Denkt man an das Ländle (Baden-Württemberg), dann kommen einem eigentlich nur positive Assoziationen in den Sinn (abgesehen von Stuttgart 21 vielleicht) und vor allem die sympathische Imagekampagne "Wir können alles außer Hochdeutsch".
Dennoch scheint es unter der Oberfläche zu brodeln. Denn anders ist es nicht zu erklären, dass hier eine der vielversprechendsten neuen Hoffnung des Black Metals beheimatet ist. Wurde schon die Scheibe „Feindtbild“ von den Kritikern sehr gelobt, so haben die Mannen um Sänger Barth mit ihrem neuen Opus „Helioskron“ vor allem aufgrund eines organischen inhaltlichen Konzeptes noch eine Schippe daraufgelegt. (Es geht um die Folgen der erfolgreichen menschlichen Egomanie.)
Vor diesem Hintergrund ist musikalisch stilbildend, dass neben englischen Texten mehrheitlich in der deutschen Sprache getextet wird.
Daneben besticht der von CREATURE erschaffene Black Metal durch eine gelungene Verwobenheit von ursprünglicher Rohheit, ungemeiner Brutalität, aber auch nachdenklicher Melodiosität ('Flammenhunger'). Ein hohes Maß an düsterer Vielfältigkeit und diabolischer Variabilität ('Aurora') tut dann noch sein Übriges, um eine zeitgemäße Form des schwarzen metallischen Genres zu kreieren, der auch nach mehrmaligem Hören immer wieder Neues zum Entdecken bereithält und der immer wieder eine neue Wirkung zu entfalten weiß ('Apotheose').
Dabei lassen episch atmosphärische Songstrukturen, majestätische, fast hymnisch erhabene Songpassagen ('Zwischenspiel'), höllisch harte, von brutalen Gitarren dominierte Songpartien sowie die den mitunter tiefen düsteren Growls geschuldeten diabolischen Vocals „Helioskron“ zu einem abwechslungsreichen, überzeugenden und mitreißenden Hörerleben werden.
Wer Black Metal mag, der sollte sich dieses Album auf keinen Fall entgehen lassen.