Der Metalcore kommt nämlich äußerst dynamisch und energetisch daher. Zudem kann er durch eine angenehme Note Melodik überzeugen, die überaus eingängig und catchy ist, allerdings ohne ins Beliebige abzudriften. Dadurch wird dem Sound trotz der genretypischen Härte eine ungemeine Leichtigkeit verliehen, die man in dieser Ausprägung sonst nur sehr selten hört ('Behind The Curtain). Genau das Richtige für den Sommer. Fast so wie ein angenehm kühlender Sommerregen.
Daneben finden sich aber auch immer wieder Anspielungen auf Genregrößen wie BULLET FOR MY VALENTINE ('Next To You'). Das ist aber auch nicht weiter verwunderlich, wurde doch der erste international erscheinende Longplayer der Japaner von niemand Geringerem als David Bendeth produziert, der schon mit PARAMORE, BRING ME THE HORIZON oder A DAY TO REMEMBER gearbeitet hat.
Das führt dazu, dass "The Revelation" zwar das ganze Potenzial von COLDRAIN enthüllt, aber man merkt dann doch, dass das Opus auf internationalen Erfolg getrimmt ist. Nichtsdestotrotz sind die Songs nicht in Gänze massenkompatible Massenware, wie zum Beispiel das aggressiv-quirlige 'Voiceless' unter Beweis stellt. Und wenn doch, ist das auch gar nicht weiter schlimm, weiß die mitreißende Hymnik im Verein mit emotionaler Melancholie (mitunter dosiert in PARADISE-LOST-artiger Manier) durchaus zu überzeugen ('Chasing Dreams').
Kurz: COLDRAIN haben ein überaus ansprechendes postrockiges Metalcore-Album erschaffen, das vor allem durch seine hymnische Melodik zu überzeugen weiß. Äußerst passend zu dieser Jahreszeit. Wenn es so etwas wie ein Sommeralbum geben sollte, gehört "The Revelation" ganz sicher zu den besten. Bleiben wir in der Weltmeisterschaftsfußballmetaphorik, ist zumindest das Halbfinale drin....
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