Mit 10 Songs und 4 Bonustracks solle "Hate Me" eine Mischung aus den vorherigen Alben der Band darstellen und mit "Heavy Songs" auftrumpfen, so schrieben es ESCAPE THE FATE auf ihrer Facebook Seite.
Der erste Track "Just A Memory" überzeugt sofort mit der angepriesenen Härte, starken Gitarrenriffs und einprägsamer Melodie. Persönlich fühle ich mich etwas an die Anfänge der Band mit ehemaligen Frontmann Ronnie Radke erinnert: ordentlicher Metalcore Sound mit guten Screams und Clean Gesang im Wechsel und sogar ein Breakdown, der sich sehen bzw. hören lassen kann. Alles in allem ein guter Einstieg und ein Song der auf jeden Fall Bock auf den Rest der Platte macht.
Nachdem meine Lust auf weitere ähnliche Songs geweckt wurde, kam dann aber leider die Enttäuschung, denn der nächste Track "Live For Today" punktete weniger mit Härte, dafür eher mit weichem Pop-Rock-Sound und mit zu vielen Industrial-Dance-Elementen.
Auch die nächsten Songs werden dem Albumtitel "Hate Me" nicht gerecht, denn unter solch Namen hätte ich mir mehr Songs wie "Just a Memory" gewünscht, die auch wirklich in gewisser Weise nach Hass klingen.
Einen Hoffnungschimmer bringt noch der achte Track "Les Enfants Terribles", der nochmal ordentlich reinhaut, mich aber auch nicht mehr wirklich vom Hocker reißen kann.
"Let Me Be" entäuscht mich persönlich dann leider komplett und würde auf einem Boyband-Mainstream-Album besser zur Geltung kommen.
Für eine Band die eigentlich jahrelang im Post-Hardcore-Genre agierte, halte ich die Platte für sehr schwach. Das ganze Album ist ein ziemliches Durcheinander und es lässt sich kein klarer Stil erkennen. Auch von den Texten her ist "Hate Me" sehr eintönig gestaltet und wie eben schon gesagt lässt sich von Hass kaum etwas spüren. Schade eigentlich, da man an Songs wie "Just A Memory" sieht, dass es die Jungs von ESCAPE THE FATE eigentlich drauf haben und im Metalcore bzw. Post-Hardcore eine gute Figur abgeben würden. Wer jedoch auf den Alternative Rock bzw. Poprock Sound steht, findet bei Hate Me bestimmt den ein oder anderen Song, zu dem er demnächst beherzt im Auto mitsingen kann.