Nachdem jedoch das Debüt „Reaping the World Winds“ erschienen war, ver-sank die junge Band auch bald in Lineup-Schwierigkeiten und ward ab da nicht mehr gesehen. Mittlerweile, vier Jahre später, haben sich die Besetzungsprobleme aller-dings gegessen. Auf dem neuen Album von Dimension F3H wird die Drummer-Frage endlich gelöst und eine weitere gleich im Titel gestellt: Nämlich, ob der werte Zuhörer auf Schmerzen stehe. Wer einen Rezensenten so direkt fragt, bekommt gern eine Antwort… ;-)
Zugegebener Maßen: Sowohl die Band an sich, als auch ihr 2003er Erstlingswerk sind damals vollkommen an mir vorbeigegangen. Insofern erübrigen sich Vergleiche zwischen Debüt und neuem Album. Fakt ist, dass „Does the Pain Excite You?“ nicht die Bohne mit dem zu tun hat, was Morfeus bei Limbonic Art fabriziert: Statt sympho-nischen Black Metal-Bombasts spielen Dimension F3H eine originelle Mischung aus Dark-/Thrash-Metal und einer Unmenge elektronischen Elementen. Man fühlt sich beim Hören der Scheibe ein klein wenig an The Kovenant zu „Animatronic“-Zeiten erinnert, wenngleich Morfeus’ Viergespann deutlich weniger poppig daherkommt und auch gern einmal stark aufs Gaspedal drückt. Die Band reitet zu einem Gutteil auf der futuristischen Cyber Metal-Welle, die Fear Factory einst lostraten, bleibt jedoch detailverliebtem, skandinavischem Sound treu. Und das Beste: Es funktioniert! Mit „Does the Pain Excite You“ liefern Dimension F3H ein Album ab, das sowohl in Punk-to Originalität als auch Abwechslung punkten kann. Sicher, düster bleibt es bis zum Schluss, wenn die Band ihre Hörer mit Titeln wie „CyberQueen“ oder „EchoCham-ber“ in eine zutiefst maschinelle, künstliche Welt entführt. Dabei spielt sie jedoch von bedrohlichen oder epischen Momenten eine Vielzahl von Stimmungen durch und va-riiert gern auch das Tempo, so dass von mechanischen Midtempo-Stampfern bis zu knüppelnden Dampf-Nummern vieles dabei ist.
Was mich bei alledem unglücklich gemacht hat, ist vor allem die Produktion, welche etwas platt daherkommt. Zwar ist der Sound recht klar, jedoch kommen Gitarren und Bass viel zu wenig heraus, wirken geradezu glattgebürstet. Und mit „Freakshow“ ist zudem noch ein recht platter Fülltrack mit aufs Album gerutscht, der weder musika-lisch noch textlich viel Aufregendes zu bieten hat.
Nach oben ist also noch ein wenig Luft. Dennoch präsentiert „Does the Pain Excite You?“ eine Band mit Kreativität und Potential. Sicher, Puristen, die Elektronik auf den Tod nicht leiden können, werden dieses Album meiden wie der Papst den Intimpier-cer. Freunde elektronisch angehauchten Extreme Metals auf der Suche nach origi-nellem Futter können hier jedoch getrost ein Ohr riskieren… Und sich vom „Schmerz erregen“ lassen.