Das können sich die Düsseldorfer aber auch leisten, denn der Sound, mit dem man auf ihrem zweiten Longplayer "Unter Wölfen" konfrontiert wird, ist im wahrsten Sinne des Wortes das, was man früher als Crossover bezeichnet hat. Genregrenzen scheint es für ATOA nicht zu geben, bedient man sich doch aus dem Besten des Hardrock, des Alternative Rock, des Punk und des Hardcore, um einen genuin eigenen Sound zu erschaffen, der durch seine griffige Dynamik, durch seinen riffigen Druck und seine düstere Nachdenklichkeit zu überzeugen weiß.
Dazu tragen unzweifelhaft auch die charakteristisch reibeisigen Vocals von Sänger Torsten bei, die sich genremäßig zwischen Hard- und Metalcore bewegen, gerne auch einmal unterstützt, z. B. von David (GWLT) in dem Song 'One Love, One Heart', der nicht nur durch seine sozialkritischen Texte zu überzeigen weiß, sondern auch durch seine melodische Hymnik im Verein mit druckvoller Härte und den unerwarteten Grooves und Sprechgesang. Hammer. Mehr Crossover geht eigentlich nicht. Textlich besteht zumindest phasenweise eine Nähe zum DIE-ÄRZTE-Song "Deine Schuld".
Mitunter steht aber auch eine "Sick-off-it-all"-Atmosphäre im Vordergrund, auch wenn unter der angepissten Kantigkeit immer wieder auch melodische Schönheit hervorlugt ('V'), bisweilen fühlt man sich darüber hinaus aufgrund der choralen Grölpartien an die härteren TOTEN HOSEN erinnert ('Der Funke zur Rebellion'). Punkige Dynamik, druckvolle Härte sowie überaus gelungene nachdenkliche Passagen, die sich zu einem furiosen Finale steigern, das sind die Zutaten, aus dem der Track 'Märtyrer' gemacht ist. Um einiges coriger kommt der Song 'Nichts zu verlieren' daher. Kein Wunder, ist doch KOTSCHE, seines Zeichens Gitarrist bei CALLEJON mit von der Partie. Mitreißend und von tiefster emotionaler Intensität ist zudem 'Hetzjagd', in gesteigerter Lovesong-Manier gilt das auch für 'Sonne'.
Fazit: Die Düsseldorfer zeigen auf ihrem zweiten Longplayer "Unter Wölfen", dass sie mit ihrer Mischung aus Rock, Alternative, Punk sowie Hardcore einen überzeugenden, einzigartigen Sound erschaffen haben, der zudem mit überaus engagierten und sozialkritischen Texten aufwarten kann. Weltklasse!