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Bowel Function - Luxury of a doubt

VÖ: 15. August 2009   •   Label:  Jazzhaus Records

Würde das Zweitwerk des deutschen Quartetts einen Abend lang tragen?
Zunächst ließ sich feststellen, dass die 11 Titel von "Luxury" auch nach der zigsten Wiederholung keine Proteststürme bei den Probanden hervorriefen. Im Gegenteil. Mit fortgeschrittener Zeit konnte man feststellen, dass erste Einordnungsversuche vorgenommen wurden: "Die kenn ich doch." "Klingt wie..." Ja, wie denn eigentlich. Sicher, die Jungs sind fest in der Rock/Metal Musik verwurzelt, doch keine Schublade lässt sich wirklich schließen, wenn man die Band ersteinmal hingequetscht hat. Der Grundtenor der Probandengruppe war, dass man sich an Creed oder 3 Doors Down erinnert fühlte (ich würde noch Godsmack oder Staind hinzufügen) - aber nicht wirklich, da war doch noch irgendwas anderes in der Musik. Und richtig, das Spektrum ist wesentlich weitgefächerter: so erinnert der ruhige Abgang von "Reborn" sogar an die Thrash Balladen einer Band wie Testament auf "Souls of Black". Und was ich bei Metallica gehasst habe, klingt bei Bowel Function fantastisch: die Stimme von Sänger Alex, der etwa bei "The Way I Will" seine Vorliebe für James Hetfield zur Pre-Black Album Phase durchblicken lässt. Und wenn man dann die Ballade "Breaking Me Down" erreicht hat, erzeugt die tiefe Tonlage von Alex wohlige Gänsehaut und ruft Erinnerungen an die Crash Test Dummies wach. Aber auch die Gitarrenarbeit lässt Vorlieben erkennen, die nicht aus der New American Rock Sparte stammen. "Reach for the Scars" eröffnet etwa mit einem Maiden-artigem Gitarrenlauf, die Licks in Morass lassen darauf schließen, dass das "Master of Puppets" Album mehr als einmal gehört wurde.
Schnell wird also klar, dass man sich hier auf altbekannte Zutaten verlassen hat. Doch wie in der Küche, so kann auch in der Musik ein Sternekoch aus einfachsten Zutaten ein schmackhafteres Mal bereiten, als der Tütensuppen-Praktiker aus der Single-WG. So verwundert es auch nicht, dass einige Mitglieder meiner Probandengruppe nur schwer davon zu überzeugen waren, dass die Songs des Abends allesamt aus einer Feder stammten - trotz des stilistischen roten Fadens variieren die Jungs so stark zwischen den Songs, dass zu keiner Sekunde lange Weile aufkommt.
Bowel Function schaffen den Spagat zwischen altbekannten Metal- und Rocksounds und moderner Rockmusik, wie sie im amerikanischen Rockradio rauf und runter gespielt werden. Auf diese Weise dürfte ihre Zielgruppe eine weite Streuung erfahren. In den Zwingel-Control Charts steigt diese Neuerscheinung jedenfalls auf den höchsten Plätzen ein!

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