Nachdem METALLICA auf äußest kruden Wegen dieses Metal-Genre verlassen hat, um Neureichen-Aufsteiger-Metal zu spielen, der als solcher mitunter nicht mehr zu erkennen ist, scheint es im Moment eine Thrash-Renaissance zu geben, wie das herausragende Album „Hart wie Beton“ von BETONENGEL unter Beweis stellt.
Auch die vier äußerst jungen Finnen besinnen sich auf die guten alten 80er Thrash-Wurzeln. Schon der Opener 'Residents of evil“ zeigt, wohin die Reise geht: dynamisch kraftvoll schnaubt sich die Thrash-Lokomotive nach vorne, paniert mit einem Hauch von hymnenhaftem Refrain. Man fühlt sich tatsächlich in die 80er-Jahre versetzt, denn der Sound klingt authentisch ursprünglich analog. Fast wie mit einem Kassettenrekorder aufgenommen. Aber das macht den besonderen Reiz und die Einzigartigkeit aus. Digital ist nicht immer besser!
Hammerharte Riffs, antreibende Drums, Old-School-Hardrock-Vocals, die mitunter aber auch ins Growlen wechseln ('I am the night') sowie ein Händchen für eingängliche Songstrukturen ('To the early grave') zeigen, dass ARATIC nicht nur gekonnt virtuos mit ihren Instrumenten umzugehen können, sondern Thrash nahezu leben. Zudem besticht der Longplayer durch eine ungemeine Vielfältigkeit, bisweilen sogar innerhalb der Songs, wie 'Destructing the light', das zudem durch ein geniales Gitarrensolo glänzt, bestens unter Beweis stellt. Herausragend ist in diesem Zusammenhang auch 'Lobotomy christianus'.
Kurz: Wer den frühen METALLICA nachtrauert, hat jetzt endlich überzeugenden Ersatz gefunden.