Doch die Mannen um Frontmann Brett Andersen treiben schon seit 2007 ihr Unwesen und lehren den Freunden des kernigen Metals das Fürchten. Denn nach eigener Aussage tangieren schlechte Kritiken die Band überhaupt nicht, nur wenn die Fans gedisst werden, verstehen BURIED IN VERONA keinen Spaß. Denn sowenig wie sie sich selber verstellen, um von anderen gemocht zu werden, so sollen auch ihre Supporter so bleiben, wie sie sind. Das ist auch die Message des neuen Longplayers "Faceless": Stay real!
Und das hört man selbiger auch an. Die IN-VERONA-BEGRABENEN verbiegen sich nicht und frönen frisch, locker und dynamisch der etwas härteren Gangart des Genres. Heftige Riffs und groovige Hooks treffen auf wütende Shouts mitunter gegrowlter Art und Weise, die mit klarem und sprechendem Gesang sowie einem Hauch von elektronischen Elementen und Melodik verfeinert werden ('Eclipse'). Doch es gibt auch längere in massive Brutalität eingebettete Rockhymnen-Phasen ('Illuminate').
Kein Wunder, denn die Australier nehmen ihre Inspiration von jedweder Art von Musik. Selbstbeschränkung ist ein absolutes Tabu. Denn der Song ist alles. Er soll nicht nur gehört und gesehen werden können, sondern auch gefühlt! Innovation geht über Nachahmung. Da kann sich dann auch schon einmal eine 30-SECONDS-TO-MARS-Hymne auf das Album verirren, die aber eine geniale Bereicherung ist ('Set Me On Fire'). Weltklasse!
Ansonsten bewegen sich die Songs im gewohnten Spannungsfeld zwischen brutaler Härte und melancholischer Melodik, wobei BURIED IN VERONA durch überaus einnehmende und unter die Haut gehende Melodien wie eine Insel aus dem tosenden Ozean herausstechen ('The Damned', 'Catatonic'). Unbändige und pure Energie durchflutet einen dann bei 'Antidote', das zudem leicht PARADISE-LOST-artig und mit dem genretypischen choralen Gegröle aufwatet. Punkige Dynamik und fatalistische Fröhlichkeit haut einen dann mit 'Revival' um. Und falls man einmal einen Gangster-Rapper zu Besuch haben sollte, kann man ihm ohne schlechtes Gewissen 'Blind Eyes' oder den Rausschmeißer und titelgebenden Track vorspielen. Echt groovy!
Kurz: BURIED IN VERONA gelingt es in großartiger Weise, dem kernigen Metal einen eigenen Stempel aufzudrücken. Und so haben die Australier mit "Faceless" ein überaus kompromissloses, gelungenes und abwechslungsreiches Album geschaffen, das sich das Prädikat "besonders wertvoll" wirklich verdient hat.