Herausgekommen ist eine Mischung auf Basis des traditionellen Death/Black Metal, der durch orientalische und epische Elemente ergänzt wurde. Diesen Stempel möchte man nun der ausufernden Szene aufdrücken, um sich so von der Flut der todesbleischweren Rumpelbanden abzuheben.
"Disciples of the Unseen" als Neuerfindung des Rades bezeichnen zu wollen, wäre wohl vermessen, doch immerhin glänzen die Jungs mit einer gewissen Variabilität. Während man über einige Strecken die aufgestaute Wut einer Death Metal Kapelle durch die Membranen jagt, fühlt man sich an anderer Stelle eher in die derzeit in Dresden stattfindenden Ausstellung osmanischer Schätze versetzt. Gerade Gesanglich wird viel variiert und der Wechsel von drohendem Grunzen und cleanen Melodien erinnert hier und da an jüngere Catamenia. Und so verbreiten aber auch die Songs ganz unterschiedliche Stimmungen. "The Coronation of Seth" etwa kommt eher getragen und ruhiger daher, während "Angel Horned" doch in der Gesamtheit eher der Freund des epischen Black Metal ansprechen dürfte. Und mit "Iteru" kommen dann auch die zahlreichen Orientalistik Studierenden in der Metal Szene auf ihre Kosten.
"Disciples of the Unseen" haut mich nicht aus den Pantoffeln, was vor allem daran liegt, dass keiner der Songs so wirklich im Ohr hängen bleiben will. Dennoch kann man sich die Scheibe gut mal einen ganzen Tag so nebenbei anhören, ohne dass sie langweilig wird - das ist doch auch mal was, oder?
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