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Dethless - Splitter

VÖ: 26. April 2008   •   Label:  Eigenproduktion
25. August 2008

(Wann auch immer die denn kommen mag…) Eine davon ist Dethless (nein, ohne „a“, wie Megadeth). Nach ihrem ersten Lebenszeichen, einer Demo-CD aus dem Jahre 2005, hat die aus Berlin stammende Prog Death-Fraktion nun nachgelegt – und präsentiert mit „Splitter“ ihren selbstfinanzierten Vollzeit-Erstling.
Eines vorweg: Wer einmal selbst eine CD produzieren will, sollte sich von Dethless die Adresse des Studios besorgen. Denn an der Klangqualität von „Splitter“ gibt es absolut nichts zu meckern: Gitarre und Bass, Vocals, Synths, Batterie – alles ist glasklar abgemischt und hat mehr Druck, als man von einer Eigenproduktion erwarten würde.
Die schlechte Nachricht: Gerade diesen Druck machen Dethless gleich wieder selbst zunichte. Denn schon beim Opener mit dem pompösen Titel „Weltgeist und Historie“ schlagen einem kropfreife Klimperkeys entgegen, wie sie schlimmer kaum sein könnten: Schrill, künstlich und noch dazu vollkommen inakkurat gespielt nehmen sie dem Titel (wie auch dem Album) bei jedem Auftreten Eleganz und Tempo und verleiten so schon am Anfang zum Weiterschalten. Schade, denn eigentlich ist der Song mit seinen treibenden Midtempo-Parts und dem ins Epische gehenden Chorus gar nicht so übel geraten, und kann seitens der Vocals auch gleich mit der ersten Überraschung aufwarten: Denn dann und wann wechseln sich die souveränen, tiefen Grunts auch mal mit ganz passablen, sauberen Gesangslinien ab, der auch auf anderen Titeln des Albums akzentuierend zum Einsatz kommt.
Nachdem die Band das schicke Anfangsriffing von Track Nummer zwei, „Wach“, wieder ordentlich mit Keys versaubeutelt hat und mit dem krachenden „Haus der Erkenntnis“ den wohl besten Titel des Albums abliefert, gerät die Scheibe jedoch endgültig auf eine lange Durststrecke. Alle Probleme, die in den ersten drei Titeln bisher eher erahnbar waren, werden hier mehr als offensichtlich. Neben handwerklichen Unsauberkeiten (insbesondere an Keyboard und Gitarre) hat die Band ausgerechnet beim Zusammenspielen Schwierigkeiten. Oftmals dudeln die Instrumente einfach aneinander vorbei: Gitarre und Keyboard konkurrieren um die erste Stimme, weil sie sie partout nicht gemeinsam gespielt bekommen, und selbst die Drums, die bis dahin noch recht zuverlässig schienen, patzen bei den Double Bass-Passagen von „Herr Kaplan“ gleich mehrfach. Wenn dann noch die gestelzten „Reim-dich-oder-ich-fress’-dich“ Texte und Unsicherheiten im Songwriting hinzukommen, wie etwa bei, „Mein Gefängnis“, das stark unter den permanenten, total konzeptlosen Taktwechseln leidet - dann ist bald das Chaos komplett.
Dabei finden sich auch hier immer wieder Lichtblicke und durchaus kreative Momente: „Mein Gefängnis“ hat man ein hübsches „Akustik“-Gitarrenintro spendiert, „Und er lachte“ beginnt zunächst einmal mit einem kleinen Erzählpart, und der achtminütige Titeltrack „Splitter“ vereint tolle Gitarren-Frickeleien, bretternde Riffs und einen stark an Dream Theater erinnerndes, melodisches Interludium.
Dennoch bleibt bei mir ein eher durchwachsener Eindruck zurück, als die Scheibe nach dem Schlusstitel, dem eher mäßigen Deutsch- Englisch-Mischmasch „Imperial Master“, in ihre Ausgangsposition zurücksummt. Dethless haben ein paar nette Ideen auf diese Platte gebracht – aber auch viel, woran sie noch dringend arbeiten müssen. Wer dennoch einmal ein Ohr riskieren möchte, kann das recht günstig tun: Die Scheibe ist für vergleichsweise günstige 8 €uronen zu haben.

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