorstellte. In der ersten Reihe vor der Bühne waren sogar einige Fans mit Corps-Paint zu sehen, die auf ihre Idole warteten. Warum die Band ihren Musikstil Horror-Metal nennt, wissen die Schweden (die sich allesamt Künstlernamen gegeben haben) wahrscheinlich nur selbst. Fest steht, dass das Songmaterial der Hammer ist! Mit Growls und cleaner Stimme im Wechsel und den Brachialen Riffs und tollen Melodien erinnert mich der eine oder andere Song an alte Soilwork. Für mich persönlich eine positive Neuentdeckung und eine Band, von der man hoffentlich noch mehr hören wird.
Rock Stage / 15:15-16:00 Uhr
The New Roses
Ein weiteres Hard Rock Schwergewicht aus England? Weit gefehlt! Die Band stammt aus Wiesbaden und hält seit vielen Jahren die Fahne des bodenständigen 80er Jahre Hard Rock aufrecht. Es muss ja nicht immer nordischer MelodicDeathMetal sein. Im Stile alter Bon Jovi und Co. spielen sich die Jungs aktuell wieder den Allerwertesten ab und gastierten auch auf dem RockHarz. Was hier im letzten Jahr Kissing Dynamite zelebriert haben, führen The New Roses mit ihrem „gute Laune Rock“ nun fort. Die Band begeisterte sofort die Fans und Sänger Timmy Rough verstand es nur zu gut, wie man das Publikum mitnimmt.
Ob bei Club-Shows oder hier beim RockHarz scheut er nicht davor zurück, singend auch mal ein Bad in der Menge vor der Bühne zu nehmen. So holt man sich auf jeden Fall weitere Pluspunkte bei den Fans. Eine absolute Party Band, die mit ihrer Qualität in den 80ern mit Sicherheit zu den ganz Großen gezählt hätte. Wer noch mehr Bock auf Rock´n´Roll hat, sollte sich die „Attracted To Danger“-Tour im kommenden Herbst nicht entgehen lassen.
Dark Stage / 17:50-18:40 Uhr
J.B.O.
Ich weiß ja, dass die Excrementory Grindfuckers nicht mit J.B.O verglichen werden wollen, obwohl beide Bands etwas gemeinsam haben: Verhorsten und Verhackstücken und einen riesen Klamauck mit bekannten Songs veranstalten, die nach Belieben umgetextet und verändert werden. Aber Spaß muss sein! Und das zeigen die Erlanger schon seit Jahren. Im Partner-Look haben alle Bandmitglieder auf ihren schwarzen T-Shirts „Arschloch und Spaß dabei!“ stehen und verzichten mal auf rosa-farbene Bekleidung. Dafür sind natürlich die Boxen, das Schlagzeugs und der Saiten-Instrumente mit rosa-farbenen Applikationen versehen. Das Markenzeichen, bzw. die Markenfarbe der Band darf ja nicht fehlen. Und auch nicht das eigene Bier, dessen Etikett wie in einer TV-Werbung zum Publikum gedreht in Flaschenhalten an den Mikroständern steckte.
Dass die Mannen um Hannes „G.Laber“ Holzmann immer noch Spaß dabei haben, war unschwer zu erkennen. Als Party Band schlechte Laune zu verbreiten, wäre auch kontraproduktiv. Ein kleines Stelldichein an der Gitarre gab es dann noch mit Waldemar Sorychta (Ex-Grip Inc.), was eingefleischte Musikliebhaber zugleich überrascht und erfreut haben dürfte. Das Publikum hat die Show jedenfalls abgefeiert.
