EYES SET TO KILL können auf eine bewegte Vergangenheit zurückblicken. Denn die vier Vorgängeralben sorgten für einen Popularitätsschub in den USA, man zierte die Cover von „USA Today“ oder des „Outburn Magazins“ und die Frauen der Band waren auf den „Hottest Chicks in Hard Rock and Metal“ Hitlisten des „Revolver Magazins“. Trotz mehr als 100.000 verkaufter Cds war man zuletzt ohne Label unterwegs, unter anderem auch in Europa als Support von CALIBAN und WINDS OF PLAGUE.
Umso erfreuter war man jetzt, als sich Century Media der Band angenommen hat. Passend dazu erscheint nun das fünfte Album „Masks“, das anderen female-fronted Bands wie I WRESTELED A BEAR ONCE ähnlich, dem ambitionierten hart-heftigen Metalcore eine mitunter zerbrechlich weiche weibliche Komponente abgewinnt. Eine durchaus erfolgsversprechende Variante.
Denn auf der einen Seite geht es metalcore-technisch mächtig ab ('The new plague'), auf der anderen Seite heben sich aber gerade die Songs von dem Metalcore-Einerlei ab, in denen das melodische Element durch zerbrechliche, kraftvolle oder emotionale Vocals besonders tiefgehend zelebriert wird ('The forbidden line': wirklich herausragend!). Allerdings kommen die Melodien für mich mitunter zu glattgeschliffen und zu eingängig daher. Dann ist die Gefahr des schnellen Überhörens besonders groß ('Secrets between'). Etwas mehr tiefer gehende Nachhaltigkeit wäre da bisweilen angebracht gewesen.
Das täuscht aber nicht darüber hinweg, dass „Masks“ ein insgesamt gelungenes Album geworden ist. Denn die Mischung aus biestiger Aggressivität und melodischer Schönheit ist dann doch unschlagbar. Zudem sind die Vocals von Frontfrau Alexia Rodriguez äußerst vielseitig, wie die rockröhrigen, mitunter an DORO gemahnenden, Parts in 'Infected' unter Beweis stellen.