Fleshgod Apocalypse - King
...zunächst einmal nur mit einer längeren Atempause seit dem Vorgänger "Labyrinth", der ebenfalls über Nuclear Blast vertrieben wurde. Die Band wollte nicht halbgares abgeben, was zum "Mit dem Strom schwimmen reicht...". Das neue Werk ist vielmehr ein ausgereiftes Konzeptalbum, bei dem die Qualität des Endprodukts im Vorderggrund steht. Und genau das tut dem Silberling auch gut, und macht ihn sehr hörenswert. Nun diskutiert man ja über den Stil der Band gern mal hin und her, und die Italiener rufen nicht nur Lobeshymnen auf den Plan. Fernab der ganzen Genre-Diskussionen schaffen es FLESHGOD APOCALYPSE einfach auf den Punkt klassische, orchestrale Musik mit niederschmetterndem Todesmetall zu kreuzen. Was dabei herauskommt ist ein einzigartiger, sicherlich wirrer Hagel aus Keyboard, Orchester und klassischen Drum Walzen und GitarrenRiffs. Wie ein niederprasselnder Pfeilhagel scheint es aus allen Ecken auf den Gehörgang einzudringen. Was oft als Wirrwarr abgetan wird, ist wohl gerade das Wiedererkennungsmerkmal der Band.
Und auch auf KING verbinden sie auf hohem Niveau langsame, orchestral- Theatralische Parts mit aggressiven Drum Geknüppel flankiert von (zugegeben etwas zu kurz kommenden) Gitarren Riffs.
Der Aufbau ist dabei ähnlich den Vorgängern:
"Marche Royale" kündigt den Einmarsch der Gladiatoren an und steigert sich von einem pianissimo zu einem lauten fortissimo mit unaufhaltbarer Macht.
"In Aeternum greift das Thema auf und begint mit choralem Gesang. Doch shcon bald 'übernimmt' Sänger Tommaso mit fiesem Death Growls das Zepter. Flankiert wird er dan vom cleanen Gesang des Bassers Paolo. Hier kommen ganz klar auch wieder die Parallelen zu DIMMU BORGIR durch.
"The Fool" war bereits als Auskopplung im Stream zu lauschen, um einen adäquaten Vorgeschmack auf das Album zu geben. Und in der Tat ist dieser Song eine gute Wahl gewesen. Zeigt er doch den verrückten Professor, der wie ein Wirbelwind durch sein Labor fegt, und schlussendlich die verschiedenen Zutaten so zusammenmischt, dass es nur noch knallt und explodiert.
Herrausstechend sei noch "Paramour" erwähnt, ein Stück, das auf jegliche Metal Einflüsse verzichtet und puristisch klassisch mit weiblichem Operngesang daherkommt. Eine Verschnaufpause in dem sonst im Uptempo angesiedelten Album.
Mit "King" schließt das Album im gleichen Stil wie es begann: orchestrale Klänge enden im pianissimo und entlassen den Hörer.
Und wer jetzt noch nicht genug von den verrückten Italienern hat, kann sich abermals auf die Reise begeben. Neben dem normalen Silberling liegt noch eine weitere Scheibe zur Verköstigung bereit. Auf CD 2 befinden sich alle Stücke in einer alternativen Orchester Version. Allerdings sei dazugesagt, dass man sich für eben jene Reise auch sehr sehr viel Zeit und Muße nehmen sollte. Mit ein paar Durchgängen ist es hier nicht getan, und es ist schon schwerere Kost. Auf der anderen Seite lohnt sich aber dieser Aufwand.
Alles in allem ist "King" die konsequente Fortsetzung des Fleshgod´schen Stils und die Italiener lassen sich in keinster Art udn Weise beirren. Ein grandioser Ritt auf der Kanonenkugel, der von kalssischen Elementen untermalt wird, und dabei nur noch brachilaer zu Werke geht. Für alle eingefleischten Fans eine dringendes Muss , die Diskografie fortzusetzen, und für die Kritiker vielleicht eine neue Chance, mit der Band und ihrem eigenartigen Stil vielleicht doch warm zu werden.