Also eins gleich vorweg: „Heavy Metal Sanctuary“ ist so ziemlich der beste Opener den ich seit Jahren gehört habe. Das kurze Intro überzeugt bereits und der treibende NWoBHM Sound des Titeltracks führt unweigerlich dazu, dass ich zunächst mal gar nicht über den Opener hinauskam, da ich ständig die Repeat Taste gedrückt habe. Mit bissigen Riffs und kraftvollen Rhythmen versuchen Dave King & Co mit den etablierten Szenegrößen wie GRAVE DIGGER, SAXON, ACCEPT, LIZZY BORDEN oder auch jüngeren Bands wie THE MYSTERY und BATTLE BEAST aufzuschließen. Der Opener qualifiziert den Vierer auf jeden Fall für einen Platz auf dem Treppchen.
Während die meisten Songs offenbar im Drucktopf geschrieben wurden und mindestens so viel Dampf verbreiten wie Omas Waschküche der 50er Jahre, gibt es durchaus auch Raum für ruhigere Momente (z.B. „Kingdom Come“). Mit „Devils Calls“ und „Romeo“ lassen die Jungs dann ihre Vorliebe für den traditionellen Hard Rock á la THUNDERHEAD meets KROKUS durchschimmern – diese Vorliebe findet sich aber auch in den Riffs der schnelleren Songs. Mit dem Opener, „Too Hot For Hell“ und „Romeo“ haben die Briten einige wirklich gelungene Metalbreitseiten im Programm. Songs wie „Shock and Awe“, „Rebel With A Cause“, „Revolution“, „Hail and King“ oder “Give it more” bietet der dritte Longplayer der Band zudem eine ganze Reihe gutklassiger Heavy Metal Tracks.
Schon allein aufgrund des Titeltracks erhalten BATTLEAXE für mich den Passierschein in den Heavy Metal Himmel. Allerdings sollte dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass King & Co 2014 genau dort weitermachen, wo sie 1984 aufgehört haben. Wer also auf der Suche nach Innovation ist, der wird hier nicht fündig. Wer hingegen darauf steht, wenn die Kutte vor der Bühne durch den Luftdruck der Double Bass ins Flattern kommt, der ist mit „Heavy Metal Sanctuary“ bestens bedient.