Die Atmosphäre von Sun Of The Sleepless, das maritime Flair von Drautran, der Grimm von Helrunar verwoben mit burzumesker Tristess, dem Bombast von Mysterium sowie avantgardistischen Ausflügen und Ambient-Collagen, das ist die Fracht, mit der GEIST in eine rauhe und hart umkämpfte See stechen.
Auch wenn es mir fern liegt, GEIST mit diesen Verweisen eine Eigenständigkeit abspenstig machen zu wollen, zu sehr liegen die Parallelen zu den erwähnten Labelgenossen (von Burzum einmal abgesehen) auf der Hand.
Trotzdem hinken direkte Vergleiche und man sollte sich hüten, die Mannschaft um Kapitän Alboin als bloße Nachahmer kielholen zu lassen. Vielmehr passieren GEIST in erster Linie ähnlich emotionale Ozeane wie ihre Brüder im Geiste.
Der Reiz der fünf überlangen und vielschichtigen Epen liegt in den unglaublichen Spannungsbögen, welche nicht nur von musikalischer Erfahrung zeugen sondern von songwriterischem Gespür nur so strotzen.
Damit entfachen GEIST einen ganz eigenen Charme, dem eine Kraft inne wohnt, die es vermag, dich immer tiefer in den Strudel der Tiefsee zu ziehen. Jedoch sind GEIST weit davon entfernt innovativ oder gar originell zu sein denn die Mittel, derer sie sich bedienen wurden nicht zuletzt von den erwähnten Label-Kameraden intensiv und stilprägend eingesetzt.
Daher glatte 11 Punkte für ein solides Album, das Lust auf mehr macht und eine Formation bei der das kreative Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht ist.
Mast- und Schotbruch!
Releasedate: 02.05.2009
Spielzeit: 51:15
Tracklist:
1. Galeere
2. Einen Winter auf See
3. Durch lichtlose Tiefen
4. Helike
5. Unter toten Kapitänen
Line-Up:
Alboin – Bass
Cypher D. Rex – Vocals
Faruk – Syntheshizers & Multimedia
Hedrykk F. Gausenatt – Guitars
Larva B. Caneer – Guitars
Marlek - Drums