Nein, es handelt sich hier nicht um die Hildesheimer Lokalgrößen PHRASENMÄHER, sondern um BLOODSHOT DAWN, eine Band, die wie eine fette Raupe von thrashigen Death Metal kam und sich nun in einen technisch-melodisch extremmetallischen Schmetterling verwandelt hat. Die Wurzeln sind unverkennbar noch existent ('Consequence Complex'), vor allem im Hinblick auf das Tempo kann den Briten so schnell keiner etwas vormachen.
Denn die (mitunter thrashigen) Riffs ('Unified') treiben den Sound unerbittlich und ohne Erbarmen vor sich her, überaus variable und schön bedrohliche Vocals sorgen für eine angenehme druckvolle und aggressive Atmosphäre, die durch ein gelungenes Maß an düsterer Melodik abgerundet wird ('Black Hole Infinity'). Und spätestens, wenn BLOODSHOT DAWN mit ihren phänomenalen Gitarrensoli loslegen, erübrigt sich auch die Frage des Kollegen Zwingelberg und mir während der letzten Radiosendung, ob es noch richtige gute Metal Bands aus dem Vereinigten Königreich gibt ('Human Void'). Hinzu kommt, dass sich mitunter unheimlich groovige Passagen mit einem hohen Maß an melodischer Hymnik verbinden, die bisweilen aber auch zu langwierig daherkommen können. Da hat man dann wohl beim Spielen die Zeit vergessen ('The Image Faded').
Für das hohe spielerische Niveau sorgen zudem auch zahlreiche Gastmusiker, wie Sven De Caluwé (ABORTED, SSYTEM DIVIDE), Per Nilsson (SCAR SYMMETRY), Teemu Mäntysaari (WINTERSUN), Andy James (ex-SACRED MOTHER TONGUE) and Chris Amott (ARMAGEDDON, ex-ARCH ENEMY).
Kurz: BLOODSHOT DAWN lassen mit ihrem zweiten Longplayer "Demons" die extrem-metallische Abrissbirne kompromisslos kreisen, allerdings in einer düster melodischen Atmosphäre. Gnadenlose Zerstörung bei schönstem Sonnenschein sozusagen. High quality metal made in the UK!
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