Harmony Dies - Indecent Paths Of A Ramifying Darkness
Live waren die Jungs ja hier und da aktiv, der letzte Tonträger ´Impact´ - der bei mir wirklich einschlug - hat mittlerweile 13 Jahre auf dem Buckel.
Ulf und Torsten sind während der Pause bei HARMONY DIES ausgestiegen und haben mit anderen DEHUMAN REIGN gegründet. An ihre Stelle traten Jens und Robert, die bereits früher bei den Berlinern spielten. Trotz der Besetzungswechsel herrscht also Konstanz im Line Up. Das erklärt, warum es keine großen Änderungen im Sound der Hauptstädter gibt. Weiterhin ist Old School Death Metal angesagt.
So legen HARMONY DIES auch gleich ohne Intro oder anderen Schnickschnack los. Erfreulicherweise hat sich Keksgrinder dieses Mal den Metal Scream gespart, der ´Impact´ einleitete. Ich hatte schon Angst, nirgends mehr vor Eierkneifer Vocals sicher zu sein. Abwechslung bei den Vocals ist aber trotzdem gegeben. Klar dominieren die Growls, Kecksginder streut aber wie bei ´Massive Deprivaty´ein paar Thrash Screams ein und beim Rausschmeißer gibt es Tom Warrior Gedächtnis UGHs.
Nun aber wieder zum Opener: ´Threshold To Enrage´ ist typisch für die Berliner. Das Tempo wechselt von schnell zum Midtempo und wieder zurück. Auch ein leichter Thrash Einschlag im Riffing klingt durch.
Das folgende ´Tank HD 6´ beginnt dann schleppender. Das macht ja auch Sinn, denn ein Panzer ist ja kein Rallyewagen. Zwischendurch wird aber auch das Gaspedal des Panzers gen Bodenplatte gedrückt.
Bei dem folgenden ´Amored´ hat sich dann ein Gitarrenpart eingeschlichen, der doch sehr stark an MORBID ANGELs ´Lord Of All Fevers and Plague´ erinnert. Ich hab keine Ahnung, ob das ein bewusstes Zitat ist. Wie dem auch sei, es gibt schlechtere Bands, bei denen man sich bedienen kann und es ist ja lediglich ein kurzer Part.
Auch die letzten drei Songs bieten grundsoliden Old School Death Metal, wie ich ihn von HARMONY DIES erwarte. Schade ist, dass die Scheibe zum Ende von ´Ramifying Darkness´ zu zahm austrudelt; da hätte ich mir einen knackigeren Abschluss gewünscht. Gerade auch, weil der Song mit seinen technischen Zwischenspielen zu gefallen weiß.
Leider bekommt der Bass nicht mehr ganz so viel Platz wie noch bei ´Impact´. Schade, das war für mich einer der großen Pluspunkte der Vorgängers. Marco ist aber auch auf der Come Back Scheibe präsenter als die Bassisten vieler anderer Death Metal Bands. Unterm Strich gibt es an der druckvollen, erdrigen Produktion nicht viel zu mäkeln.
Etwas unklar ist mir, ob es sich bei ´Indecent Paths of a Ramifying Darkness´ um eine EP oder ein Album handelt. Da es das auf 666 limitierte Digipack beim Label für bereits 10Euro gibt, ist das nicht so entscheidend. Und die Spieldauer ist unwesentlich kürzer als die von ´Reign in Blood´, das trotz der kurzen Spielzeit ja auch den ein oder anderen Anhänger gefunden haben soll.
Wer auf die alten Alben der Band steht oder einfach nur ein Herz für urwüchsigen. aber nicht stumpfen Old School Death Metal hat, kann mit dieser Scheibe nichts falsch machen. Welcome Back!