Die Spanier von DAWN OF TEARS stehen für eine überaus verspielte Art des melodischen Gothic Metals. Neben Anleihen bei anderen härteren Musikstilen gibt es darüber hinaus eine große Offenheit für orchestrale Arrangements sowie klassische Variationen. So zum Beispiel zu finden auf dem Opener 'A cursed heritage'.
Das verleiht der Musik eine ungeahnte Vielfältigkeit. Denn harte Riffs treffen auf emotional melodische Passagen, Classic-Metal-Gitarrensoli ('The darkest secret') treffen auf nachdenkliche synthetisch-elektronische Partien. Ganz so, als ob INSOMNIUM, PARADISE LOST und BEFORE THE DAWN ein gemeinsames Album aufnehmen würden.
Organisch und passend zum Titel „The dying Eve“ finden sich auch immer wieder, wenn auch sparsam eingesetzt, weibliche Gesangseinsätze, die denn betreffenden Songs dann ein ganz besonderes Flair verleihen.
Herausragende melancholische Melodien, gepaart mit kompromissloser Härte und leidenschaftlicher Dynamik ('Angel gone'), zeugen von einem inspirierten und kreativen Songwriting, das diesen Longplayer zu einem wahren Hörerlebnis werden lässt, bei dem es immer wieder auch zu unerwarteten musikalischen Wendungen kommen kann (Besonders brutal: 'The 7th seal').
Kurz: DAWN OF TEARS zeigen auf ihrem neuen Longplayer in durchaus überzeugender Weise, dass sie in der Lage sind, dem Melodic Metal musikalisch ihren eigenen Stempel aufzudrücken und dadurch das Genre zu bereichern.