Tolkiens „Herr der Ringe“, welche schon seit Generationen Leser in den Bann ziehen, Peter Jackson sowie unzählige Zuschauer fesselten und deren geheimnisvolle Faszination ebenso wenig vor Jyri Vahvanen Halt machten, vereinnahmen bis heute unentwegt Geschöpfe rund um den Erdball. Und so vertonen die in Finnland beheimateten Battlelore zum nun mehr dritten Male auf ihre ganz eigene Art und Weise Geschichten aus Mittelerde. Kuriosa einer längst vergangenen Welt voller Magie, Helden als auch glorreicher Schlachten. Erlebnisse wie aus einem Traum, dessen Fundament von einer atemberaubenden Schönheit durchflutet ist wie auch gleichermaßen erschreckend anrückt.
Nachdem gegenwärtig neben Frontork Patrik Mennander ebenfalls Uruk-Hai Tieftöner Miika Kokkola seinen Dienst bei der Truppe quittierte, wurde mit Tomi und Timo schnell ein durchaus vertretbarer Ersatz gefunden, so dass der Weiteren Reise durch die Landen der Elfen, Hobbits und Orks nichts mehr im Wege stand. Ferner fällt gleich zu Beginn auf, dass Tolkiens Kosmos diesmal wesentlich atmosphärischer als noch auf den beiden Vorgängerwerken durchwandert wird. Nicht minder auffallend ist allerdings desgleichen, dass die Fantasymetaller nicht nur ihrem bisherigen Erfolgsrezept in Vollkommenheit treu geblieben sind, sondern im selben Zuge leider auch die großen Überraschungen des Silberlings vergebens gesucht werden dürfen. Nach wie vor werden kraftvolle, Keyboardlastige Metal Klangwelten mit dem abwechselnden sanft-hellen Frauengesang der Front-Elbe Kaisa, welche jedoch auf „Third Age Of The Sun“ unverkennbar tonangebend agiert sowie den aggressiven männlichen Growls von Gegenpart Tomi, der die Kapazität seines Organs unabdingbar zu nutzen weiß, gekonnt vermengt. Die mitreißenden, teils auf einer dezenten deathigen Spur operierenden Riffs, schräge Effekte und hymnisch anmutende Resonanzen kontrastieren einmal mehr mittels sperriger Ideen vermöge zarter, mittelalterlicher Folk-Töne, fernab von jeglichem Kitsch. Und dennoch fehlt den Stücken das gewisse etwas. Zu zwanghaft versucht das Septett unterschiedlichste Motive als auch abwechslungsreiche Riffs einzusetzen, womit daraus resultierend ein einziges musikalisches Chaos entsteht anhand welchem nicht viel haften bleibt, aber auch zu wenig Vielseitigkeit wie Dramatik beherrschen den Climax, weshalb sich alle Nummern letztendlich zu sehr ähneln.
Wer indes schon vorher von Battlelore begeistert war, wird von dem Drittwerk gewiss nicht enttäuscht, denn die schimmernden Klanglandschaften wissen fraglos durchaus zu verzaubern. „Third Age Of The Sun“ ist obendrein sicherlich kein schlechtes Album, zugleich aber daneben genauso wenig ein sensationelles.