Der Grund: Natalie Maines hatte sich öffentlich in London gegen Präsident Bush ausgesprochen. Eine Welle der patriotischen Empörung schlug den ehemals gefeierten Countrystars in ihrer Heimat entgegen, schließlich gipfelten die Angriffe sogar in einer Morddrohung gegen Maines.
Mit "The Long Way Around" versuchte man das erlebt zu verarbeiten und sich neu zu positionieren. Die Schwestern Martie Maguire und Emily Robinson haben nun Wort gehalten, denn als Natalie sagte, sie sei noch nicht bereit für ein neues Dixie Chicks Album, da beschlossen sie, stattdessen ein Nebenprojekt zu starten. Und das Ergebnis dieses Entschlusses liegt nun in meinem Player. In den US ging das Album auf Platz 7 der Charts, was zeigt, dass nun auch die Amis eingesehen haben, was die Dixie Chicks schon damals wussten: "George Bush is a dumb fuck!"
Wenig erinnert optisch an eine Country Scheibe und auch von der Stimmung zeigt sich, dass die Schwester den mit "A Long Way Around" beschrittenen Weg weiter beschreiten wollen: besinnlich und oft etwas düster kommen die 12 Songs, bei denen vor allem Emily federführend war, daher. Klar - Songs wie "Ain't No Son" verarbeiten ganz deutliche Country Elemente und koppeln diese dann mit Rockelementen. Doch insgesamt ist das Album sicherlich eher in der bluesigen Kneipenrock Schublade anzuordnen, man denke an Tom Petty & Co. Die Chicks sind erwachsener geworden und vor allem ernsthafter! Ich hätte mir zwar ein paar mehr schmissige Songs (á la "Didn't Make A Sound") gewünscht, aber die Schwestern legen hier ein erwachsenes Album vor. Und selbst wenn nicht alle Kompositionen mit den Hits der Dixie Chicks konkurrieren können, so gebührt den Schwestern doch nach wie vor größter Respekt, dafür, dass sie eine harte Phase durchgestanden haben, ihre Meinung gesagt haben und letztlich als Gewinner aus der Geschichte herausgegangen sind.
Sing...but don't shut up!
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