Wenn man aber im Auto hinter ihnen sitzt und gezwungenermaßen mitschleichen muss, dann fühlt man manchmal schon den Drang, die Fensterscheibe runterzukurbeln und rauszubrüllen: „Das Gas ist rechts!“ Habt ihr die Szenerie vor Augen? Wenn ja: Willkommen im neuen Exmortem-Album „Funeral Phantoms“.
Mit immerhin 15 Jahren Bandgeschichte auf dem Buckel wollte man auf dem sechsten Studioalbum einmal „die Grenzen des Extreme Metal erweitern“ und ein „wahres Death Metal-Album schaffen“ – so will es jedenfalls der Info-Flyer. Herausgekommen ist dabei eine Platte, die immer wieder auf denselben, öden Gitarrenriffs herumreitet und einfach nicht in die Pötte kommt, kurz: eine Doom Metal-Scheibe. Allerdings eine, der es schlicht und ergreifend an der Coolness mangelt, die so manchem Doom-Album innewohnt. Stattdessen gesellen sich in jedem Track aufs Neue immerselbe Gitarrenlinien zu immerselben Vocals, und allein der Drummer sorgt dafür, dass man beim Hören nicht ganz im Morast der Monotonie versinkt. Sicher, das mag teilweise beabsichtigt sein – schließlich muss man „Funeral Phantoms“ von Aufmachung und Konzept her als ein Album verstehen, das sich das Zelebrieren apokalyptischer und ödländischer Musiklandschaften zur Aufgabe gemacht hat. Das ist aber noch lange keine Lizenz zur Langeweile, sondern das exakte Gegenteil: Gerade in auf Monotonie abzielenden Konzepten braucht es kleine, aber gezielte Highlights. Und die hat „Funeral Phantoms“ einfach nicht. Das Album rödelt umständlich vor sich hin, und wenn man durch ist, hat sich kein Riff, kein Rhythmus ins Gedächtnis geschlichen. Einzige, kleine Ausnahme hiervon ist der Titel „Salvation“ – wortwörtlich eine Erlösung, drückt die Band hier doch endlich einmal heftiger aufs Gaspedal und tut das, was sie eigentlich kann: Fixen, dann und wann technischen Death Metal.
Ansonsten lahmt das Album aber einfach zu sehr an mangelndem Tempo, fehlender Abwechslung und eintönigem Songwriting. Und dem Vernehmen nach plant man in Zukunft sogar weitere Alben in diesem Stil. Das könnte sich schnell als fatal erweisen. Wenn die Band nämlich nicht bald die Handbremse gelöst bekopmmt, kann es ihr leicht so ergehen, wie dem Rentner: Sie wird von ihren Hörern überholt und zurückgelassen.