Zum Hauptinhalt springen

Evoken - A Caress Of The Void

VÖ: 23. November 2007   •   Label:  I Hate Records
24. Februar 2008

Nach mittlerweile dreizehn Jahren Band-Aktivität und überschattet von zahlreichen Besetzungswechseln, liegt nun mit „A Caress Of The Void“ das vierte Studio Album, und gleichzeitig der Einstand auf dem schwedischen Label I Hate Records, vor. Sowohl der Name als auch die einzelnen Songtitel der CD beschreiben die klanglichen Welten von Evoken mehr als treffend. Hoffnung gibt es hier zu keiner Zeit, während das Licht am Ende des Tunnels höchstens der viel zitierte Güterzug ist. Wirkung und Durchschlagskraft gehen trotzdem nicht verloren, denn was die US-Amerikaner auf „A Caress Of The Void“ zelebrieren, sind tiefste Dunkelheit und bleierne Schwere, die den Hörer immer mehr umfangen und in den Abgrund hinabziehen. Getragen von den düsteren Death-Growls von John Paradiso, der zudem noch unheilvoll flüstert und klaren Gesang einfließen lässt, was der Abwechslung sehr zuträglich ist, bewegen sich die Kompositionen wie zähe Lava aus den Boxen. Dies gemahnt oft an Bands wie Winter, Shape Of Despair oder auch Thergothon, wobei Evoken völlig eigenständig agieren. Herauszuheben sind zudem die gelungenen Keyboard-Parts, die unaufdringlich und dennoch stimmungsvoll das Klangbild untermalen, und das variable Schlagzeugspiel von Vince Verkay, der jeglicher Monotonie gekonnt vorbeugt. Gerade im Funeral Doom ist die perfekte Balance zwischen langen und pechschwarzen Songs, die dennoch interessant bleiben, und schnell aufkommender, ungewollter Monotonie stets ein schwieriges Unterfangen, doch Evoken erheben zwar die vertonte Langsamkeit zur Kunstform, verstricken sich aber zum Glück keineswegs in langweiligen Songstrukturen. Und wer sich die Mühe macht, das Album in Ruhe und mit Kopfhörern zu genießen, wird zunehmend eine Vielzahl kleiner Details und Melodien ausmachen können, die einem erst nach mehrmaligem und intensivem Hören auffallen. „A Caress Of The Void“ ist wie eine bittere Pille, eine Irrfahrt durch die tiefschwarze Nacht oder eine mitternächtliche Beschwörung mit Edgar Allan Poe und Baudelaire, an die die Texte des Albums stark erinnern, in einem nebligen Moor im Nirgendwo. Freunde des Doom/Death und Funeral Doom werden Evoken sicherlich schon auf ihrer Liste stehen haben, und wenn nicht, dann sollten sie dies schleunigst nachholen, aber auch allen anderen sei dieses düstere und intensive Machwerk unbedingt ans Herz gelegt.

Wir benutzen Cookies
Für einige Funktionen benützt diese Website Drittanbieter Cookies (YouTube/Google) - Lesen Sie mehr darüber in unseren  
Hinweis

Eine Ablehnung wird die Funktionen der Website beeinträchtigen. Möchten Sie wirklich ablehnen?