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Blind Guardian – Beyond the Red Mirror

VÖ: 22. Januar 2015   •   Label:  Nuclear Blast

Konzeptionell wurde mit dem neuen Album die Geschichte von „Bright Eyes“ und „And the Story ends“ (siehe Interview) fortgeschrieben und auch musikalisch setzen Siepen, Kürsch & Co ihren Weg konsequent fort. Das bedeutet zwar wohl auch, dass sich einige Fans der ersten Stunde nun irgendwann vollständig von den blinden Wächtern abwenden werden, wer allerdings den episch-orchestralen Sound der letzten Alben mochte, wird „Beyond…“ lieben. Schon das opulente, fast 10minütige „The Ninth Wave“ bezaubert durch ein grandioses Intro. Hier zahlt es sich aus, dass BLIND GUARDIAN mittlerweile nicht mehr darauf angewiesen sind, dass irgendein Keyboarder sein asiatisches Tasteninstrument zu Tode orgelt, um die epischen Bombastwände zu errichten. Nein, mittlerweile holen sich die Herren einfach mehrere Chöre und Orchester ins Studio, so dass die Grenzen zwischen Metalalbum und Musical mittlerweile fließend sind. Trotzdem haben sich BLIND GUARDIAN natürlich auch ihre typischen Riffs beibehalten und wer genau hinhört, wird auch unter dem ganzen orchestralen Bombast noch heraushören, dass die Krefelder einst aus dem Speed Metal kamen. Hört man allerdings Songs wie „Miracle Machine“, so fühlt man sich zwangsläufig eher an die grandiosen Kompositionen von Bands wie SAVATAGE auf „Poets and Madmen“ oder gar an TRANS-SIBERIAN ORCHESTRA erinnert. Mehr metallische Oper geht nun wirklich nicht, jedenfalls nicht ohne Andrew Llyod Webber als Songwriter zu verpflichten. Ihr glaubt mir nicht? Dann hört euch bitte das pompöse „Grande Parade“ am Ende der Scheibe an. Dies ist ohne Zweifel der Harald Glööckler unter den Metal Songs des 21. Jahrhunderts. Und dies meine ich im positivsten Sinne, denn mit den epischen Songs auf „Beyond the Red Mirror“ räumen BLIND GUARDIAN endgültig mit dem Vorurteil des verkappten Orchestermusikers auf, der aufgrund seiner beschränkten musikalischen Fähigkeiten in einer Metal Band sein Dasein fristen muss. Man mag die Songs mögen oder nicht, aber dass die Krefelder musikalisch mittlerweile in einer ganz eigenen Liga spielen, dürfte nach Album No. 10 außer Frage stehen.

„Beyond the Red Mirror“ stellt mit Sicherheit das absolute Non plus ultra des episch-orchestralen Metal dar. Mir persönlich fehlen ein paar straightere Songs, wie etwa „Mirror, Mirror“ oder „The Soulforged“, wenn wir uns mal auf die etwas jüngeren Alben der Bandgeschichte beziehen wollen. Wer allerdings auf der Suche nach großen Chören, eingängigen Refrains, orchestralen Superlativen und metallischer Symphonie ist, der wird mit diesem Opus über alle Maßen bedient.

 

Mehr aus dem Blind Guardian Lager gibt es im Interview: http://www.twilight-magazin.de/interviews/item/blind-guardian-interview-mit-marcus-siepen-januar-2015.html

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