In den 90ern CARCASS zu hören war nicht nur aus dem Grund cool, weil die Band sehr extrem war, sondern auch deshalb, weil man jede Menge cooler Vokabeln dazulernen konnte, die über Hölle und Hail Metal hinausgingen. Nach dem klinischen Grind-Death Metal folgte bekanntlich eine dreckigere Phase für Bandleader Jeff Walker, der nicht mehr nur aufs Gas drückte, sondern das Genre des Death’N’Roll mit kreierte. Folgerichtig bietet nun auch „Torn Arteries“ wieder eine Mischung aus ruppigem Death Metal und dreckigem Groove, der durch die markanten Gitarrenleads aufgehübscht wird. CARCASS in Reinkultur also. Hochgeschwindigkeitsfanatiker sollten sich hingegen nicht vom stürmischen Einstieg im titelgebenden Opener blenden lassen, denn die Scheibe manövriert sich über den Großteil der Spielzeit im unteren Bereich der im Death Metal geltenden Geschwindigkeitsbeschränkungen, was mir persönlich gut gefällt. Insofern mögen sich die Fans der kompromisslosen Frühphase abwenden, während die Freunde der Post-Heartwork Zeit mit Freude den 10 Tracks lauschen dürften.
Mit Groove-Monstern wie „Under The Scalpel Blade“ beweisen CARCASS, dass sie auch 2021 noch bestens unterhalten können, auch wenn sie ausgerechnet in diesem Song auch mal Riffs anderer Genrekollegen zitieren. Guten Unterhaltung ist mit „Torn Arteries“ auf jeden Fall garantiert.
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