Rock Stage / 23:00-00:15 Uhr
Heaven Shall Burn
Des einen Leid ist des anderen Freud, oder wie das heißt. In diesem Fall hatte Sänger Markus Bischoff das Leid zu ertragen, dass er sich wenige Tage vor dem RockHarz bei der Show in Bochum nach seinem Stimmband-Infekt zu früh übernommen hatte und nun ein weiteres Mal pausieren musste (was nach der Show bei Rock Am Ring bereits schon der Fall war). Aber dafür stand sofort Britta Görtz von Hiraes in den Startlöchern und für sie somit die Freud, den Abend zu einem besonderen Moment zu machen. Hatte Britta schon die Show in Kufstein mit gerade mal 2 Tagen Vorbereitungszeit gewuppt und Markus auch in Interlaken und auf dem Nova Rock vertreten. Da bereits bekannt war, dass Markus auch am heutigen Abend durch Britta vertreten wird, war die Spannung unter den Metalheads umso größer.
Mit der gesamten Tour-Produktion (also dem vollen Bühnenbild und allem was an Feuerwerk und Effekten auch auf der Tour benutzt wurde) und dem würdigen Opener „Übermacht“ eröffneten die Thüringer ihr Set. Dank der heutzutage täglich aktualisierten Accounts der Bands in den sozialen Netzwerken, konnte sich Jedermann im Vorfeld ein Bild davon machen, was Britta Görtz bei HSB auf die Bühne bringen würde. Der Songtitel war Programm und Britta lieferte eine Show ab, als wäre sie schon immer bei HSB gewesen.
Ob zu „Voice Of The Voiceless“, “Toughts And Prayers”, “Combat” oder “Tresspassing The Shores Of Your World”, es war ein Soundgewitter, dass auf das Infield niederprasselte. Sängerin Britta musste zwar immer mal wieder auf ihren Telepromper schauen, wo die Songtexte eingeblendet wurden, aber bei ihrer Professionalität dürfte das den wenigsten aufgefallen sein.
Begleitet von einem Dauer-Circle-Pit und nicht enden wollenden Crowdsurfern die immer wieder von den „Grabenschlampen“ aufgefangen wurden. Apropos Grabenschlampen, also das Security-Personal zwischen Bühne und der Absperrung zum Publikum: Gitarrist Maik Weichert hatte nicht nur eine Botschaft an die Menge, sondern auch eine Danksagung an die Grabenschlampen für deren unermüdliche Arbeit in der Hitze und dann natürlich an Britta.
Dass sie evtl. rot im Gesicht wurde, konnten wir zwar aus der Entfernung nicht erkennen, sie hätte aber allen Grund dazu gehabt, so überschwänglich und rührend waren die Worte von Maik.
Mit den Zugaben „Tirpitz“, welches von Gitarrist Alex Dietz gesungen wurde und „Hunters Will Be Hunted“ endete eine Show, die so schnell niemand vergessen dürfte. Abschließend bat dann Maik Weichert noch Markus „Molle“ Bischoff auf die Bühne, der ebenfalls einen großen Dank an alle aussprach und gleichzeitig versprach, das nächste Mal selber wieder am Mikro stehen. Vielleicht im Duett?
Heaven Shall Burn

