Es braucht auch nicht viel Zeit um zu merken, dass sich DESOLATION treu geblieben sind, schon nach den ersten Zeilen der rasch lospeitschenden Eröffnung "Home is Where The Heart Is" stellt sich ein angenehmer Wiedererkennungswert ein. Das treibende Schlagzeug wird durch Keyboarder Sebastian mit flächigen Chor- und Streicherklängen flächig unterlegt und geben dem Songkonstrukt viel Atmosphäre, unterstützt aber auch melodiös oft das Gitarrenriffing. Dieses zeigt sich deutlich im typischen Death- und Blackmetal Gewand, ist aber durchgehend abwechslungsreich, mal melodiös, mal brachial und lässt zu keinem Moment Einseitigkeit oder Plattitüden zu.
Vokalist Johannes, der seine Vielseitigkeit schon auf den vorherigen Alben bewiesen hat, macht auch hier davon gebrauch und schreit dem Hörer geradezu ins Gesicht, vermittelt die tiefgründig-emotionalen Textpassagen aber auch passend clean, gekeift oder flüsternd auf Englisch, Latein oder Deutsch. Keyboarder Sebastian wirkt dabei unterstützend mit überzeugenden Growl-Passagen.
Müsste man einen Beispielsong rauspicken, hätte man wohl seine Probleme; jeder Titel ist hier für sich stehend Teil eines Ganzen, doch merklich im Gedächtnis geblieben ist der Schlusstitel "Ich hasse ein bisschen die Welt", der den Hörer nach dem Ausklingen geradezu allein zurücklässt.
Das Artwork, das bei Alben wie diesem eine nicht unerhebliche Rolle spielt, ist, ausgenommen vom Frontcover, von Gitarrist Felix entworfen worden und vermittelt in der Verbindung von Stillleben und Natur wunderbar das Konzept, ohne zuviel Aussage aufzudrücken.
"Desoriented wird am 20.09.2013 erscheinen und sollte am besten auf einem der örtlichen Konzerte erworben werden, denn erfahrungsgemäß schaffen es Desolation sehr gut das Feeling der Alben auch auf der Bühne rüberzubringen. Wer dem Genre nicht abgeneigt ist, kann hier ruhigen Gewissens reinhören, sollte aber alles Andere als leichte Kost erwarten.