In diesem Fall handelt es sich nun um "Shredcore" und zunächst hat die Scheibe mal meinen Winamp Player geshredded, doch nun läuft er wieder und Mystic Prophecy Flitzefinger Constantine duddelt fröhlich mit seinen Riffs und Licks durch die Boxen.
Dem ein oder anderen Leser dürfte bekannt sein, dass sich mir der Sinn von Instrumentalalben nur in den wenigsten Fällen erschließt. Als Faustregel könnte man sagen, Michael Schenker darf das, der Rest soll das Gefrickel selber auf dem Klo hören. Nun gut, der Youngster, der seinerseit Gus G. (Firewind, Ozzy) bei Nightrage ersetzte, präsentiert hier nun allerdings auch eine sehr anhörliche Sammlung an Instrumentalsongs. Besonders erfreulich ist, dass er, anders als viele Gitarristen, nicht den typischen Gitarrenakademiesound fährt, sondern warme, leicht wahwahbernde Sologitarren spielt und samtige Riffs aus den aktiven EMG Pick Ups lockt. Dazu gibt es dann Keyboards und sogar donnernde Double Bass. Für Abwechslung ist also gesorgt.
Die Frage nach dem Sinn bleibt dennoch unbeantwortet. Wer hört sich so eine Scheibe an? Michael Schenker? Sicherlich nicht. Nachwuchsgitarristen? Wenn sie eine masochistische Ader haben bestimmt. Aber auch wenn diese Frage unbeantwortet bleibt, so kann man Songs wie "A Tear In The Open" kaum absprechen, dass Constantine ein sehr gutes Händchen für Arrangements und Melodien hat, fast hat der Song etwas Schenkererskes.
Lange Rede, wenig Sinn: der Kauf eines Instrumentalalbums wird sicherlich nach wie vor nur für eine Minderheit interessant bleiben. Aber wenn ihr schon ein bisschen Gitarrenshredderei hören wollt, dann ist diese Scheibe dafür bestens geeignet, denn Langeweile oder stupides Skalenwiederholen finden wir auf "Shredcore" nicht.
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