HACRIDE waren schon immer, der französischen Metalszene gemäß, Vorreiter im Auftrage des irgendwie anderen, erfindungsreichen und modernen Metal. In den über zehn Jahren ihres Bandbestehens können HACRIDE auf drei von der Kritik mehr als wohlwollend aufgenommene Alben zurückblicken, die sich als eine permanente konsequente Entwicklung darstellen, und zwar vom Indie-Metals der 90er, über groovigeren Metal der Jahrtausendwende bis hin zum Progressive Extrem Metal heutiger Tage.
Mit ihrem neuesten Longplayer „Back to where you've never been' scheinen die Franzosen wieder einmal an eine Weggabelung gekommen zu sein. Denn neben einer neuen Plattenfirma kam es auch zu einem Wechsel des Line-ups. Fraglich, wo die Reise hingeht.
Und so variiert der Sound doch zwischen unterschiedlichen Polen. Während die ersten Songs durch lange, sphärisch-melodiöse, mitunter grungeartige Phasen den Hörer in einen Meditationsmodus versetzen, ehe der zumeist raue, aber dennoch cleane Gesang einsetzt (z.B. Strive ever to more' oder das herausragende 'Synesthesia', das gekonnte Metalriffs mit THE-CURE-artiger Depressivität verbindet), nehmen die Songs mit 'Overcome' deutlich an Geschwindigkeit und Härte zu, was sich auch an den Screamo-Gesangspartien bemerkbar macht.
Also ab hier übernimmt der Metalcore das Regiment, allerdings nicht in seiner schlechtesten Form. Denn die Songs sind doch durch ihre die Aggressivität und Brutalität unterbrechenden elektronisch melodiösen Partien (Die PARADISE LOST der „Host“-Ära lassen grüßen!) durchaus bestechend und lassen sich entfernt schon mit den Songstrukturen EMIL BULLS vergleichen.
Songs mit einer Mischung aus Grunge, Grooves und wütender Aggressivität sowie einer Spur Hintergrundmelodie ('Edification of the fall') wechseln sich mit dunkler, düsterer, diabolischer Höllenmusik ab ('To numb the pain').
Kurz: ein überaus interessantes, experimentelles modernes Metal Album.