VÖ: 11. November 2008 • Label: 13th Planet Records
16. November 2008
Die lange Antwort auf die ebenso lange Frage ist: „Eine weitere Band von ex-Fear Factory-, ex-Prong-, ex-Ministry-, ex-Front Line Assembly-, ex-Murder Inc.- und ex-live-Killing Joke-Keyboarder John Bechdel.“ Da versteht man auch, woher der Mann das Faible für schier endlose Bezeichnungen hat…
Nach so vielen verblassten Liebschaften scheint dem Band-Nymphomanen einmal wieder langweilig gewesen zu sein, woraufhin er 2002 kurzerhand False Icons aus der Taufe hob und mit dieser Formation nun auch das erste Album, „God Complex“, veröffentlicht – und das nicht nur in der Rolle des Keyboarders, sondern bemerkenswerter Weise auch als Sänger und Gitarrist.
Letztere – die Gitarren – sind bei False Icons aber eher ein Hintergrundphänomen. Die Marschrichtung ist Industrial Rock/Metal und man bemüht sich reichlich, den düsteren Charme der frühen ’90er, vielleicht auch der frühen Ministry aufkommen zu lassen. Dabei mangelt es der Platte aber leider immens an Druck und wirklichen Höhepunkten. Mit ihren künstlichen Drumbeats, unzähligen elektronischen Spielereien und verzerrten Stimm-Samples fließt sie zäh dahin wie 70W-Getriebeöl; der Selbstbetitelungstrack „False Icons“ erinnert sogar stark an den drögen, stumpfen Grufti-Techno, den man manchmal in den Diskotheken um die Ohren gehauen bekommt. Kleine Hoffnungsschimmer wie das eher balladeske „Mystified“ bleiben die Ausnahme –zeigen gleichzeitig aber eine Ecke auf, in der die zweifellos vorhandenen Talente der Band wahrscheinlich besser aufgehoben wären.
Was bleibt also vom “Electro-Industrial-Synth-Rock-Trance Metal”? In meinen Augen nicht viel mehr, als eine krampfhafte, aber erfolglose Hommage an eine längst vergangene Dekade. Und noch dazu: Nicht viel Metal.
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