Godsmack - 1000hp
Nach einer solch langen Pause, gemessen an der sonst so raschen Folge an Neuveröffentlichungen im Musikgeschäft, kann man zwar nicht die Neuerfindung des Rades erwarten, aber gespannt ist man natürlich trotzdem.
Der Titeltrack, welcher gleich zu Beginn der Scheibe, ertönt, kann die Erwartungen allerdings nicht richtig erfüllen. Beim ersten Hören muss ich sogar lachen, weil die Lyrics so extrem klischeebehaftet sind. „Turn that shit up louder! Make it all go faster! Play it through the witching hour! Take it to one thousand horsepower!“ fordert Frontmann Sully mehrfach und berichtet vom Aufstieg der Band. Damit leitet er auch gleich zum Gesamtkonzept des Albums über. Von den geächteten und unbeachteten Jungs aus Boston ins große Rampenlicht, von wo sie nun den Kostverächtern zeigen, wo der Hammer hängt. Das ganze dann noch mit dem Klischee der Motorradfahrenden Rocker verbunden und man kommt einfach nicht mehr vom Gedanken runter, dass Godsmack nur noch für eben diese Zielgruppe spielen wollen. Songwriting und Gestaltung sind weit entfernt von einem modernen Statement, was allerdings auch nichts tragisches sein muss. Der Markt ist groß und will bedient werden. Und so schadet es manchmal auch nicht, wenn man sich dem ersten Reimmuster bedient, welches man in den ersten Schuljahren vermittelt bekommt.
Mit der ersten Single Generation Day liefern die Jungs ein durchschnittliches, etwas altbackenes Rockwerk ab, welches sich gut als Hintergrundmusik eignet. Auch sonst fehlen dem Album die besonderen Höhen und die spannenden Momente, die ein Album eben interessant machen. Deutlich wird dies auch am Design des Albums und der Single. Das Album wird von einem in Flammen aufgehenden Hotrod geziert, um auch sicher zu gehen das jeder die Abkürzung für Horsepower im Albumtitel versteht. Die Single wird im schönen Matrix Look präsentiert. Alt und bewährt, oder woher kommen diese Ideen?
1000hp dürfte Godsmack Fans nicht unbedingt enttäuschen, es sei denn man steht mehr auf den wirklich alten und düsteren Kram wie Awake oder Godsmack. Es wird Neulinge aber auch nicht richtig in den Bann ziehen können. Sully und Co fahren die Rockerspur auf Sparflamme und scheinen sich damit wohlzufühlen. Ein bisschen Schade ist es dann schon, wenn man bedenkt das sie eigentlich richtig gute Musik produzieren können. Am Ende ist 1000hp ein gutes Rockalbum für den Hintergrund. Leider nicht mehr, aber eben auch nicht weniger.