Vor fünf Jahren hatten die Italiener mit „Corpse Breed Syndrome“ ein wahrlich hörenswertes „Demo“ abgeliefert. Angesichts der Qualität des Debüts war es mir immer schleierhaft, wieso der Sechser keinen Vertrag an Land ziehen konnte.
Auf „Drugstore Hell“ bleiben sich die Herren um Frontsirene Claudio Ravinale 100% treu, so dass Fans des Debüts ohne Anlaufschwierigkeiten sofort zu den 11 Songs des Nachfolgers abrocken können. Tatsächlich liefert die Band einen stilistisch schwer einzuordnenden Mix ab, der irgendwo zwischen Melodic Death Metal á la In Flames oder Children of Bodom, den rockigen Debauchery und Lordi liegt. Vollkommen zurecht hebt der Kollege Trillmich Songs wie „Death Times Eleven“ oder „Dead Girls Don’t Say No“ hervor. Hier machen die Jungs in bekannter Manier Tempo. Das Keyboard hat schon immer eine dominante Rolle im Sound der Band gespielt, so kann es kaum verwundern, dass man auch den Drugstore Hell mit flauschigen Tastenteppichen ausgelegt hat. Im Gegensatz zu meinem geschätzten Kollegen empfinde ich die Orgelei jedoch nicht als störend, da sie den melodischen Sound der Italiener erst abrundet. Songs wie „Lemmings“ oder „Death Put A Smile on My Face“ erinnern stark an Hits des Debüts („Ain’t That Saint“ etc.) und die eingängigen Refrains dringen sofort ins Gehör.
5 Star Grave gehören folglich zu dem überschaubaren Kreis der Bands, die mit deutlich modernem Anstrich sehr authentische Mucke mit gefälligem Härtegrad und melodiösem Wohlfühlfaktor abliefern. Offenbar hat der betörende Modern Metal Mix der Südländer die Synapsen unseres Crustcore-Fans aus der Bundeshauptstadt zum Kollabieren gebracht, doch wenn er nochmal einen Fuß in den „Drugstore Hell“ setzt, findet er vielleicht auch die passende Pille gegen seine Melodiephobie!
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