Zum Hauptinhalt springen

Dreamshade - What Silence Hides

VÖ: 03. April 2011   •   Label:  Spinefarm Records
30. März 2011

Nun schickt sich mit DREAMSHADE eine junge Band an, im Bereich des melodischen Death Metal den Flachlandbewohnern zu zeigen, wo der Hammer hängt.
Allein mit einer selbstproduzierten EP („To the edge of reality“, 2008) im Gepäck hatten die sechs Jungs aus Lugano es geschafft, die Veranstalter mehrerer namhafter Festivals von sich zu überzeugen, was ihnen Auftritte u. A. auf dem Metalcamp oder dem Summerbreeze eingebracht hatte. Und ohne man sich versah, stand man schon bei Spinefarm unter Vertrag, wo nun mit „What silence hides“ das 10 Songs starke Debüt erschienen ist.

Eine schnelle Einordnung dessen, was dem Hörer geboten wird, ist – und das lässt sich hier ohne Zweifel als Auszeichnung werten – etwas schwieriger. Auszeichnung deshalb, weil das Genre Melodeath in den letzten Jahren einfach ziemlich beansprucht wurde, was zwangsweise irgendwann auf Kosten der Qualität geschehen muss. Der in der Release Note angeführte Vergleich zu den Children of Bodom zieht glücklicherweise kaum. Denn während von Alexi gesangstechnisch selten mehr zu hören ist als wildes Gekeife, schöpft DREAMSHADE-Fronter Iko stimmlich aus den Vollen – neben Standard-Screams und sehr druckvollen Growls gibt es auch sparsam platzierten Sprech- sowie Klargesang, der zwischen Aggressivität und Melancholie pendelt. Besonders interessant wird das ganze durch die Tatsache, dass meistens mehrere Gesangsparts versetzt zueinander zu hören sind, Iko also quasi im Duett mit sich selbst um die Wette singt – teilweise vergleichbar mit Scar Symmetry.

Auch von den Melodien her kann man DREAMSHADE als recht eigenständig bezeichnen. Auffällig ist zunächst einmal das relativ laut gemischte Piano, das die Gitarre als Soloinstrument oft verdrängt (besonders auffällig hier die Piano-Kaskaden in Track Nummer neun, „Erased by time“, der damit eher nach Chopin als nach Children klingt…). Auch sonst erscheint alles, was Keyboarder Rawi produziert, oft sehr dominant, seien es Flächen, Streicher oder Lead-Sounds. Das geht mehrheitlich gut, ab und an wird man davon aber regelrecht erschlagen.
Weitere Auffälligkeit: die recht positive Grundstimmung der überwiegend in Mid- bis Uptempo gehaltenen Songs. Die gehen zwar meist ohne Intro direkt zur Sache, schalten dann aber auch oft wieder einen Gang zurück. Häufige Tempo-, ab und an auch Tonartwechsel und viele Breaks lassen durchaus die Bezeichnung „progressiv“ zu – das muss man mögen, die Geradlinigkeit der Hatecrew wird man nicht finden. Eher eine Vielschichtigkeit, wie sie auch Omnium Gatherum auf ihrer aktuellen Scheibe zelebrieren – wobei DREAMSHADE keinen Dan Swanö hinterm Mischpult und teilweise auch vorm Mikro hatten… Doch auch Frederik Nordström ist beileibe kein unbeschriebenes Blatt und hat mit seinem ausgezeichneten, druckvollen Mixing seinen Teil zu einem gewissen Göteborg-Feeling beigetragen.

„What Silence hides“ íst ein gutes Beispiel dafür, dass das Genre MeloDeath momentan nach einer gewissen Zeit der Flaute wieder in größerer Zahl gute bis hervorragende Veröffentlichungen hervorbringt und seine Grenzen beständig erweitert. Mit DREAMSHADE wird nach solch einem mehr als soliden Debüt in den nächsten Jahren bestimmt noch zu rechnen sein.

Wir benutzen Cookies
Für einige Funktionen benützt diese Website Drittanbieter Cookies (YouTube/Google) - Lesen Sie mehr darüber in unseren  
Hinweis

Eine Ablehnung wird die Funktionen der Website beeinträchtigen. Möchten Sie wirklich ablehnen?