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Assault & Battery – All The Shades Of Truth

VÖ: 18. Mai 2016   •   Label:  Rebellion Records / Oi! The Boat Records

Fast so alt wie o.g. Song von THE BUSINESS ist der Film „The Truman Show“ in dessen Folge in den USA das sogenannte Truman-Syndrom auftrat: Menschen halten sich für unfreiwillige Teilnehmer in einer Reality-TV Fernsehsendung. Ich leide dann vermutlich doch eher am Kurt-Felix-Syndrom oder wie ist zu erklären, dass ich von schlecht bezahlten Comedians umgeben zu sein und somit Mittelpunkt einer Art „Verstehen Sie Spaß“ Dauerschleife zu sein scheine. Anders ist es nicht zu erklären, dass Müllmänner Aufkleber und Zettel an die Mülltonne kleben, weil die Führungsgriffe zur sachgemäßen Entleerung zwingend in Hausrichtung ausgerichtet werden müssen. Erdbeeren werden als deutsche Erbeeren verkauft, weil das Gewächshaus nicht weit von der holländisch-deutschen Grenze entfernt steht. Ist klar. Davon, dass ich drei Stunden im Behandlungszimmer eines Krankenhauses vergessen wurde – mit Braunüle im Arm – will ich erst gar nicht sprechen. Auch nicht von der seltsamen Rechtsauffassung unserer blau-uniformierten Freunde und Helfer. Denn dort scheint man sich die Wahrheit auch so hinzubiegen wie es den „Ordnungshütern“ gerade in den Kram passt. Genug Stoff, um selber ein wütendes Hardcore-Punk Album á la ASSAULT & BATTERY zu schreiben hätte ich also.

Mit „All Shades Of Truth“ legen die Jungs aus dem hohen Norden der USA nun ihr Albumdebüt vor und schreien sich in dreizehn Songs den Frust von der Seele. Wie es sich gehört, knackt natürlich kein Song die 3 Minuten Grenze, doch dafür gibt es ne gute Mischung aus Melodie und Aggression. Bobby, Kevin, Johnny, Richie und Patsy haben vor ASSAULT & BATTERY bereits in lokalen Bands wie BRUTAL DILDO'S, RECKLESS REASONS oder GET RAD gespielt. Doch mit „All the Shades Of Truth“ zeigen sie, dass sie ihre Hausaufgaben gemacht haben. Das Songwriting zeigt, dass man sich bei Größen wie SICK OF IT ALL oder AGNOSTIC FRONT abgeschaut hat, wie man gute Songs schreiben kann und auch in Sachen Sound konnte man zum selbstbetitelten 7“ Debüt aus dem Jahr 2013 eine ordentliche Schippe drauflegen. 2016 passen Sound, Songwriting und Stil perfekt zusammen. Vor allem Songs wie „Drug War“ oder „1944“ wissen sofort zu überzeugen. Ein Kritiker bezeichnete den Stil der Band einmal schlicht als „American Oi“ und damit ist er vielleicht auch treffend beschrieben. Die Band selbst firmiert wohl unter dem Motto „Beer City Street Rock“. So oder so, die Jungs sind dreckig, melodiös, authentisch, aggressiv und eingängig.

Könnte ich mir den Abspann meiner „Versteckten Kamera“ aussuchen, dann würde ich wohl einen Song von ASSAULT & BATTERY als Hintergrundmucke auswählen. In einer Welt voller Lügen wirken ASSAULT & BATTERY wohltuend ehrlich und echt!

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