Freitag

Dark Stage / 14:35-15-20 Uhr
Deserted Fear
Deserted Fear, eine weitere Thüringer Band, die nun auch schon seit einigen Jahren die Metalgemeinde mit melodischen Death Metal versorgt, gab ihr Stelldichein. Gitarrist Fabian und Basser John zeigten bereits am Mittag im Twilight Interview, dass sie bester Laune waren und sich mächtig auf die Show freuen, obwohl der Tag mit anschließender Autogrammstunde eher volles Programm bedeutete. Sänger Manuel konnte sofort mit dem Opener „Truth“ die Menge zu kochen bringen. Trotz der Mittagssonne ließen sich einige Fans nicht vom Circle-Pit und Crowdsurfen abhalten. Die Band war auf jeden Fall bestens eingespielt, hatten sie erst vor 3 Wochen ihre „Veins Of Fire“ Release-Tour beendet, um nun vor dem ganz großen Publikum zu spielen. Unter frenetischem Jubel bedankte sich die Band nach 45 Minuten Spielzeit und konnte sichtlich selber kaum glauben, was da gerade passiert war.
Rock Stage / 15:25-16:10 Uhr
Vader
Vader kann man getrost als ein Urgestein des brutalen Death-/Trash-Metals bezeichnen. Die Polen machen nun schon seit 40 Jahren die Bühnen der Welt unsicher und sind immer noch nicht müde. Für das RockHarz kündigte die Band an, dass sie mit Maurycy „Mauser“ Stefanowicz (der schon in früheren Jahren zur Band gehörte) einen dritten Gitarristen auf die Bühne bringen wird. Was für ein Gemetzel! Da muss man schon Songfest sein, um bei der Geschwindigkeit und Brutalität folgen zu können. Aber die Menge vor der Bühne hatte diese Grundvoraussetzungen mitgebracht und feierte eine Jubiläumsshow des 2000 erschienenen Albums „Litany“ ab.
Dark Stage / 16:15-17:00 Uhr
Draconian
Was lange währte, ward endlich gut! Draconian konnten endlich ihre wetterbedingt abgesagte Show aus dem letzten Jahr (plus 2 weiteren Fehlversuchen!) nachholen. Wer sich bei Vader die Ohren ordentlich hat durchpusten lassen, konnte sich nun auf Atmosphäre freuen. Mit der Gesangs-Doppelspitze Anders Jacobsson und Lisa Johansson wurde das Set mit „The Sacrificial Flame“ vom aktuellen „Under A Godless Veil“ Album gestartet. Ebenso vom neuen Album „Elysian Night“. Mit den weiteren Songs „Deadlight“, „Stellar Tombs“, „Bloodflower“ belohnten die Schweden das Publikum, das lange auf diesen Auftritt auf dem RockHarz gewartet hatte. Einen melancholischen und düsteren Song wie „The Sethian“ können scheinbar nur Bands aus dem hohen Norden schreiben. Wenn ich es nicht wüsste, hätte es auch von einer finnischen band stammen können. Die Meute war jedenfalls schwer beeindruckt.
Rock Stage / 17:05-17:50 Uhr
Any Given Day
Any Given Day? Mal wieder eine Band, die irgendwie an mir vorbeigegangen ist. Zumal „auf die Fresse Mucke“ mit einem Mix aus Growls und cleanen Vocals eigentlich genau mein Ding sind. Daher Asche über mein Haupt! Was soll ich nun sagen: Die Mannen aus Gelsenkirchen beherrschen ihr Handwerk definitiv und haben richtig starke Songs im Gepäck. Sänger Dennis Diehl kündigte vorab schon „Abriss“ für ihre erste Show auf dem RockHarz an und hatte dann die Meute schnell im Griff und bescherte den Grabenschlampen ein weiteres Mal reichlich Arbeit, die Crowd-Surfer sicher wieder auf den Boden zurückzuholen. Bei dem energiegeladenen MetalCore-Brett durfte natürlich eine Wall Of Death (die bis fast zum FOH ging) und ein amtlicher Circle-Pit (den ich dort in dieser Größe bislang nicht gesehen habe) nicht fehlen. Die Flammenwerfer auf der Bühne heizten den Metalheads zusätzlich ein. Getreu dem Motto von Gitarrist Andy Posdziech: „…richtig einen weggemacht…“, gabs in der Tat einen richtigen Abriss!
Rock Stage / 22:50-00:20 Uhr
Powerwolf
Der Headliner des Freitags! Powerwolf aus dem Saarland. Immer wieder gerne gesehen, wie Sänger Attila Dorn und seine Wölfe ihre heilige Metal-Messe abhalten. Ob es das Bühnenbild war, das dieses Mal extrem aufwändig gestaltet war, oder das Podest, mit dem Attila in die Höhe gefahren wurde, es wurde an nichts gespart. Falk Maria Schlegel bekam sogar für einen Song eine riesige Orgel auf die Bühne gefahren. Auch für das imposante Feuerwerk am Ende der Show wurden keine Kosten gescheut.
Aber fangen wir am Nachmittag an: direkt neben der Bühne wurde plötzlich ein großer Autokran aufgebaut, der eine nicht grad kleine Glocke hochhiefte. Hintergrund war das von Powerwolf angekündigte „Lykantropische Konzil“, welches mit dreizehnfachem Geläut eingeläutet wurde. Das Infield neben dem offiziellen Meet And Greed Truck füllte sich zusehens, da die Wölfe im eigens aufgebauten Pavillon zur Autogrammstunde geladen, bzw. geläutet hatten.
Als dann am Abend die Messe mit „Bless ´em With The Blade“ begann, waren alle aus dem Häusschen. Attila Dorn verstand es wie kaum ein anderer mit dem Publikum zu kommunizieren. Für einige mag es stellenweise vielleicht zu viel des Guten gewesen sein, aber insgesamt kam es gut an. Bei Songs wie „Army Of The Night“, „Dancing With The Dead“, “Sanctified With Dynamite” oder “We Drink Your Blood” konnte die Band eh nichts falsch machen, da gefühlt das Publikum die Gesangsparts übernahm. Mit dem „Stossgebet“ endete eine Bild- und Soundgewaltige Metal-Messe.
Redaktion:  Marcel Hübner
Dark Stage / 0:30 - 1:30 uhr
Sólstafir

