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Funerary - Starless Aeon

VÖ: 11. August 2014   •   Label:  Midnite Collective

Wie hört es sich an, wenn der moderne Mensch, im Vertrauen auf das unablässige Funktionieren der Technik, bemerkt, dass die Handy- und Internetgötter plötzlich erzürnt sind und der unangefochtene Mittelpunkt des Lebens plötzlich nicht mehr existent ist. Oder wenn er eine panikhafte Suche auslöst, weil der Funkwecker eine Eigenleben entwickelt und nach seiner eigenen Zeit geht. Oder wenn zwei ahnungslose Mitglieder der TWILIGHT-Radio-Redaktion plötzlich mit einem Independent-Klarinettensong konfrontiert werden, der nach den Genfer Konventionen eigentlich verboten gehört hätte?

Da geraten dann Welten ins Wanken, das eigentlich Unbesiegbare liegt besiegt am Boden und Aurora verlässt eben nicht mehr das safrangelbe Lager des Titonus. Diese Endzeitstimmungen haben FUNERARY auf ihrem Debütalbum "Starless Aeon" in martialisch-epischer Weise eingefangen und in ein atmosphärisches doom-metallisches Gewand gehüllt, das ohne das Tiefschwarze zu vernachlässigen alle grauen Farbnuancen miteinander vermischt und bei der Shopping-Queen in den höchsten Tönen zu loben wäre, wenn das Motto "Verzweiflung, Ausweglosigkeit und Depression" gelautet hätte.

Anleihen beim Black Metal ('Coerced Creation') fungieren hier als Accessoire, was besonders im Hinblick auf die Vocals zu konstatieren ist, changieren selbige doch von hysterisch, sich überschlagend gekrächzt bis düster gegrowlt ('Starless Aeon'). Trotz alledem verbreitet dieses Soundgewand des Öfteren auch ein wohliges, heimisches und angenehmes Gefühl der Ruhe und des Friedens, schließlich gibt es auch hypnotische, harmonische Düsterpartien, die durch ihre Intensität und Regelhaftigkeit dem Hörer Halt im Leben zu geben vermögen. Bestens umgesetzt in 'Depressor'. Weltklasse!

Fazit: Wem diese Heiterkeit, diese nicht von Innen kommende Heiterkeit seiner Mitmenschen tierisch auf die Senkel geht, wer sich lieber in der Gesellschaft von Pflanzen aufhält oder wer einfach leidenschaftlich niederschmetternden und atmosphärischen Doom Metal mag, der sollte sich dieses Debüt nicht entgehen lassen.

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