Nachdem das vergangene Jahr vor allem unter dem Eindruck des plötzlichen Todes des langjährigen Gitarristen Flattus Maximus (Cory Smoot) stand, welcher vor ziemlich genau zwei Jahren tot im Tourbus aufgefunden wurde, ist es jetzt wieder Zeit die Welt und sich selber vor bösen Mächten zu retten. „Mr. Perfect“ möchte GWAR die Unsterblichkeit nehmen und sie zerstören. Doch wer die gummierten Monster aus dem All kennt, weiß, dass sie das nicht ohne Widerstand mit sich geschehen lassen.
Mit etwa 15 Minuten mehr Spielzeit als beim Vorgänger „Bloody Pit of Horror“ liefern die Jungs aus Virginia ein Album ab, welches den Namen Longplayer auch verdient. Gute 50 Minuten voll von blutverschmierten Texten und einem wilden Mischmasch aus Thrash, Punk und Hardcore erwarten den geneigten Alien-Forscher. Allerdings hatte der Vorgänger die Messlatte recht hoch gelegt, denn mit Songs wie „Hail, Genocide!“, „KZ-Necromancer“ oder „Beat You To Death“ haben die Gruselrocker meiner Meinung nach die besten Songs seit „Crack in the Egg“ und „GorGor“ abgeliefert. In dieser Hinsicht braucht „Battle Maximus“, welches auch als Hommage an den verblichenen Cory Smoot verstanden werden soll, eine etwas längere Aufwärmphase. In der Vergangenheit wurde ja der Stilmischmasch der Schockrocker immer mal wieder problematisiert. Und so finden sich auch auf Album Nummer 13 Songs mit groovigem Punkrock Potential („Triumph of Pig Children“), Hardkernsymphonien („Madness at the Core of Time“), fast alternativ angehauchte Kakophonien mit Doom-Anleihen („Falling“), kochenharte Thrasher („I, Bonesnapper“) und vertrackte Ohrwürmer („Bloodbath“). Was für den einen als unergründbarer Markt der Beliebigkeiten erscheinen mag, dürfte für den anderen ein unerschöpflicher Fundus stilistischer Triebhaftigkeit sein.
An die Vorgängeralben können GWAR in ihrem bislang größten Kampf zwar nicht anknüpfen, doch mit Songs wie „Bloodbath“ dürfte ihnen das Kriegsglück letztlich doch hold bleiben.