Nun will uns Europa in Zusammenarbeit mit Lausch das Tor zu dieser Fantasywelt öffnen, indem man sich an die Hörspielfassung des 1984 erfundenen Pen&Papers Rollenspiels „Das Schwarze Auge“ gemacht hat.
Wir schreiben das Jahr 1020 in Tobrien, wo der Dämonenkaiser Galotta herrscht. Dessen Schergen verfolgen Devin und seine Mutter, welche schließlich ermordet wird. Devin hingegen findet sich unvermittels in der Vergangenheit, im Jahr 916, wieder. Hier stößt er auf die „Ungestümen“, Harsim „Feuerreiter“, „Banjatki „Feuerklinge“ und „Jannos „Fäuerläufer“. Von Borbarad zur Bekämpfung eines schwarzen Magiers engagiert, tappen die vier Protagonisten in eine Falle, die tödlich enden kann.
Schnell wird deutlich, dass diese Produktion – entgegen meinen Erwartungen – eher auf Kinder als auf Erwachsene zugeschnitten worden ist. Die Hauptsprecher, vor allem Jonas Zumdohme, der ständig nach Stimmbruch klingt, vermitteln einen etwas unsicheren, jugendlichen Eindruck. Gerade zu Beginn der Geschichte und in der Szene, in der die Helden den Meckerdrache Ferrus treffen, ist mir die Produktion zu unruhig und unübersichtlich und ich finde es an diesen Stellen etwas beschwerlich der Handlung zu folgen – gerade wenn man davon ausgeht, dass einige Hörer nicht mit der Fantasywelt von Aventurien vertraut sind.
Der „Subplot“ mit Casta und Travian geht etwas im Getümmel der Ereignisse unter und es gerät irgendwann etwas aus dem Blick, welche Rolle sie genau spielen.
Wer bei „Das Schwarze Auge“ die detailverliebte Erschaffung einer umfangreichen Secondary World mit entsprechend dichtgestrickter Story erwartet hatte, der wird mitunter enttäuscht sein. Wer sich mit einer kurzweiligen, unterhaltsamen Abenteuergeschichte im Fantasykontext zufrieden gibt, der ist mit dem ersten Teil des Schwarzen Auge bestens bedient.
Die Möglichkeiten, die eine Reise in die Fantasywelt bieten kann, ist mit diesem ersten Teil noch nicht ausgereizt. Warten wir mal ab, was die nächsten Folgen bringen.