Für ihre mittlerweile dritte Langrille wurde daher kräftig in die Trickkiste gegriffen. Schon das Cover meiner Promo-CD zeigt – außer einem stattlichen Arsenal an Hieb- und Stichinstrumenten – einen bekannten Namen: Für die Produktion des neuen Albums „Fire Up the Blades“ saß niemand Geringeres als Joey Jordison hinter den Reglern, den man ja sonst eher hinter der Trommel-Batterie seiner Band Slipknot vermuten würde. Derart personell gestärkt wirft man sich nach einem marsch-artigen Intro ein weiteres Mal in die Schlacht um die Hörergunst.
Und die wird heiß! Denn von der ersten Minute an präsentiert sich „Fire Up the Blades“ als ein spielfreudiges Album modernen, aber nichtsdestotrotz rotzigen Thrashs, mit Sprengseln aus Death und Heavy Metal. Neben den treibenden Rhythmen aus schreddernden, aber verhältnismäßig hohen Gitarren und Uptempo-Drumbeats fallen vor allem die Vocals auf, denn für den zeigen sich gleich zwei Sänger verantwortlich. Jamie Hooper, zweiter Sänger, füllt vor allem die Zwischenpassagen und den Hintergrund mit seinen heiseren Screams, die gut und gern in Richtung Metalcore gehen. Vorherrschend ist jedoch die Röhre von Cam Pipes: Der erste Sänger der Band erinnert mit seinen hochtönigen, durchweg cleanen Vocals sehr an die rauchige Stimme eines Brian Johnson (AC/DC), zeigt dabei allerdings noch größeres sangliches Talent. Seine Vocals sind es auch, die dem Album – trotz durchaus ernster Themen – den Anstrich des Lustigen geben und das Album zur perfekten Schredder-Mucke an durchzechten, zappligen Abenden machen. Wenn dann bei einigen Titeln noch kleinere Gimmicks dazu kommen (so etwa bei „Trial of Champions“ eine alte 60er-Orgel), ist das Gesamtbild perfekt: Dieses Album ist ein Fest für jeden feiernden Thrash-Freund, und alles, was man anmahnen könnte, wäre das Fehlen einer kleinen Auflockerung dann und wann. Als Gesamteindruck bleiben jedoch eine Menge Spaß und Nackenschmerz zurück – denn wer bei diesem Album nicht in Bewegung ist, dem ist auch nicht mehr zu helfen.
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