Denn die Ösis von der Ersten Allgemeinen Verunsicherung blasen auf ihrem 15. Album zum Sturm gegen den kulturellen Verfall der westlichen Welt.
Zweifellos war die Blütezeit der EAV in den 90iger Jahren, als man mit "Fata Morgana", "Märchenprinz", "Ba-Ba-Banküberfall" oder "Küss' die Hand schöne Frau" einen Hit nach dem anderen landen konnte. Doch spätestens seit dem letztjährigen Rock Harz Festival ist klar, dass die Ulkrocker auch unter der Metalgemeinde eine große Anhängerschaft besitzen. Mit Songs wie "Nostradamus" oder "Neue Helden..." dürfte man auch weiterhin die Freunde der härteren Gitarrenmusik ansprechen, mit "Eloise & Die Krise" wagt man sich sogar fast in elektronische Gefilde vor. Kurz, die EAV scheut weiterhin keine Genregrenzen und nutzt die Musik als Vehikel für ihr kritischen Texte. Selten hört man heute eine Band, die mit soviel Humor und Eloquenz auf die Zustände in der Gesellschaft hinweist. Ob nun Fernsehköche oder der amerikanische Präsident - die EAV nimmt alle aufs Korn. Und bei Songs wie "Supertürke" zeigt man auch wieder, dass man nicht aus falsch verstandener politischer Korrektheit alle Dinge akzeptieren muss. Schon beim Rock Harz wiesen Thomas Spitzer & Co ohne Scheuklappen auf alle möglichen Missstände hin und zeigten, dass sie keine Angst davor haben sich Konflikten mit verschiedenen Gruppen zu stellen. Schade nur, dass viele der hier humoristisch kritisierten Menschen intellektuell gar nicht in der Lage sein werden, die Aussagen zu erfassen.
Ob das Album eine musikalische Offenbarung ist, weiß ich nicht, doch die EAV wirkt als Gesamtkunstwerk und ist auch nach über 30 Jahren eine Größe für sich. Wer also auf der Suche nach zeitgenössischem musikalischem Kabarett ist, der dürfte mit "Neue Helden..." bestens bedient werden.
Wir benutzen Cookies
Für einige Funktionen benützt diese Website Drittanbieter Cookies (YouTube/Google) - Lesen Sie mehr darüber in unseren