Das, was Fall ov Serafim das vorlegen, präsentiert sich als sehr kurzweiliges Symphonic Black Metal-Scheibchen mit gelegentlichen Death- (z.B. in „Hope Extinguished“) und Trash-Anleihen (etwa in „A Poisoned Blessing“). Wer nun schon wegen des Prädikates „Symphonic“ die Hände in die Taschen und die Nase in den Himmel streckt, dem sei dringend angeraten, den gefallenen Serafen eine Chance zu geben und ihnen ein Ohr zu leihen. Werden die Keys doch recht bescheiden eingesetzt und erfüllen – außer in Teilen von „Purification“, „Carnival of Celestial Rape“ und „Your Paradise Suffers“ – kaum mehr als eine Teppich-Funktion. Diese aber in sehr angenehmer Weise.
Generell merkt man den Herren an, dass sie bereits ihre Erfahrungen im Musik-Business gemacht haben: Nachdem sich der Großteil der Belegschaft in einer Art „Vorband“ namens Mistelteil ausgetobt hat, klingt das Debut von Fall ov Serafim schon sehr reif und wie aus einem Guss. Es kommt daher mit einem sehr coolen Screamer (meist von einer growlenden Zweitstimme begleitet), fetten distorted Riffs, einem höllisch gut scheppernden Schlagzeug und ein paar wirklich guten Ideen daher. Wie bereits zur Beschwichtigung erwähnt treten die Keys deutlich seltener in Aktion, und wenn, dann meist in Form von atmosphärischer Hintergrundarbeit, welche das beinharte Geknüppel im Vordergrund keineswegs stört, sondern stellenweise sehr gut verstärkt. Zum Schluss hin geht leider spätestens nach „Carnival of Celestial Rape“ ein wenig die Abwechslung verloren, was nicht notwendiger Weise heißen muss, dass die beiden letzten Tracks schlecht wären. Man meint jedoch, vieles bereits in den vorangegangenen Tracks gehört zu haben, und die Unterscheidbarkeit der Lieder verabschiedet sich zum Kurzurlaub in die Karibik. Meine Empfehlung: Spätestens nach Track 6 abschalten und eine rauchen gehen. Und dann weitermachen, Soldat.
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