Fette Keyboardteppiche, mal mehr mal weniger kernige Stromgitarren und Gesangslinien, die die Generation der Mittdreißiger beim Erwachsenwerden begleiteten.
In der eigenen Redaktion mitunter als „Musik-Nazi“ verschrien, habe ich bekanntlich Nichts gegen altbackenklingende, traditionsbewusste Hardrocker, doch Balance wollen bei mir einfach nicht so richtig zünden. Ein Song wie „Walk Away“ klingt wie Saxon bei Stromausfall, „Liar“ hat so viel Aufputschwirkung wie ein überkautes Kaugummi und insgesamt sind die Melodien für eine Scheibe dieser Machart zu wenig zwingend. Wenn man die musikalische Zeitreise anbietet, dann doch bitte mit umwerfenden Ohrwürmern und nicht mit zweitklassigen Kompositionen, die eher an eine Band von Verwaltungsfachangestellten und Lehrern im pensionsfähigen Alter, die auf Stadtfesten aufspielt, erinnert. Zumal Sänger Castro beim an Queen angelegten „Where the Rainbow ends“ auch noch ziemlich baden geht. Da ist dann nicht nur die Scheibe vorbei, sondern auch irgendwie der Spaß.
Zwar sind nicht alle Songs schlecht, aber gerade im Zuge der Big Hair Renaissance finden wir heute viele Bands, die diese Art Musik frischer und eingängiger präsentieren – hier sei nicht zuletzt auf die Labelkollegen von Place Vendome verwiesen.
Equilibrium ist im Grunde der Beweis dafür, dass man die Band 1982 zurecht zu Grabe getragen hatte.
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