Umso erfreulicher ist es, dass DYING EMPIRE nun ihr Debüt-Album "Dystopia" vorlegen, das in äußerst erfrischender Weise Death mit Thrash Metal kombiniert, natürlich mit einer gehörigen Portion zorniger Grimmigkeit und düsterer Nachdenklichkeit. Daneben scheuen sich die Dresdener aber auch nicht, die beschriebenen Genregrenzen zu überschreiten, wenn es angebracht erscheint.
Der Track 'Confines' ist ein Beispiel dafür, denn die phasenweise vorherrschende dynamische Eingängigkeit ist eher im Punk-Rock anzusiedeln, eingebettet in den charakteristischen Zwiegesang aus tiefen todesmetallischen Growls und modern-thrashigen Vocals im Stile von SYLOSIS. Mitunter hat man aber auch den Eindruck, dass man es mit Death-Doom im Stile von MAJESTIC DOWNFALL zu tun hat, zumindest was die atmosphärischen melodischen Passagen angeht, die durch orgiastische Blast-Beats aber immer wieder auch in den schwarz-metallischen Bereich übergreifen ('Walk Of The Dead'). Hammermäßige Riffs und sparsam dosierte kakaphone Elemente lassen zudem keine Langeweile aufkommen, darüber hinaus laden die bisweilen breiten Raum einnehmenden Gitarrensoli zum Nachdenken ein, um dann wieder Platz für mitreißende Brutalität zu machen.
Manchmal ist ein Song so abwechslungsreich und vielfältig wie bei anderen Bands ein ganzes Album. Vereinzelt geht Lust am Experimentieren und an der Diversity auch ein wenig mit DYING EMPIRE durch, so in 'Oblivion', das in Gänze etwas unorganisch und ungestüm daherkommt. Angegroovte Riffs überzeugen im Verein mit frischer Dynamik und leidenschaftlichem Pathos dann aber wieder in 'Inner Eclipse', ein Track mit den sehr seltenen Klargesangspartien.
Neben den bisher genannten Songs eignen sich zum Anspielen darüber hinaus auch der wütend-atmosphärische Rausschmeißer 'Burn The Empire Humanity', der fordernde martialische Opener 'Origin' oder das düster-dynamische 'Tarnished Sight'.
Fazit: Die Dresdener von DYING EMPIRE legen mit "Dystopia" ein Debüt vor, das ein großes Ausrufungszeichen hinter die Ambitionen setzt, vom Underground aus auch den großen Durchbruch zu schaffen. Denn ihrem Sound, der in äußerst erfrischender Weise Death und Thrash Metal kombiniert und das mit einer gehörigen Portion zorniger Grimmigkeit und düsterer melodischer Nachdenklichkeit, kann man sich schwerlich entziehen. Unbedingt reinhören und kaufen!