Mit „Comin’ To Your City“ legen die Jungs nun ein weiteres Alternative-Country Album vor, welches dem Country Puristen womöglich zu modern, so variantenreich und zu rockig sein mag. Andererseits ist dieses ein Album, welches sich wunderbar als Einstieg für diejenigen Rockfans eignet, die der Country Musik bislang eher ablehnend gegenüberstanden. Zwar wird auf traditionelle Instrumentierung wie Banjo oder Fiddel nicht verzichtet, Songs wie „Soul Shaker“, „Jalapeno“ oder „Comin’ to your City“ sind echte Rocker, die live sicher gut abgehen. Dass das Duo musikalisch keine Scheuklappen trägt, beweisen Songs wie „Filthy Rich“, das eher im Bereich des Western Swing angesiedelt ist, oder „20 Margaritas“. Immer wieder beweisen die Jungs Humor in ihren Texten und setzen sich so merklich von der überpatriotischen Redneck Szene á la Toby Keith etc. ab. Der eingängigste Song ist für mich das langsame „Slow Motion“, das einfach durch geile Melodien überzeugen kann und sich schnell im Ohr festsetzt, während die Steel Guitar im Hintergrund ihr jammervolles Lied singt. Die „most-country“ Songs sind auf jeden Fall „8th of November“, das sich inhaltlich mit dem Vietnam-Krieg auseinandersetzt, und der Bonustrack „Our America“, der im Wesentlichen eine Mischung aus der Unabhängigkeitserklärung, dem „Star Spangled Banner“, dem „Pledge of Allegiance“ und Martin Luthers „I have a Dream“-Rede darstellt und Gastmusiker wie Gretchen Wilson anführt - deren Album „Here for the Party“ übrigens auch sehr gelungen ist. Im Moment sieht es aber leider so aus, als würden diese Bestandteile Amerikas nur in solchen Songs existieren: die Bush Regierung scheint jedenfalls weniger Wert darauf zu legen. Vielleicht sollten sie sich mal die Big & Rich CD reinziehen.
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