Bei uns im Twilight-Magazin sind HAKEN keine unbekannte Band, nur für meine Ohren waren sie bis dato neu. Für mich war es eine konsequente Entscheidung nach dem Album ID.Entity der polnischen Progrock Band RIVERSIDE weiter im gleichen Genre zu wildern und die englischen HAKEN mit ihrem Album Fauna ins Visier zu nehmen.
Im direkten Vergleich empfinde ich RIVERSIDEs Album als harmonischer komponiert und es klingt leichtfüßiger, von daher gibt es für HAKEN einen Punkt weniger.
Der Härtegrad von HAKEN ist höher, deutlich mehr "Djentiness" und Polyrhythmik. Ganz deutlich nehme ich DREAM THEATER Bezüge wahr, so das Solo bei Sempiternal Beings sowie das instrumentale Intro und weitere Abschnitte im Song Elephants Never Forget inkl. der Solospots der E-Gitarre. Die eher avantgarde-jazzigen Strophen in der ersten Songhälfte bei Elephants Never Forget und die Bridge von Beneath The White Rainbow, bei der Ross Jennings seine Stimme durch einen Megaphon-Effekt jagt, sind für mich die wesentlichen Friktionsbereiche, die dazu führen, dass mir RIVERSIDEs Album eine Nuance besser gefällt.
Dennoch hat das Fauna Werk Dichte und Tiefe, so dass man in den Durchläufen immer wieder neue Details wahrnehmen kann. Erfreulich ist, dass sie dabei nicht dem DEVIN TOWNSENDschen Mottos "Viel hilft viel!" und "Wenn ich schon 256+n Tonspuren aufnehmen kann, dann mache ich das selbstverständlich auch - je Song!" anheim fielen. Der gesamte Mix ist als gelungen zu bezeichnen.
12 Punkte sind wahrlich keine schlechte Note. Der Band wird es wumpe sein. Das, was mir HAKEN mit Fauna vor die Ohren setzten und im Verarbeitungsbereich dazwischen, verborgen unter einer knöchernen Schale, wirken ließen, führt dazu, dass ich die Band gerne zu den Künstlern lasse, die ich privat höre. Auch werde ich mir mit Neugier den Backkatalog der Band erschließen und gespannt darauf sein, was nach Fauna noch kommen wird.