Die GOODTIME BOYS machen ihrem Namen wirklich alle Ehre. Denn das, was da aus den Boxen hämmert, ist wie ein kleiner Regenrettungsschirm, der einem das regnerische Leben erträglicher machen kann. Den eigenen Aussagen auf Gesichtsbuch zufolge wird der Sound als emotionaler, hardcoriger Punk bezeichnet. Doch die ersten punkigen Akzente werden erst in dem Song 'Dandelion' gesetzt, aber eben nicht in der Tenny-College-Rock-Manier, sondern dichter, ausgereifter, tiefgründiger.
Ansonsten erfreut uns kämpferischer, emotionaler und schrammeliger Alternative Rock der Extra-Klasse. Die Gangart ist durchaus und durchgängig von der härteren Machart, dann doch eben dem Hardcore verwandt. Aber das, was die Klasse dieses ersten Longplayers der Briten ausmacht, ist die lange Zeit nicht mehr gehörte Kombination aus der schrammeligen Härte und der düsteren, emotionalen Melodik. Ohne irgendwelche produktionstechnischen Spielereien! Und das alles auf einem sehr hohen, gleichbleibendem Niveau. Die 90er lassen grüßen!
Da wird dann ein wahres Hit- und Hymnenfeuerwerk abgefackelt, man höre nur 'Wallflower', 'Hypocrisy' oder 'Moral Decay'! Dabei führt die Beschäftigung mit Verlust, Sehnsucht und existenziellen Krisen zu überaus schwermütigen, traurigen und sehnsuchtsvollen Stimmungen, die aber immer auch einen Funken von Hoffnung und Optimismus in sich tragen. Herausragend vor diesem Zusammenhang sind die Vocals von Frontmann Alexander, dem man das Leiden mit jedem gesungenen Ton auch tatsächlich abnimmt.
Kurz: Die GOODTIME BOYS haben mit ihren Debütalbum dem kämpferischen, sich scheinbar in der Midlife-Crisis befindenen punkig angehauchten Alternative Rock neues Leben eingehaucht. Wer einen kämpferischen Soundtrack für das Meistern von problembehafteten Umbrüchen, für darniederliegende Motivation oder abebbendes Durchhaltenvermögen braucht, ist hier an der richtigen Adresse. Alle Freunde des Alternative Rocks aber auch!