Die letzten Klänge von Powerwolf hallen noch nach, das Rockharz-Festivalgelände liegt in einer Mischung aus Dunkelheit, Restnebel und gespannter Erwartung. Dann betreten Sólstafir die Dark Stage – und was folgt, ist kein gewöhnliches Konzert. Es ist ein intensives Musikerlebnis, das sich anfühlt wie eine Reise durch isländische Weiten, melancholische Stimmungen und emotionale Untiefen.

Epische Klangwelten statt Pyro: Der leise Sturm

Sólstafir brauchen kein Feuerwerk, keine Showeffekte. Ihre Bühne ist das eigene Klanguniversum. Vom ersten Ton an weben sie eine dichte Atmosphäre aus Gitarrenflächen, hypnotischem Rhythmus und der rauen, unverkennbaren Stimme von Frontmann Aðalbjörn Tryggvason. Der Einstieg in das Set wirkt fast wie ein Ritual – langsam, schwebend, ergreifend. Die Musik lebt vom Kontrast aus Wucht und Zerbrechlichkeit, aus eruptiven Klangwellen und stillen Momenten.

Der Sound ist ein Gemälde. Ein Landschaftsbild in Grautönen, das sich langsam mit Farbe füllt. Mal erdig und schwer, mal hell und hoffnungsvoll. Wer sich darauf einlässt, wird tief hineingezogen – in eine Welt, in der Emotionen nicht gespielt, sondern gelebt werden.

„Ótta“ – Zeit steht still

Ein erstes emotionales Highlight kommt mit dem Song „Ótta“. Die Glockenspiel-artigen Piano-Klänge, der sanfte Aufbau, das anschwellende Finale – hier zeigt sich die große Kunst von Sólstafir: aus Reduktion entsteht Größe. Der Song entfaltet sich langsam, entwickelt Zugkraft, ohne laut zu sein. Es ist der Moment, in dem das Publikum kollektiv innehält. Gespräche verstummen, Handys sinken – alle lauschen. Nur Musik. Nur Gänsehaut.

Näher geht nicht: Der Sänger in der Menge

Wie schon bei früheren Konzerten sucht Tryggvason die Nähe zum Publikum – doch heute Nacht scheint diese Verbindung noch intensiver. Er steigt von der Bühne, geht direkt in die Menge, singt mit Fans, umarmt, schaut in Gesichter. Man spürt förmlich, dass dieser Moment nicht inszeniert ist, sondern echt.

Dann ein spontaner Höhepunkt: Er nimmt das Handy eines überraschten Fans, richtet es auf sich und das Publikum – Klick. Ein Selfie, das mehr ist als nur ein Bild. Es ist ein Symbol für die Nähe zwischen Band und Menschen. Keine Barrieren. Nur Musik und gemeinsame Emotion.

