Musikalisch heißt das: Die Chefköche haben Death Metal, Grindcore und auch eine Spur Hardcore in einen rostigen Pott geschmissen, die blutige Masse ein paar mal umgerührt und mit den eigenen Körpersäften ein wenig verfeinert. In dieser exquisiten Mischung röhren sie schon seit 1997 vor sich hin und haben bereits ein Live-Album und zwei Vollzeit-Alben auf den Markt gerotzt. „Oppressed / Deformed“, die aktuellste Création der Maîtres de Cuisine, ist eigentlich schon 2006 einmal serviert worden, erfreut sich Anno 2007 allerdings eines Rereleases. Und jetzt kommt die Preisfrage: Ist Das Ganze auch genießbar?
Allerdings! Gerade die extremeren Spielarten des Metals scheinen sich in der Republik derzeit größerer Beliebtheit zu erfreuen, und wenn dabei so etwas herauskommt wie „Oppressed / Deformed“, umso besser! Technisch spielen wohl alle Mitglieder von DSK auf technisch höchstem Niveau. Das Album vereint Spuren von Oldschool-, Brutal und stellenweise auch Technical Death Metal zu einem regelrechten Gitarrengewitter aus Blastbeats und treibenden Riffs, die vereinzelt auch geniale Soli zulassen. Und über alledem liegen die aberwitzigen Vocals von Frontsau Nicolas Boury, mal tiefe, geisteskranke Grindcore-Grunts, mal mischen sich Elemente amerikanischer Hardcore-Vocals unter. Innerhalb der 40 Minuten Spielzeit walzen DSK (das Kürzel für „Disruption of Soul and Kind“) so ziemlich alles platt, was nicht niet- und nagelfest ist und lassen dabei selbst die neuesten Releases von Genregrößen wie Napalm Death alt aussehen. Dann und wann läuft die Scheibe, ein wenig zu sehr in amorphem Geknüppel zu versinken, kriegt jedoch meist hinter dem nächsten Break wieder den Bogen. Selbst die Produktion sitzt bombensicher: Der Sound ist roh, kantig und ungeschliffen, ohne jedoch zum Soundbrei zu werden. So muss Todesblei klingen! Und als kleines Zuckerchen gibt’s noch zwei Live-Videoclips mit drauf, welche Orgien wie „Models of Premature Souls“ und „Ex Nihilo“ eindrucksvoll in Szene setzen.
Dass der erste Release von „Oppressed / Defomed“ 2006 nicht die verdiente Aufmerksamkeit bekommen hat, mag verwundern. DSK jedenfalls feiern mit diesem Album ein nackenbrecherisches Fest ab – das vielleicht diesmal auch den Rest Europas erschüttern wird.
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