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Electrocution - Metaphysincarnation

VÖ: 04. Mai 2014   •   Label:  GoreGoRecords

Die Herren benötigten mehr als 20 Jahre, um den Nachfolger zu ihrem Debüt „Inside the Unreal“ einzuspielen. Nun hoffe ich, dass die Herren nicht nebenbei auch im Installateurgeschäft tätig sind, denn sonst kann ich mir ausmalen wie lange ich noch auf eine funktionierende Gastherme warten darf. Zugute halten muss man dem Vierer allerdings, dass ihr Zweitwerk eine Wucht geworden ist – mit anderen Worten: ELECTROCUTION verstehen ihr Handwerk. Und gut Ding will ja bekanntlich Weile habe. Tatsächlich hatte die Band auch nach sieben Jahren 1997 zunächst das Zeitliche gesegnet. Erst die Wiederveröffentlichung des Debüts im Jahr 2012 gab den Anstoß zur Wiederbelebung nach 16 Jahren Abstinenz. Zwischenzeitlich war Gitarrist Alex mal als Ersatz für Max Cavalera bei SEPULTURA im Gespräch, doch die Geschichte nahm bekanntlich einen anderen Ausgang. Und beim Hören von „Metaphysincarnation“ muss man auch sagen, dass es gut so ist. Der traditionelle 90er Jahre Death Metal der Band aus Bologna ist doch wesentlich ansprechender als alles was SEPULTURA nach „Arise“ abgeliefert haben. Während man bei der Gründung im Jahr 1990 vor allem durch Todesblei amerikanischer Machart geprägt war, entwickelte sich die Band später in eine etwas technischere Richtung. Und diese Richtung hat man auch auf dem Zweitwerk beibehalten. Allerdings verlieren sich Mick Montaguti & Co nicht in unsinnigem Gefrickel, sondern sie geben dem Kessel jederzeit ordentlich Druck. Und wir kennen das ja von allen möglichen Gebrauchsgegenständen: Je mehr Technik verbaut ist, desto mehr geht auch kaputt. Insofern darf man ELECTROCUTION attestieren, dass sie sich zwar technisch auf hohem Niveau bewegen, aber nicht den Rubikon der megalomanen Technikverliebtheit überschreiten. Das Ergebnis sind 11 richtig gelungene, amtlich produzierte Death Metal Songs mit Kraft und Finesse. So ein bisschen wie feine Leberwurst: am Anfang steht das Bolzenschussgerät und am Ende steht ein feines, schmackhaftes Produkt. Und Leberwurst wird ja auch nicht jedes Jahr neu erfunden oder unnötig verändert. Will sagen: Wer Anfang der 1990er auf Bands wie CYNIC, ATHEIST, SADUS, DEATH, CARCASS oder später auch ESQARIAL oder ARCH ENEMY stand, der wird ohne Probleme mit dem neuen Material von ELECTROCUTION warm werden. Schneller jedenfalls als mein Wasser wieder warm wird.

ELECTROCUTION empfehlen sich mit „Metaphysincarnation“ als eine der besten traditionellen Death Metal Bands des Jahres 2014. An dem Album stimmt einfach alles: Sound, Coverartwork und vor allem das Songwriting. Darum möchte ich mit ein paar poetischen Worten schließen: Bleibt der Heizungskessel kalt, geben dir ELECTROCUTION Halt. Oder auch: Kannst du ne Woche nicht warm duschen, hör doch einfach ELECTROCUTION. In diesem Sinne…

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