„Fjara“ – ein letzter Schlag ins Herz

Als einer der letzten Songs des Sets folgt das majestätische „Fjara“ – und spätestens jetzt stehen vielen Tränen in den Augen. Die fließende Melodieführung, der klagende Gesang, das emotionale Gitarren-Solo: alles kulminiert in einem Gefühl von Wehmut und Hoffnung zugleich.

Sólstafir zeigen hier, warum sie mehr sind als eine Metalband. Sie sind Geschichtenerzähler. Ihre Lieder sind Seelenlandschaften, durch die man wandert. „Fjara“ wirkt wie ein Abschiedslied – aber nicht traurig, sondern versöhnlich.

Ein würdiger Abschluss für ein Konzert, das in Erinnerung bleibt wie ein Traum, aus dem man nicht erwachen möchte.

Der Auftritt von Sólstafir beim Rockharz 2025 war mehr als nur ein Set zwischen anderen. Er war ein intensives Erlebnis. Keine Band an diesem Wochenende schaffte es, so tief unter die Haut zu gehen – nicht durch Lautstärke, sondern durch Tiefe.

Wer dabei war, wird diese Stunde nicht vergessen: Die Mischung aus eisiger isländischer Melancholie und herzlicher Publikumsnähe, aus emotionaler Wucht und stillen Gänsehautmomenten, aus Selbstversunkenheit und Verbundenheit.

Sólstafir waren in dieser Nacht kein Act – sie waren ein Gefühl.


Samstag

Rock Stage / 12:30-13:30 Uhr
Robse
Nach einem knackigen Freitag Abend schaffte es die Twilight Delegation leider erst zu Robse vor die Rock Stage. Der Ex-Frontmann von Equilibrium hatte nach seinem Ausscheiden vor knapp 3 Jahren seine eigene Band ins Leben gerufen. Die vielen Jahre mit Equilibrium haben natürlich ihre Spuren bei Robert „Robse“ Dahn hinterlassen, sodass die Musik seiner neuen Band doch auffällig an den Songs genannter Band anknüpft. Der Auftritt auf dem RockHarz war bis kurz vorher aus familiären Gründen noch ungewiss, was Robse auch bei seinen Ansagen nicht unbemerkt ließ. Umso mehr bedankte er sich, hier sein zu können und so herzlich empfangen zu werden. Mit der Debut-Single „Harlekin Und Krieger“ wurde die Show eröffnet. „Hey Sturm“, „Amenthes“ oder „Von Der Schenke Zur Taverne“ wurden gefeiert. Robse konnte sich natürlich nicht verkneifen, die zwei Equilibrium-Songs „Karawane“ und „Met“ zum Besten zu geben. Ein sehr emotionaler Robert Dahn verabschiedete sich von den vielen Fans und versprach in einer Message, dass er nächstes Jahr auf jeden Fall privat auf dem RockHarz sein wird, um die „heimische Atmosphäre mit den Fans zu genießen“.
Rock Stage / 15:30-16:10 Uhr
Visions of Atlantis
Die Österreicher Visions Of Atlantis befinden sich aktuell auf ihrer “Armada Live Over Europe-Tournee” und machten Station auf dem RockHarz, um auch dort ihre beiden Alben „Pirates“ und „Pirates II - Armada“zu präsentieren. Das Piraten-Image hatte vor vielen Jahren schon eine gewisse Band aus Hamburg namens Running Wild verkörpert und auf zahlreichen Bühnen zum Besten gegeben. Aber warum das Thema nicht wieder aufgreifen und mit einer ganz anderen Musik und gleich zwei Sängern neu beleben. Nach (zu) vielen Besetzungswechseln haben Visions Of Atlantis mit diesen beiden Alben und Sängering Clémentine Delauney und Sänger Michele Guaitoli ihren Stil und Weg gefunden. In Piratenkleidung und entsprechendem Bühnebild ging die wilde Seefahrt mit „Master The Hurricane“ los. „Clocks“, „Hellfire“, „Tonight I´m Alive“, „Pirates Will Return“, Melancholy Angel“ und der Titelsong „Armada“ wurden souverän von dem Duett durch den Sturm geleitet.
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