Auch wenn ERIK COHEN einem breiteren Publikum noch unbekannt sein dürfte (zumindest unter diesem Namen, verbirgt sich dahinter doch Jack Letten, Mastermind und Sänger von SMOKE BELOW), so bleibt zu hoffen, dass sein Debütalbum "Nostalgie für die Zukunft" seinen Grad an Bekanntheit heraufschraubt. Denn er versteht es blendend, deutschsprachige Rockmusik zu machen, die sich nicht anbiedert, die nicht versucht, krampfhaft modern und experimentell zu sein, und die dennoch ein hohes Maß an Straßenglaubwürdigkeit besitzt.
Von dem ersten Ton an wird frisch, fromm, fröhlich, frei gerockt, was die Stromgitarre so hergibt, und das auf eine traditionelle, moderne und dynamische Art und Weise. Denn verschiedenste Aspekte des Backkatalogs der Rockgeschichte finden genauso Eingang in seine Musik wie Elemente anderer verwandter Musikgenres.
Dadurch sind die Songs überaus einnehmend und mitreißend. Dass die Texte auch noch außergewöhnlich gewitzt sind, versteht sich vor diesem Hintergrund fast schon von selbst.
Klassische Rock-Riffs mit Anleihen von SELIG finden sich auf 'In Bewegung', rockig bluesig kommt 'Dirigent' daher, eingängige poppige Melodien im Stile der 80er Jahre (DURAN DURAN?) werden in überaus hardrockige und punkige Gewänder verpackt, so dass etwas ganz Neues entsteht ('Omega Mann'). In etwa so, als ob ACHIM REICHEL erst im neuen Jahrtausend angefangen hätte, Musik zu machen, und das ist nicht als Kritik gemeint.
Kurz: Ein sicheres Händchen für mitreißende Melodien, musikalisch glaubhaft zum Ausdruck gebrachte Sehnsucht ('Segeln'), überzeugende hamondorgelartige Parts und überhaupt schnoddriger, rotziger, dynamischer und authentischer Rock ('Kosmonaut') machen ERIK COHEN und sein Debüt zu einer lohnenswerten und sagenhaften Entdeckung!