Autumnal - The End Of The Third Day
Trotz der Schaffenspausen konnten sich AUTUMNAL auch über ihre spanische Heimat hinaus einen Kultstatus erspielen. Denn ihr Sound, der sich zwischen melancholischem Doom Metal und Dark Metal bewegt, füllt gekonnt die Lücke, die Bands wie DRACONIAN, HANGING GARDEN oder KATATONIA hinterlassen, wenn selbige gerade nicht aktiv sind.
Vor allem die Vocals kommen zumeist clean, aber überaus vielseitig daher, sehr eindrucksvoll sind sie immer dann, wenn sie die leidende, mitunter Thom Yorke von RADIOHEAD ähnliche Klangfärbung hinter sich lassen und in die tieferen Gefilde eines Dave Gahan von DEPECHE MODE abtauchen. Den musikalischen Hintergrund bilden dann düster-melancholische und schwermütig-atmosphärische Klanggebilde im Stile von A PERFECT CIRCLE, die aber immer wieder durch brutale Ausbrüche krachender, riffiger Gitarren inklusive infernalem Gegrowle unterbrochen werden. Einflüsse der Doom-Veteranen von MY DYING BRIDE zumindest im Form der charakteristischen Streicher sind nicht ganz abwegig.
Und so setzen AUTUMNAL der melancholischen Traurigkeit, der unerfüllten Sehnsucht und niederdrückenden Schwermütigkeit ein eindrucksvolles Denkmal, bei dem man sich vereinzelt mitunter auch die Frage stellen könnte, ab den überlangen Songs nicht drei Minuten weniger ganz gut getan hätten. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Denn schließlich hat niemand Geringerer als Jens Bogren (OPETH, KATATONIA, PARADISE LOST, PAIN OF SALVATION) das Album gemastert! Darüber hinaus leisten die Spanier auch einen äußerst großen Beitrag gegen das Strapazieren unserer Hörnerven, imdem sie dem SUPERTRAMP-Titel 'Don't Leave Me Now' das nervig Supertrampige austreiben.
Fazit: Wenn man sich das zweite Opus "The End Of The Third Day" anhört, versteht man sofort, warum AUTUMNAL zum Geheimtipp der doomigen Dark-Metal-Szene nicht nur in Spanien werden konnte. Wer Bands wie ANATHEMA, HANGING GARDEN, KATATONIA oder A PERFECT CIRCLE mag, kommt an diesem Album nicht vorbei, es sei denn, sie oder er ist frisch verliebt. Dann empfehle ich von THE CURE 'Just Like Heaven' oder 'Friday I'm In Love'. Die CD kann man sich aber vorsichtshalber schon mal zulegen, denn "nothing ever lasts forever..."