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Die! Die! Die! - S.W.I.M.

VÖ: 04. September 2014   •   Label:  Sounds of Subterrania!

Wer bei DIE! DIE! DIE! erst einmal an eine deutsche Band denkt, liegt genauso falsch wie ich. Auch der Fakt, dass die drei Jungs aus Neuseeland stammen, ließ mich nicht davon abbringen, zumindest an einen deutschen Bandnamen zu glauben. Schlimm. Wer Englisch kann, ist da klar im Vorteil.

Aber vielleicht hat mich auch die Musik so geblendet und in ihren Bann gezogen. Denn DIE! DIE! DIE! zelebrieren in äußerst genialer Weise einen Alternative Rock, den man in dieser Dynamik und Frische lange nicht mehr gehört hat. Diese unvermutete und dadurch umso umhauendere Mischung aus dem Alternative der 90er Jahre in Gestalt der frühen NADA SURF oder YO LA TENGO und dem der angloamerikanischen Konvenienz in Gestalt der EDITORS oder von THE NATIONAL ist mehr als entwaffnend, in melancholischer Hinsicht sind Anspielungen auf JOY DIVISION nicht von der Hand zu weisen und der unglaubliche, fast schon androgyn klingende Gesang von Andrew Wilson lässt Parallelen mit den engagierter Sängerinnen von female-fronted Bands der 90er nicht unwahrscheinlich erscheinen.

Man nehme nur den Song 'Get Hit', um das bisher in Europa nicht gehobene Potenzial der Band deutlich werden zu lassen. Gitarrige Kraft trifft auf genauso gitarrige Melodik. Und genau durch dieses Zusammenspiel entsteht eine hochexplosive Mischung, die niemanden kalt lassen kann. Da ist dann Hitze auf den Tanzflachen der düsteren Alternative-Schuppen angesagt. Schrammelig hymnisch mit dem Hang zur sphärischen Soundlandschaft kommt 'Don't Try' daher. Herrlich. Und fast möchte man glauben, der Songs stamme von FLORENCE AND THE MACHINE. Von ganz anderer Machart ist dann Angel, eine Mischung aus dem rifflastigen Sound von HOLE und VERUCA SALT.

Aber natürlich kopieren DIE! DIE! DIE! die hier genannten Bands nicht einfach, sondern sie haben ihren genuin eigenen Sound gefunden: groovige, herumdüsternde Bassläufe, treibende Drums treffen auf melodischen, mitreißenden 90er Alternative-Emo, der sich in sphärischer, echohafter Halligkeit und scheinbarer, akustischer Unendlichkeit voll entfalten kann. Auf dem MP3-Player würde mann vom "Hallen-Modus" sprechen. ('She's Clear').

Ein weiterer Punkt der Genialität dieses Albums ist die Tatsache, dass sich die zwölf Tracks musikalisch nicht wiederholen und auch kein Füllmaterial zu finden ist. S.W.I.M geht sofort von Null auf Hundert und kann das Niveau den ganzen Longplayer über halten. "All Killer, No Filler", um einmal mit den großartigen SUM41 zu sprechen.

Kurz: Das Album S.W.I.M. ist ein Weckruf an die Alternative-Rock-Gemeinde und hat das Zeug, eine Renaissance dieses doch etwas in Gleichförmigkeit erstarrten Genres einzuleiten. Denn das, was Hyaluron für die faltige Haut ist, ist dieser Longplayer für die Freunde des Alternative-Rocks: ein Jungbrunnen. Denn diese geniale Mischung aus dem 90er Alternative (NADA SURF, YO LA TENGO), dem zeitgenössischen (frühe EDITORS, THE NATIONAL) und der neuseeländischen Unkonventionalität ist einfach mitreißend!

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