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HAERTEFALL - HAERTEFALL - SÜNDENBOCK

VÖ: 12. Mai 2012   •   Label:  Eigenproduktion
von Linus-Henry Meyer
12. Mai 2012

Aus Grevenbroich stammt nicht nur Hape Kerkelings Kunstfigur mit der wackelnden Kauleiste, Horst Schlämmer, sondern auch die erst 2009 gegründete Metalcombo HAERTEFALL, die nach einem 2010 veröffentlichtem Demo nun zwei Jahre später mit ihrem selbstproduzierten Debutalbum „Sündenbock“ klassische Genregrenzen außer Acht lassen und sich über so manche ideologische Musikbarriere hinwegsetzen. Dass das ganze musikalisch aufgeht und äußerst erfrischend ist, beweisen die sechs Metaller auf ihrem Longplayer.

HAERTEFALL machen nach eigenen Angaben Industrial Dark Metal, wobei man als Zuhörer den Anteil an Industrial am meisten sucht, was aber gar nicht schlimm ist, denn die Kombination aus breiten Gitarrenwänden mit stampfenden Drums und dem einen oder anderen Doublebass-Inferno, deutschen Vocals, die zumeist mit starkem rollenden R an den guten Till von Rammstein erinnern, ansonsten aber zumeist in die Black Metal Schiene einzuordnen sind, ausgefallen Songstrukturen und einem breiten Einsatz von Keys und Synthies, bedarf keine dedizierten Einordnung in ein Metalgenre. Dennoch müssen sich die Grevenbroicher einen Vergleich mit Rammstein gefallen lassen. „Unter die Haut“ oder „Realität 2.0“ erinnert nicht nur textlich an frühe Rammsteinwerke wie „Bück Dich“, auch musikalisch verstehen es HAERTEFALL wie Rammstein mit Keyboardmelodien eingängige Metalsongs zu schaffen, die durchaus Ohrwurmcharakter haben. Was HAERTEFALL aber den meisten Bands der neuen deutschen Härte voraus haben, ist, dass diese bei allem einen Gang höher Schalten und durch ihre Härte und größtenteils schnellen Songs zum ausgiebigen Headbangen einladen.

Für ein Erstlingswerk, dass Größtenteils in Eigenregie entstand, ist das ganze richtig amtlich geworden. Das Mastering und Produktion können mit den Veröffentlichungen von Majorlabels durchaus mitstinken. Die Songs sind ausgefallen und werden nicht sofort langweilig. Doch wünschte man sich bei den zehn Tracks auf Sündenbock etwas mehr Abwechslung. Zwar bemüht sich der Sänger auch durch cleanen Gesang etwas Abwechslung einfließen zu lassen, doch ist die Kombination von Growls und Gesang ja auch nicht jeder Manns Sache. Gitarrensoli sucht man vergeblich, was aber bei der eigenen Einordnung im Idustrialbereich wiederum nicht verwundert. Das Ganze ist trotzdem mehr als nur Hörbar und der Beweis, dass die Metalcommunity mehr Nachwuchsbands unterstützen sollte!

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